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18.06.2017 22:09 Uhr - Europameisterschaft - Astrid Jöhnck

Dänemark lässt Lettland keine Chance

Simon Hald JensenSimon Hald Jensen
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Am Sonntagabend spielten in der EM-Qualifikationsgruppe 1 Dänemark und Lettland gegeneinander. Bereits vor dem Anpfiff in der Koldinger Sydbank Arena waren die Karten klar verteilt: Während sich die Gastgeber bereits souverän für die Titelkämpfe im kommenden Januar in Kroatien qualifiziert hatten, zierten die Gäste mit null Punkten aus den bisherigen fünf Spielen das Tabellenende. Bereits in der ersten Halbzeit wurde ein Klassenunterschied deutlich und auch im zweiten Abschnitt kannten die Gastgeber keine Gnade und spielten die Letten, die tapfer kämpften, förmlich an die Wand. Am Ende hieß es 33:16 (14:5) für die Dänen, ehe die Zuschauer beide Teams mit viel Applaus in die Sommerpause schickten.

In Anbetracht der klaren Ausgangslage hatte Dänemarks Nationaltrainer Nikolaj Jacobsen diverse Leistungsträger wie Mikkel Hansen, Lasse Svan und Anders Eggert nicht für die abschließenden zwei Länderspiele nominiert, sondern in den vorzeitigen Urlaub geschickt. Auf den hatte auch Niklas Landin gehofft, doch der Schlussmann des THW Kiel wurde kurzfristig nachnominiert, nachdem sich Flensburgs Kevin Möller beim ersten Training in der vergangenen Woche verletzt hatte. Auch Lettland trat nicht in Bestbesetzung an, doch hier zwangen ausschließlich Verletzungen Trainer Armands U??ins zum Umdisponieren, da er auf Girts Lilienfelds (HSC Coburg), Elvijs Borodovskis (TSG Haßloch) und Janis Pavlovics verzichten musste. Hiervon profitierte u. a. der erst 16-jährige Guntis Pijpuks von der SG Schalksmühle-Halver (3. Liga West). Für Torhüter Helmuts Tihanovs war es indes ein ganz besonderes Spiel, der Torhüter hatte am 29. April sein letztes Spiel für die SG Schalksmühle-Halver bestritten und seine Karriere - eigentlich - beendet.

Dänemark startete mit einer ungewohnten Aufstellung: Mit Jannick Green (SC Magdeburg) und Rasmus Lauge (SG Flensburg-Handewitt) standen lediglich zwei HBL-Akteure in der Anfangsformation. Nach schönem Anspiel von Jacob Holm erzielte Kreisläufer Simon Jensen das 1:0 (1.). Nachdem Jensen wenig später nur zu Lasten eines Siebenmeters gestoppt werden konnte, betrat Hans Lindberg das Parkett. Der Rechtsaußen der Füchse Berlin verwandelte souverän zum 2:0. Als Spielmacher fungierte bei den Dänen Jacob Holm von Ribe-Esbjerg, doch der 21-Jährige zeigte in seinem zweiten Länderspiel Nerven und warf in der Anfangsphase zweimal weit am Tor vorbei. Im Rückraum der lettischen Mannschaft zog derweil Toms Lielais vom ThSV Eisenach die Fäden.

Der jungen Mannschaft unterliefen jedoch zahlreiche technische Fehler, so dass Jannick Green in den ersten acht Spielminuten nicht einmal eingreifen musste - der Ball kam schlichtweg nicht auf das dänische Gehäuse. Im rechten Rückraum der Dänen zeigte Peter Balling eine gute Leistung und erzielte mit wuchtigen Würfen die nächsten beiden Treffer der Gastgeber. Per Schnellangriff konnte Toms Lielais in der neunten Spielminute auf 4:1 verkürzen. Immer wieder stellten die Dänen mit schnellem Spiel die lettische Abwehr vor Probleme, die sich oftmals nur durch regelwidriges Eingreifen zu helfen wusste. Nachdem Hans Lindberg zum zweiten Mal vom Strich erfolgreich gewesen war, war es der junge Guntis Pijpuks von der HSG Schalksmühle-Halver, der auf 5:2 (12.) stellte.

Das Spiel nahm nun deutlich an Fahrt auf. Nach einem wunderbaren Anspiel von Rasmus Lauge erzielte Rechtsaußen Tim Sörensen in seinem zweiten Länderspiel mit einem feinen Heber über Raitis Purins hinweg das 7:3 (14.) Die lettische Mannschaft setzte im Angriff mehrfach auf den siebten Feldspieler, konnte die sichere dänische Abwehr aber trotz dieser Maßnahme kaum einmal überwinden. Doch dann war es Eisenachs Toms Lielais, der sich in die Höhe schraubte und den Ball genau ins Eck setzte, wodurch die Gäste auf 8:4 (18.) verkürzen konnten. Nach einem Lattentreffer von Guntis Pijpuks schaltete Jacob Holm am schnellsten, schnappte sich das Spielgerät und traf aus rund 15 Metern zum 9:4 (19.). Jannick Green konnte mit einer schönen Fußabwehr auszeichnen und bekam hierfür den verdienten Applaus der 3.357 Zuschauer.

