20.03.2017 13:09 Uhr - Europameisterschaft - Marco Ellenberger, red

Ohne Andy Schmid: Schweiz und Weißrussland trennen sich unentschieden

Manuel Liniger erzielte neun TrefferManuel Liniger erzielte neun Treffer
Quelle: Michael Heuberger
Die Schweizer Nationalmannschaft und Weißrussland haben sich im zweiten Länderspiel in Schaffhausen mit 31:31 (19:16)-Unentschieden getrennt. Vor 550 Zuschauern in der BBC Arena gelang dem Weißrussen Aliaksei Schinkel drei Sekunden vor Schluss der Ausgleich. Während der Partie hatte die SHV-Auswahl phasenweise mit bis zu vier Toren geführt.

Eine Halbzeit lang spielerische Leichtigkeit, eine Halbzeit lang harte Arbeit: Die Schweiz erlebte am Sonntag in der zweiten Partie gegen Weißrussland alle Facetten des Handballs. Die SHV-Auswahl von Trainer Michael Suter legte offensiv los wie die Feuerwehr und beeindruckte mit einer überragenden Quote: Sie schloss 18 der ersten 20 Angriffe erfolgreich ab. Die Heimmannschaft fand in der ungewohnten Zusammensetzung immer wieder gute Lösungen, und praktisch jeder Wurf saß.

Ohne Andy Schmid war die Verantwortung auf viele Schultern verteilt: Roman Sidorowicz führte gut Regie, Lucas Meister war am Kreis erneut stark, Zoran Markovic gelang eine bemerkenswerte erste Halbzeit und Routinier Manuel Liniger traf von der Siebenmeterlinie. Die 19:16-Führung zur Pause war verdient – vertuschte dank der guten Offensive aber auch etwas die Tatsache, dass die Schweiz in der Abwehr erneut Mühe bekundete gegen die physisch starken weißrussischen Angriffe.

Im zweiten Durchgang drehte der Wind. Den Schweizern, die aufgrund der Absenzen nur mit 14 Spielern angetreten waren, schwanden langsam die Kräfte und die zuvor vorhandene Leichtigkeit ging verloren. Die Schweizer taten jedoch das, was in dieser Situation nötig ist: Sie nahmen den Kampf an und hielten mit allen Mitteln dagegen. Weißrussland fand immer besser in die Partie, lief aber ganz lange einem Rückstand hinterher, weil die SHV-Auswahl ib den richtigen Momenten immer wieder offensive Nadelstiche setzte. Nach 50 Minuten führte die Schweiz, bei der Trainer Michael Suter in der Zwischenzeit die Deckung gegen die starken gegnerischen Shooter auf eine offensivere Variante umgestellt hatte, noch mit 28:26. Dann aber gelang den Gästen aus Osteuropa mit drei Treffern in Folge der Umschwung.

Dass die Mannschaft von Trainer Michael Suter nach dem 28:29 (56.) noch einmal die richtige Antwort hatte, lag einerseits an Torhüter Simon Kindle, der erneut eine starke Schlussphase zeigte, und andererseits wohl auch am unbeirrbaren Glauben und Willen, den diese Mannschaft mittlerweile ausstrahlt. Roman Sidorowicz, Ron Delhees und Dimitrij Küttel gelang innert drei Minuten tatsächlich die Wende zum 31:29, ehe sich die Weißrussen in der letzten Minute noch einmal die Chance auf den Ausgleich erkämpften.

Die Schweizer, die kurz vor Schluss mit einer Entscheidung der (guten) Referees haderten, brachten die Führung nicht über die Zeit. Der weißrussische Ausgleich war aber keineswegs gestohlen, im Gegenteil: Die Mannschaft von Trainer Juri Schewzow war ein ebenbürtiger Gegner, dem im Vergleich zum Vortag eine Steigerung gelang. Die SHV-Auswahl wahrte derweil mit dem Remis im vierten Länderspiel dieser Saison gegen den WM-Achtelfinalisten ihre Ungeschlagenheit.



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