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11.02.2018 18:36 Uhr - Champions League - Dominik Schreier

Niederlage gegen Szeged: 37 Gegentore sind für unkonzentrierte Rhein-Neckar Löwen zu viel

Auch acht Treffer von Mads Mensah Larsen reichten den Rhein-Neckar Löwen nichtAuch acht Treffer von Mads Mensah Larsen reichten den Rhein-Neckar Löwen nicht
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Fulminant war der Start der Rhein-Neckar Löwen nach der Pause für die Europameisterschaft, am Donnerstag gelang eine grandiose erste Halbzeit und ein Kantersieg gegen den TBV Lemgo. In der Champions League konnte der deutsche Meister allerdings an diese Leistung nicht anknüpfen. Die ersatzgeschwächt angereisten Gäste aus Szeged hielten sich trotz einer Durststrecke Mitte des ersten Abschnitts im Spiel und übernahmen Anfangd der zweiten Hälfte die Führung. Der Bundesligist machte zu viele Fehler in der Offensive und kassierte insgesamt 37 Gegentreffer, zu viel für einen oder gar zwei Punkte. Das 35:37 durch Patrick Groetzki rettete zumindest noch den Direktvergleich gegen den Konkurrenten, der in der Tabelle nur noch einen Platz und einen Punkt hinter den Löwen liegt. Diese stehen am nächsten Sonntag unter Erfolgsdruck gegen Kristianstad, wenn zumindest der vierte Platz verteidigt werden soll.

Vor 2.500 Zuschauern in der ausverkauften Ausweichhalle in St. Leon-Rot erwischten die Rhein-Neckar Löwen keinen guten Start - obschon nach einer ersten Parade von Mikael Appelgren durch Gudjon Valur Sigurdsson der erste Treffer auf der Seite der Gastgeber angeschrieben wurde. Bence Banhidi und Thiagus dos Santos drehten den Spielstand allerdings umgehend. Der nächste Treffer war kurios, der Gegenstoßpass für Patrick Groetzki war etwas lang geraten, der Außen fischte diesen aber noch kurz vor dem gegnerischen Kreis und bugsierte ihn nach Handwechsel am gegnerischen Torhüter vorbei.

Eine Initialzündung war aber auch dieser Treffer nicht, Ivan Srsen warf die Gäste wieder in Vorlage. Den Rhein-Neckar Löwen gelang zwar zunächst jeweils der Ausgleich, dann aber schlug Mario Sostaric doppelt zu: Erst nach glänzendem Pass von dos Santos und dann auf Kempa-Anspiel von Sebastian Skube. Nikolaj Jacobsen hatte genug gesehen, er nahm beim Stand von 4:6 die Auszeit. Zu unkonzentriert agierte seine Mannschaft, kein Vergleich zur Gala-Leistung des 23:4 in der ersten Halbzeit beim Bundesliga-Start gegen den TBV Lemgo. Dabei schienen die Verletzungssorgen der Ungarn dem Deutschen Meister eigentlich in die Karten zu spielen.

Nach dem Weckruf des Trainers schien dies auch der Fall zu sein. Die Deckung der Rhein-Neckar Löwen war nun mehrfach zur Stelle, dahinter trumpfte Appelgren auf und nach dem Ausgleich von Mads Mensah Larsen sorgte Hendrik Pekeler mit dem Treffer zum 7:6 für den Führungswechsel. Die Serie des Bundesligisten ging aber weiter: Ein Steal von Patrick Groetzki und ein Gegenstoß von Alexander Petersson, eine Parade von Appelgren sowie ein Ballgewinn von Appelgren jeweils mit Tempo von Mads Mensah Larsen genutzt - aus dem 4:6 war binnen sechs Minuten ein 10:6 geworden und die Rhein-Neckar Löwen schienen den Faden vom Spiel gegen Lemgo wiedergefunden zu haben.

Szeged hatte vergeblich versucht, den Lauf der Hausherren mit einer Auszeit zu unterbrechen. Allerdings stellte die variable Deckung die Rhein-Neckar Löwen immer wieder vor neue Aufgaben und diese fielen in der Folge wieder in alte Muster zurück: Gute Chancen wurden ausgelassen, Ballgewinne sowie eine Überzahlsituation blieben ungenutzt, viele Aktionen wirkten fahrig. Auch dank eines von Appelgren parierten Siebenmeters blieb es beim 14:10 und auch beim 17:13 noch bei der Vier-Tore-Führung. Doch Szeged nutzte erneut Unkonzentriertheiten, zwei Treffer halbierten den Abstand und so ging es lediglich mit einem 17:15 in die Kabinen.

