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18.06.2017 16:08 Uhr - Europameisterschaft - ÖHB, red

Patrekur Johannesson: "Diese Quali erfüllt mich mit Stolz"

Patrekur JohannessonPatrekur Johannesson
Quelle: ÖHB/Pucher
2010, 2011, 2014, 2015 und nun 2018. Österreichs Handball Männer Nationalteam hat die Mission EURO 2018 bravourös gemeistert. Rückschläge und Ausfälle hat man weggesteckt, ist noch enger zusammengerückt und geht nun mit dem schönsten Gefühl überhaupt in den wohlverdienten Urlaub. ÖHB-Teamchef Patrekur Jóhannesson spricht noch einmal über die Berg- und Talfahrt in dieser Qualifikation und die große Erleichterung nach dem gestrigen Abend.

Zu drei Endrunden brachte der Isländer das Team. 2014 zur EM nach Dänemark, 2015 zur WM nach Katar und nun, nach dem großen Umbruch, zur EURO 2018 nach Kroatien. Dabei erlitt das Nationalteam gleich zum Auftakt einen ordentlichen Dämpfer, musste sich vor Heimpublikum Finnland, das man zuvor acht Mal in Folge besiegen konnte, mit 27:31 geschlagen geben. Doch genau in dieser Niederlage sieht der Head Coach den Schlüssel des Erfolgs: "Rückblickend betrachtet, war die Niederlage vor Heimpublikum das Beste was uns passieren konnte. Wir haben in kurzer Zeit das Spiel sehr gut analysiert und daraus gelernt."

Mit "einer der besten Abwehrleistungen der letzten Jahre", wie Jóhannesson sagt, rang man Bosnien-Herzegowina in Sarajevo wenige Tage danach nieder. "Dort hat man gesehen wie wichtig die Körpersprache ist", so der Isländer. Im Januar kam das Nationalteam für einen Trainingslehrgang zusammen, bestritt einige Freundschaftsspiele. Robert Weber gönnte sich damals eine kleine Pause, nachdem er über so viele Jahre sowohl im Verein als auch im Nationalteam quasi durchspielte. Anfang Mai folgte das Doppel gegen den Gruppenfavoriten Spanien. Den aktuellen Vize-Europameistern musste man sich in Innsbruck 29:30 geschlagen geben. Die Niederlage schmerzte, führte man Mitte der zweiten Halbzeit noch mit 24:19. "Das waren tolle Spiele, ich bin stolz auf die Leistung der Mannschaft. Da hat sie erneut ihr Potential gezeigt", schwärmt auch der Teamchef.

Vor einer Woche kam das Nationalteam zum großen Showdown in der EM-Quali in Finnland zusammen. Die Spieler aus der HLA, gemeinsam mit Portugal-Legionär Janko Bozovic, trainierten bereits einige Tage zuvor gemeinsam in der Südstadt. Die restlichen Legionäre hatten noch eine ausstehende Runde in der Meisterschaft zu absolvieren, reisten direkt nach Helsinki. Obwohl die Stimmung in der Mannschaft gewohnt großartig war, so war die Anspannung zu spüren, der Druck, der auf dem Team lastete, war allgegenwärtig. Auch die Ausfälle von Leistungsträgern wie Max Hermann, Alexander Hermann und Romas Kirveliavicius, sowie dem jungen Ante Esegovic, galt es zu kompensieren. Dann endlich das Spiel gegen die Skandinavier vergangenen Mittwoch. Der reaktivierte Vitas Ziura avancierte zur Drehscheibe im Angriff, dirigierte in der Abwehr. Österreich siegte 39:36. Die Pflicht war erfüllt, doch bei der Abwehrleistung sparte niemand im Team mit Selbstkritik.

Wenige Tage darauf das große Finale gegen Bosnien-Herzegowina. Ein Spiel um Alles oder Nichts. Mit einem Sieg oder einem Unentschieden ist man bei der EURO 2018, bei einer Niederlage heißt es "Aus der Traum." Die 5.000 Fans in der Albert-Schultz-Eishalle standen wie ein achter Mann hinter dem Team. Wie schon die gesamte Quali, avancierte auch dieses Spiel zu einer emotionalen Berg- und Talfahrt. Traumstart Österreich, Bosnien-Herzegowina drehte das Ergebnis, Ausgleichstreffer durch Tobi Wagner mit der Halbzeitsirene, die Gäste starteten besser in die zweite Halbzeit, Österreich hielt das Tempo hoch, den Bosniern ging langsam die Luft aus und das Team Austria übernahm das Kommando - 34:32-Sieg! Jubel, Freudentränen, Quali geschafft.

"Diese Quali erfüllt mich mit Stolz. So wie sich die Mannschaft präsentiert hat, wie sie zusammengerückt ist, war einfach großartig. Höhen und Tiefen sind im Sport normal. Bis zur EM müssen wir, die Vereine und auch die Spieler die Zeit richtig gut nützen. Die Belastung bei einer Endrunde ist enorm hoch, dort spielen nur Top-Mannschaften", blickt der Teamchef bereits Richtung Kroatien. Was der Isländer erreicht hat, gelang noch keinem österreichischen Teamchef vor ihm. Drei Mal schaffte man unter seiner Führung die Qualifikation für eine Endrunde ? EM 2014, WM 2015 und nun die EURO 2018. Die Akribie, mit der der Isländer ans Werk geht, ist wohl einer der Schlüssel zum Erfolg: "Natürlich macht mich das Stolz. Das ist die dritte Quali, das hat vor mit noch keiner geschafft. Man muss sich aber immer kritisch hinterfragen, doch heute ist auch mal ein Lob erlaubt."

Ein weiterer Schlüssel ist laut Jóhannesson die gute Zusammenarbeit mit allen Beteiligten: "Verband, Trainerteam, die Spieler, alle waren einfach nur top. Ich konnte in den vergangenen Jahren immer in Ruhe arbeiten. Daher möchte ich auch Martin Hausleitner Danke sagen für das Vertrauen. Er ist ein großartiger Mensch und ich wünsche ihm alles Gute für seine neuen Aufgaben und freue mich auch schon auf die Zusammenarbeit mit seinem Nachfolger Bernd Rabenseifner." Am gestrigen Abend kam noch ein weiterer Faktor hinzu, Jóhannesson: "Ein Riesenlob an die Fans. Das war die beste Kulisse und Unterstützung in den ganzen sechs Jahren, seitdem ich hier bin."

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2016/2017
6. Spieltag · 17.06.2017 · 20:25 Uhr
Österreich34:32
Bosnien-H.
· Zuschauer : 5000
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