21.04.2017 10:03 Uhr - Champions League - Nils Bastek, dpa

Europapokal kompakt: SG und THW Au├čenseiter - deutsches Final Four im EHF-Cup?

Ljubomir VranjesLjubomir Vranjes
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Der THW Kiel und die SG Flensburg-Handewitt stehen in der Champions League vor schweren Aufgaben. Beide starten nicht als Favoriten in ihre Viertelfinal-Hinspiele. Im EHF-Pokal k├Ânnte es dagegen zu einem historischen Durchmarsch der deutschen Clubs kommen.

Die ungewohnte Au├čenseiterrolle in der K├Ânigsklasse spornt die deutschen Spitzenclubs erst recht an. Der sorgengeplagte THW Kiel setzt vor dem Viertelfinale gegen den FC Barcelona auf seine Sieger-Mentalit├Ąt, die SG Flensburg-Handewitt baut gegen den mazedonischen Meister Vardar Skopje auf die Heimst├Ąrke. "Wenn man st├Ąndig unter Druck steht, so wie wir, kennt man solche Situationen", sagt Kiels Gesch├Ąftsf├╝hrer Thorsten Storm vor dem Hinspiel am Sonntag (17.30 Uhr/Sky).

Schon im deutschen Achtelfinal-Duell mit den Rhein-Neckar L├Âwen war den Kielern das Aus prognostiziert worden, doch die Mannschaft von Trainer Alfred Gislason schaffte es dank einer Energieleistung in die n├Ąchste Runde. Auch im Final Four um den deutschen Pokal "war Flensburg der Favorit", sagt Storm. "Und trotzdem ging der Pokal nach Kiel." ├ähnlich wie der FC Bayern M├╝nchen im Fu├čball verf├╝gt der THW in besonderen Spielen ├╝ber eine besondere Mentalit├Ąt. Die wird auch Flensburg am Samstag (17.30 Uhr) gegen Skopje ben├Âtigen. "Vardar war schon 2014 stark, jetzt ist dieser Gegner noch st├Ąrker", sagt SG-Coach Ljubomir Vranjes.

Damals hatte die SG die Mazedonier im Viertelfinale ausgeschaltet und zum bisher einzigen Mal den Einzug ins Final Four der Champions League geschafft. Aber wie auch Bar├ža besitzt Skopje gegen├╝ber seinem deutschen Kontrahenten einen m├Âglicherweise entscheidenden Vorteil: die geringere Belastung. Beide Clubs hatten als Gruppensieger das Achtelfinale der K├Ânigsklasse ├╝berspringen d├╝rfen. Zudem werden beide in ihren heimischen Ligen kaum gefordert. Dagegen strauchelt Kiel in der Bundesliga gerade bedenklich. Flensburg k├Ąmpft mit den L├Âwen um die Meisterschaft.

"Die Jungs gehen momentan wirklich auf dem Zahnfleisch", sagt Storm. "Bei Barca sieht die Sache anders aus. F├╝r die z├Ąhlt nur die Champions League." Zudem fehlt den Kielern gegen die Spanier ihr wohl wichtigster Spieler. Kapit├Ąn Domagoj Duvnjak f├Ąllt wegen einer Patellasehnenverletzung mehrere Monate aus. Der Kroate war schon im Achtelfinale gegen die L├Âwen der entscheidende Faktor seines Teams. Barcelona wird dagegen mit zahlreichen Weltklasse-Spielern wie dem Mazedonier Kiril Lazarov antreten k├Ânnen. "Von den Rahmenbedingungen her sind sie daher nat├╝rlich der Favorit", sagt Storm.

F├╝r die drei deutschen Clubs im EHF-Pokal eine Klasse tiefer ist die Ausgangssituation vor dem Viertelfinale dagegen grundlegend anders. Frisch Auf G├Âppingen ist als Gastgeber bereits f├╝r das Final Four Ende Mai qualifiziert. Die F├╝chse Berlin gehen als Favorit ins Hinspiel am Samstag (15.00 Uhr) bei Tatabanya KC aus Ungarn, der SC Magdeburg hat am Sonntag (18.00 Uhr) gute Chancen gegen den spanischen Club Helvetia Anaitasuna. Sollte auch die MT Melsungen bei St. Raphael in Frankreich am Samstag (20.45 Uhr) den Grundstein f├╝r ein Weiterkommen legen, k├Ânnte es zu einem historischen Durchmarsch kommen. Denn zwei deutsche Halbfinals w├Ąre ein Novum.



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