Szeged schaffte direkt nach Wiederbeginn den Anschlusstreffer, die Partie verlor danach vollends den Faden. Ein Kempa-Treffer von Harald Reinkind zum 18:16 hatte bei den heimischen Fans für Jubel gesorgt, es folgte aber ein Doppelschlag der Ungarn zum 18:18. Die Rhein-Neckar Löwen agierten nun mit dem siebten Feldspieler, doch Szeged schien auf dieses Mittel vorbereitet. Die beiden Führungstreffer von Rafael Baena wurden umgehend beantwortet und beim 20:21 durch dos Santos war die Führung zu den Gästen gewechselt. Die Tore fielen am Fließband, in Schneller Mitte oder nach Ballverlust landete der Ball dabei mehrfach im verwaisten Tor des Bundesligisten - wie beim 23:24 durch Källman. Jacobsen beließ den Torhüter auf dem Parkett, Källman störte dies aber nicht, nach dem nächsten Fehler des Löwen sorgte er im Gegenstoß für das 23:25.

Nikolaj Jacobsen hatte genug gesehen und nahm die Auszeit, die Fehlerzahl beim Bundesligisten war zu hoch - und sollte es auch in der Folge bleiben. Nach dem Doppelschlag zum Ausgleich folgten umgehend zwei Gegentreffer zum 25:27, auch weil Szeged immer wieder die richtigen Entscheidungen traf und nicht nur die Fehler der Gastgeber konsequent bestrafte, sondern auch im Positionsangriff immer wieder Lösungen fand. Der Kreis blieb dabei eine wichtige Komponente, schmerzhaft für die Gastgeber waren aber immer wieder die Gegenstöße. Als Appelgren einen davon wegnahm und auf der Gegenseite Gedeon Guardiola im Nachwurf das 30:30 erzielte, war der Deutsche Meister zehn Minuten vor dem Ende aber wieder auf Augenhöhe.

Doch Flensburg fehlte die Konsequenz. Szeged hatte beim abgefälschten Wurf von Srsen das Glück auf seiner Seite, dann aber war es wieder ein Fehlpass der Löwen, der den Gästen in die Karten spielte. Im Angriff wurde über den Kreis ein Siebenmeter herausgeholt, diesen verwandelte Sigurmansson, der aus der gleichen Distanz auch den nächsten Löwen-Treffer beantwortete. Patrick Groetzki brachte beim 32:33 noch einmal den Anschluss, doch Szeged ließ sich das Heft nicht aus der Hand nehmen: Banhidi am Kreis und Thiagus aus dem Gegenstoß ließen den Abstand auf drei Tore anwachsen.

Die Löwen versuchten es fünf Minuten vor dem Ende noch einmal mit dem siebten Feldspieler, doch auch wenn der angesagte Kempa im nächsten Angriff gelang, Szeged war weder durch diese Maßnahme noch durch eine 3:3 oder wenig später auch komplett offene Deckung aus dem Tritt zu bringen. Skube mit dem 36:33 und Zhitnikov mit dem 37:34 ebneten den Weg zum Erfolg, mit dem letzten Treffer sorgte Patrick Groetzki aber dafür, dass trotz der 35:37-Niederlage zumindest noch der direkte Vergleich auf der Seite des Bundesligisten bleibt.

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Männer · Champions League · Saison 2017/2018
11. Spieltag · 11.02.2018 · 17:00 Uhr
Rhein-Neckar Löwen35:37
SC Szeged
SAP-Arena Mannheim · Zuschauer : 2000
Live als TV oder Internet-Stream auf sky (Pay-TV) -1

Spielfilm:
1:0 (1.), 1:2 (2.), 2:3 (4.), 3:4 (6.), 4:5 (8.), 5:6 (10.), 7:6 (12.), 8:6 (14.), 10:6 (15.), 11:7 (17.), 11:9 (19.), 12:9 (20.), 13:10 (22.), 14:11 (23.), 15:12 (25.), 16:13 (26.), 17:13 (28.), 17:14 (29.), 17:15 (HZ), 18:16 (31.), 18:18 (32.), 19:18 (33.), 20:19 (34.), 20:21 (35.), 21:22 (36.), 22:23 (38.), 23:24 (39.), 23:25 (40.), 25:25 (41.), 25:27 (43.), 26:28 (44.), 27:29 (46.), 28:30 (48.), 30:30 (50.), 30:32 (52.), 31:33 (53.), 32:34 (55.), 32:35 (56.), 33:36 (57.), 34:36 (58.), 34:37 (59.), 35:37 (EN)


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