Nikolaj Jacobsen stellte nun seinen Angriff um, brachte mit Michael Damgaard vom SC Magdeburg sowie dem deutschen Meister Mads Mensah Larsen frische Kräfte. Jannick Green machte ein starkes Spiel und zeichnete sich ein ums andere Mal mit sehenswerten Paraden aus. Eine von ihnen nutzte sein Vereinskollege Michael Damgaard zum Wurf über das gesamte Spielfeld ins erneut verwaiste Tor, ehe Toms Lielais die achtminütige Torflaute der Letten beendete und auf 12:5 (26.) stellte. Lettlands Torhüter Raitis Purins blieb wenig später Sieger gegen Kreisläufer Simon Jensen, doch vorn ging der Ball sogleich wieder verloren. Eine Minute vor dem Pausenpfiff war es dann Koldings Magnus Landin, der seine vorgezogene Position in der Abwehr zu einem Steal nutzte und mit einem Wurf ins wiederum leere Tor den Pausenstand von 14:5 erzielte.

Kurz nach Wiederbeginn konnte Ingards Dude nunr zu Lasten eines Siebenmeters gestoppt werden, woraufhin Niklas Landin unter großem Applaus das Parkett betrat. Der Kieler war gegen den Wurf von Raimonds Trifanovs jedoch machtlos. Nikolaj Jacobsen hatte die Pause zum Wechseln genutzt, so dass nun auch Jacob Bagsersted (SC Magdeburg), Casper U. Mortensen (TSV Hannover-Burgdorf) und Anders Zachariassen dabei waren. Der Kreisläufer der SG Flensburg-Handewitt erzielte in der 32. Minute das 15:6, musste jedoch Sekunden später auf die Strafbank.

Mit einem Doppelschlag stellte Martin Larsen vom dänischen Meister Aalborg Haandbold nach 35 Minuten auf 17:6. Die Letten behielten derweil die Variante des siebten Feldspielers bei, so dass die Dänen ein ums andere Mal leichtes Spiel hatten. Per Konter traf Casper U. Mortensen zum 19:6 (37.), der Hannoveraner ließ dem ins Tor geeilten Helmuts Tihanovs keine Chance und war nur eine Minute später erneut erfolgreich. Bei den Gästen stemmte sich insbesondere Toms Lielais gegen das drohende Debakel und traf mit einem wuchtigen Wurf aus dem linken Rückraum zum 20:7 (39.). Die lettischen Torhüter konnten einem leidtun - ein ums andere Mal sprinteten sie ins Tor und kamen dann doch den einen Schritt zu spät. In der 42. Minute war es Anders Zachariassen, der die Gunst des Augenblicks nutzte und zum 22:8 erfolgreich war, nachdem zuvor der 16-jährige Guntis Pijpuks für die Gäste getroffen hatte.

Nach 43 Minuten konnte sich Helmuts Tihanovs zunächst gegen Martin Larsen auszeichnen, doch im zweiten Anlauf blieb der Däne Sieger. Auf der Gegenseite war es sein Vereinskollege von der SG Schalksmühle-Halver, Guntis Pilpuks, der mit Schwung in die Abwehrlücke der Dänen stieß und das 23:9 erzielte. Nachdem Jannick Green kurz zuvor einen Siebenmeter von Ingars Dude ?über das Tor geguckt? hatte, blieb er in der 47. Minute zweiter Sieger gegen Toms Lielais, der den zehnten Treffer der Gäste erzielte. Auf der Gegenseite fackelte Magdeburgs Jacob Bagersted nicht lange, setzte sich energisch am Kreis durch und stellte auf 24:10. Der 21-jährige Toms Lielais machte auf Seiten Lettlands ein starkes Spiel und erzielte in der 49. Minute seinen siebten Treffer. Einen Fehlpass von Guntis Pijpuks nutzte Anders Zachariassen zum nächsten Konter und für das 26:12 (50.). Trotz der einseitigen Partie hatten die Zuschauer in der ausverkauften Sydbank Arena ihren Spaß und bescherten den Akteuren beider Teams eine prächtige Stimmung.

Nach einer weiteren Parade bediente Jannick Green den enteilten Casper U. Mortensen mustergültig und der Linksaußen ließ Helmuts Tihanovs beim 27:13 (52.) keine Chance. Als Jannick Green im folgenden Angriff beim Siebenmeterwurf von Toms Lielais blitzschnell das linke Bein nach oben riss und so den Versuch vereitelte, gab es die ersten stehenden Ovationen. Nikolaj Jacobsen verteilte die Spielzeit auf alle Akteure, nur die Routiniers Hans Lindberg und Niklas Landin kamen lediglich bei Siebenmetern zu Kurzeinsätzen und sahen sich das Treiben auf dem Spielfeld entspannt von der Bank aus an.

Vier Minuten vor dem Ende traf Emils Kurzemnieks mit einem schönen Unterhandwurf zum 29:16, der Partystimmung in der Halle tat dies jedoch keinen Abbruch. Man merkte der dänischen Mannschaft die Spielfreude an und jeder der Akteure trug seinen Teil zum Handballfest gegen deutlich überforderte Letten bei. Mit einem Schlagwurf aus vollem Lauf traf Martin Larsen 30 Sekunden vor dem Abpfiff zum 33:16-Endstand. Das Publikum feierte seine Mannschaft mit stehenden Ovationen und den Spielern sah man die Freude über das endgültige Saisonende an. Zu den besten Spielern beider Teams wurden im Anschluss Jannick Green und Toms Lielais gewählt.

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Männer · Europameisterschaft · Saison 2016/2017
6. Spieltag · 18.06.2017 · 20:15 Uhr
Dänemark33:16
Lettland
· Zuschauer : 3395
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