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21.02.2017 17:06 Uhr - Europameisterschaft - Christian Pavlic

Suche nach Babic-Nachfolger: Alles deutet auf Lino Cervar hin

Lino CervarLino Cervar
Quelle: Stephan Weber
Nach wie vor hat der kroatische Handballverband keinen neuen Nationaltrainer für seine Herren-Auswahl präsentiert. Dennoch laufen die Gespräche in den Räumlichkeiten des HRS in Zagreb auf Hochtouren. Während zwei internationale Größen in der Zwischenzeit eine Absage erteilt hatten, spricht vieles für einen alten Bekannten an der Seitenlinie der Kroaten.

Lino Cervar wird nach übereinstimmenden Medienrecherchen als großer Favorit auf die Nachfolge des nach der WM in Frankreich entlassenen Zeljko Babic gehandelt. "Natürlich ist Lino eine große Option", wird Verbandsvize Zoran Gobac entsprechend im Nachrichtenblatt "Novi List" zitiert. "Ich habe mich bereits mit ihm getroffen und ihm unsere Bedingungen mitgeteilt – das ist alles, was ich zu diesem Zeitpunkt tun kann. Wir haben uns darauf verständigt, dass er uns bis Ende des Monats eine Rückmeldung gibt und dann schauen wir weiter."

Zahlreiche regionale Medien berichten darüber hinaus über weitere Treffen von Verbands- und Klubvertretern mit dem 66-jährigen Trainer, der sich bereits von 2002 bis 2010 für große Erfolge des kroatischen Handballs verantwortlich zeichnete – neben zahlreichen Medaillengewinnen erinnert man sich im sportverrückten Land an der Adria allem voran an den Gewinn der Weltmeisterschaft 2003 in Portugal sowie Gold bei den Olympischen Spielen von Athen im Jahre 2004. An diese Triumphe soll nun angeknüpft werden, zumal die ambitionierten Kroaten nach den vergangenen beiden Großereignissen (Rio 2016, WM 2017) die Heimreise jeweils ohne Medaille anzutreten hatten.

Für eine Verpflichtung Cervars spricht zudem die Tatsache, dass sich Metalurg Skopje offensichtlich ebenfalls nach einem Nachfolger umsieht – nach Informationen des mazedonischen Online-Portals "24rakomet" sei man in diesem Zusammenhang bereits in vertrauensvollen Gesprächen mit Zdenko Kordi, der den Verein im Falle eines Abschieds von Lino Cervar übernehmen solle. Dieser steht seit 2009 beim Topklub aus Mazedonien unter Vertrag, könnte dieser Tätigkeit allerdings im Falle eines Engagements beim kroatischen Handballverband nicht weiter nachgehen. Unmittelbar nach der Bekanntgabe der Trennung von Zeljko Babic stellte die HRS-Verbandsspitze unmissverständlich klar, dass sich der neue Nationaltrainer ausschließlich mit der Vorbereitung des Auswahlteams auf die Heim-EM 2018 befassen und keiner parallelen Tätigkeit in einem Klub nachgehen dürfe. "Die Europameisterschaft im eigenen Land genießt in den nächsten Monaten absolut oberste Priorität", erläuterte Verbandspräsident Tomislav Grahovac in diesem Zusammenhang gegenüber dem kroatischen Staatsfernsehen HRT.

In den Wochen seit der Trennung von Zeljko Babic, dem im Zuge der jüngsten Großereignisse ein „Mangel an Führungsqualitäten“ (wir berichteten) bescheinigt worden war, kursierten des Weiteren einige außergewöhnliche Namen mit Blick auf die Nachfolge auf der kroatischen Bank: So soll es nach Berichten der Tageszeitung „Vecernji List“ unter anderem zu Gesprächen mit international renommierten Handball-Größen wie Ulrik Wilbek und Valero Rivera gekommen sein – diese hätten zwar zunächst ihr Interesse bekundet, letzten Endes jedoch eine Absage erteilt. Weiterhin im Rennen seien auch gegenwärtig allerdings noch Patrice Canayer und Juan Carlos Pastor, denen laut "Vecernji List" noch Außenseiterchancen eingeräumt werden. Gegenwärtig ohne eine Chance auf den Posten als kroatischer Nationalcoach sei hingegen allem Anschein nach Veselin Vujovic.

Der 56-jährige slowenische Auswahltrainer hatte sich nach dem 31:30-Erfolg seiner Mannschaft im Bronzematch bei der jüngsten WM despektierlich über den Gegner Kroatien geäußert. Im Zuge der Rückkehr aus Frankreich sagte Vujovic im slowenischen Fernsehen wörtlich: "Die Kroaten sind präpotent und herrisch: Sie denken, dass sie im Sport stärker sind als alle ihre Nachbarländer, ganz besonders als die Slowenen." Aussagen, die sich schnell im Nachbarland herumgesprochen und der Kandidatur Vujovics einen herben Dämpfer versetzt haben.

Mit Blick auf die Gerüchte- und Gemengelage in Kroatien wäre alles andere als eine Rückkehr von Lino Cervar als Nationaltrainer des zweimaligen Olympiasiegers zum jetzigen Zeitpunkt jedoch eine große Überraschung. Vieles spricht derzeit dafür, dass es der 66-jährige Handballstratege sein wird, der die Auswahl seines Landes zum Titel bei der Heim-EM im Januar 2018 führen soll. Solange es allerdings keine finale Bekanntgabe aus den Räumlichkeiten des kroatischen Verbands gibt, ist das letzte Wort in Zagreb gewiss noch nicht gesprochen. Ostaje uzbudljivo – es bleibt spannend.

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