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01.08.2017 09:38 Uhr - Champions League - noa

Mikkel Hansen für Einführung der Shot-Clock und weniger Ermessensspielraum

Mikkel Hansen: "Als Spieler hast du manchmal das Gefühl, dass der Gegner für eine Ewigkeit spielen kann."Mikkel Hansen: "Als Spieler hast du manchmal das Gefühl, dass der Gegner für eine Ewigkeit spielen kann."
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Spielmacher Mikkel Hansen wünscht sich die Einführung einer Shot-Clock. Die aktuelle Sechs-Pass-Regel beim passiven Spiel sei aus seiner Sicht keine gute Lösung, auch diese eröffne zu viel Ermessensspielraum. Der Däne würde es bevorzugen, wenn ähnlich wie beim Basketball eine feste Uhrzeit für einen Angriff vorgegeben wäre und somit ein objektives Kriterium für das Zeitspiel bestünde.

In Dänemark ist eine neue Diskussion über die Regeln im Handball in Gang gekommen. Vor allem das passive Spiel wurde nun von Mikkel Hansen wieder ins Gespräch gebracht: "Als Spieler hast du manchmal das Gefühl, dass der Gegner für eine Ewigkeit spielen kann und der Arm der Schiedsrichter nicht nach oben geht", schilderte Hansen seine persönlichen Erfahrungen gegenüber TV2.

Im Podcast des dänischen TV-Sender erklärt Mikkel Hansen, dass er statt der vielen Ermessensentscheidungen im Handball durch Regeländerungen lieber einfachere Beurteilungen hätte. "Jeder, der es schon einmal probiert hat, die Rolle des Schiedsrichters einzunehmen, weiß, wie schwierig diese Arbeit ist", so Hansen. Als Beispiel nennt er das passive Spiel und nennt als Gegenbeispiel die Shotclock im Basketball, die nach 24 Sekunden die Angriffszeit automatisch beendet. "Ich bin ein großer Fan davon", so der Däne.

Weitere Spitzenspieler wie Gudjon Valur Sigurdsson äußerten sich bereits negativ über die jetzige Lage: "Auch die Regel mit den sechs Pässen hat nichts gebracht, jetzt dauert es sogar länger, bis abgepfiffen wird, weil immer wieder ein Freiwurf herausgeholt wird", so Sigurdsson. "Das Spiel wird so keinesfalls attraktiver. Ich frage mich manchmal, wer solche Regeln macht, während Ansätze wie die Shot-Clock blockiert werden. Da hätte man nach 35 Sekunden den Ball los und alles wäre klar", erklärte der Isländer im November auf handball-world.

Im Sommer 2016 wurde die Regelung zum passiven Spiel mit der Sechs-Pass-Regel vereinheitlicht. "Das passive Spiel bzw. das Zeitspiel ist die vielleicht subjektivste Regel, die es im Handball gibt", sagte bereits DHB-Schiedsrichterlehrwart Jürgen Rieber im vergangenen Sommer gegenüber handball-world. "Spielt eine Mannschaft einen Angriff über 50 Sekunden in den ersten zehn Spielminuten, juckt das niemanden - 50 Sekunden in den letzten zwei Minuten hingegen immer."

"Ich könnte noch einige weitere Regeln nennen", erklärt Mikkel Hansen, dass das Problem des großen Ermessensspielraums anstatt objektiver Kriterien aus seiner Sicht keineswegs nur beim passiven Spiel auftritt. Aus seiner Sicht könnte durch klarere Regelungen auch die Frustration der Spieler gesenkt werden. Und Hansen bringt auch noch eine weitere Neuerung ins Spiel, einen dritten Schiedsrichter - schließlich müssten die Unparteiischen neben dem Spielgeschehen noch so vieles andere im Auge haben, so dass dies eine Überlegung wert sei.

Der komplette Beitrag inkl. des Podcasts auf TV2

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Die neuen Regeln unter der Lupe - Folge 3: Das passive Spiel

Auf einen Blick: Die fünf Regeländerungen der IHF



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