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18.06.2017 18:04 Uhr - Europameisterschaft - Denis Geger und Eric Dobias, dpa

"Nach der Pause aggressiver in der Deckung gestanden": Erste Stimmen zum Sieg des DHB-Teams

Zufrieden: Fabian Wiede und Andy SchmidZufrieden: Fabian Wiede und Andy Schmid
Quelle: Michael Heuberger
Nach dem makellosen Durchmarsch in der EM-Qualifikation genossen die deutschen Handballer minutenlang die Ovationen der begeisterten Bremer Fans. Auch ohne zahlreiche Stars verabschiedete sich die Mannschaft von Bundestrainer Christian Prokop als ungeschlagener Gruppensieger in den verdienten Urlaub. Das mit einigen Stammkräften verstärkte Perspektivteam des Europameisters gewann am Sonntag gegen die Schweiz mit 29:22 (12:13).

Das deutsche Team wahrte damit die weiße Weste in der Ausscheidung für die Endrunde vom 12. bis 28. Januar 2018 in Kroatien. Beste deutsche Werfer vor 8513 Zuschauern in Bremen waren Marcel Schiller mit sieben Toren und Jannik Kohlbacher (5).

"In der ersten Halbzeit haben wir keine gute Leistung gezeigt", sagte Prokop. "Ich bin zufrieden, dass wir das Spiel noch gedreht haben." Länderspiel-Debütant Schiller war "sehr, sehr glücklich mit dem Ergebnis und meiner eigenen Leistung. Meine Mitspieler haben mich super in Szene gesetzt. Ich werde alles dafür tun, dass ich nicht zum letzten Mal hier dabei bin."

Schon zuvor stand der Titelverteidiger als Sieger in der Gruppe 5 fest. Dadurch winken bei der EM-Endrunde leichtere Gegner in der Vorrunde, die am kommenden Freitag in Zagreb ausgelost wird. Bei der von DHB-Vizepräsident Bob Hanning ausgerufenen Mission Titelverteidigung werden dann auch wieder alle Stars dabei sein, von denen Prokop im bedeutungslosen Gruppenfinale etliche schonte.

Prokop nutzte die willkommene Gelegenheit zum Testen junger Spieler, die sich in der zurückliegenden Bundesligasaison in den Fokus gespielt hatten. Vom olympischen Bronze-Team von Rio waren nur noch fünf Mann übrig. "Wir wussten, dass wir trotz einiger Experimente eine gute Mannschaft aufs Feld schicken konnten", so Prokop nach der Partie und betonte: "Wir hatten eine Phase mit zu vielen leichten Ballverlusten. Die Mannschaft hat dann nach der Pause aggressiver in der Deckung gestanden. Es hat mich an das Hinspiel erinnert wo wir uns auch sehr lange schwer getan haben."

Bevor es losging, gedachte die in Trauerflor spielende DHB-Auswahl mit einer Schweigeminute dem am Freitag im Alter von 87 Jahren gestorbenen Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl. Als dieser 1990 zum Kanzler der deutschen Einheit wurde, waren aus dem Perspektivteam des Europameisters lediglich Rückraumspieler Kai Häfner und Silvio Heinevetter schon auf der Welt. Der Torwart vom Bundesligisten Füchse Berlin führte den "DHB-Kindergarten" in Vertretung von Uwe Gensheimer, der wie die meisten Stammkräfte schon im Urlaub weilte, als Kapitän auf das Parkett.

Das Fehlen diverser Stars machte sich zunächst kaum bemerkbar. Die DHB-Auswahl startete konzentriert und lag schnell mit drei Toren vorn (5:2/8.). Doch dann wurden im Angriff zahlreiche Chancen vergeben. Hinzu kamen technische Fehler und Lücken in der Abwehr.

Prokop reagierte mit einer Auszeit, doch die Fehlerquote blieb hoch. Das nutzten die von Rückraum-Ass Andy Schmid (10 Tore) angetriebenen Eidgenossen nach 20 Minuten zur ersten Führung (10:9), die sie auch in die Pause mitnahmen. "Wir stehen am Anfang mit dieser jungen Mannschaft, wir sind noch in den Kinderschuhen - aber die Richtung stimmt", meinte Schmid. "In der ersten Halbzeit waren wir gut, in der zweiten Halbzeit haben wir gesehen, dass wir noch eine junge Truppe sind." Und sein Nationaltrainer Michael Suter ergänzte: "Wir sind froh das wir uns hier sehr lange gut präsentiert haben und auf diesem Level mithalten konnten. Wir sind auf einem guten weg und freuen uns über den Teilsieg zur Halbzeit, das sind wichtige Schritte für uns."

Nach dem Wechsel brachte vor allem Linksaußen Schiller frischen Wind ins Angriffsspiel der Hausherren. Zudem gab der für Heinevetter zwischen die Pfosten gerückte Andreas Wolff der jungen deutschen Mannschaft mit zahlreichen Paraden den nötigen Rückhalt. "Im zweiten Durchgang stand Deutschland besser in der Deckung und Andi Wolff hat uns einige Bälle weggenommen. Wir haben aber gesehen, dass es möglich ist gegen so einen Gegner mitzuhalten, am Ende hat dann die Kraft gefehlt", so der Schweizer Auswahlspieler Luka Maros.

Eine Viertelstunde vor Schluss lag das DHB-Team erstmals mit fünf Toren in Führung, die gegen nachlassende Gäste bis zum Schluss weiter ausgebaut wurde. "Wir können im großen und ganzen mit dem Spiel zufrieden sein. Die erste Halbzeit haben wir ein wenig verschlafen, da haben wir zu viele Fehler gemacht. Im zweiten Durchgang haben wir dann ordentlich Tempo gemacht und die Abwehr stand sehr gut, da konnten wir dann viele einfache Tore machen", bilanzierte Fabian Wiede abschließend.

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2016/2017
6. Spieltag · 18.06.2017 · 15:00 Uhr
Deutschland29:22
Schweiz
· Zuschauer : 8900

Spielfilm:
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