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23.09.2017 19:03 Uhr - Champions League - Christian Ciemalla

Flensburg geht in Veszprem im zweiten Abschnitt mit vier Toren in Front, muss sich aber geschlagen geben

Trotz eines erneut starken Mattias Andersson und einer guten Leistung unterlag Flensburg am Ende knappTrotz eines erneut starken Mattias Andersson und einer guten Leistung unterlag Flensburg am Ende knapp
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Vizemeister SG Flensburg-Handewitt hat in der Champions League seine erste Saisonniederlage hinnehmen müssen. Die Norddeutschen verloren am Samstag beim Favoriten Telekom Veszprem mit 27:28 (14:15). Nach dem Auftaktsieg eine Woche zuvor gegen Dänemarks Meister Aalborg Handbold (30:27) fielen die Flensburger damit in der Tabelle der Gruppe B zurück. Noch nie haben die Flensburger aus Veszprem einen Punkt mitgenommen. Bester Flensburger Torschütze war Lasse Svan mit fünf Toren. Aufseiten der Ungarn traf Lekai (8) am häufigsten.

Keine 48 Stunden nach dem Bundesliga-Erfolg in Melsungen wartete auf die SG Flensburg-Handewitt in Veszprem das nächste Auswärtsspiel, diesmal in der Champions League und unter einem besonderen Vorzeichen. Denn an der Seitenlinie der Ungarn agiert seit diesem Sommer mit Ljubomir Vranjes der langjährige Trainer der Flensburger, der vor dem Spiel auch einräumte: "Das ist ein schon ein sehr emotionales Spiel." Seine Spieler hielten sich unterdessen nicht lange mit Sentimentalitäten auf: Blagotinsek, Nagy und Lekai sorgten für ein schnelles 3:0.

Flensburg tat sich schwer, Maik Machulla hatte zahlreiche Akteure auf das Feld beordert, die vor zwei Tagen in der Bundesliga wenig Spielanteile hatten. Der neue Rückraum benötigte einige Anlaufzeit, in der siebten Minute setzte Magnus Rod dann aber den ersehnten ersten Treffer. Auf der Gegenseite antwortete Blagotinsek, doch die Norddeutschen waren nun im Spiel. Der im nächsten Sommer nach Veszprem wechselnden Mahe lief sich zwar in der Deckung seines zukünftigen Clubs fest, traf aber dennoch. Es folgte eine Überzahl, die Svan mit einem sehenswerten Heber und Wanne mit einem Gegenstoß zum 4:4-Ausgleich nutzten.

Veszprem legte zwar erneut vor, doch das nächste Ausrufezeichen setzte wieder der Gast: Ein Siebenmeter von Rasmus Lauge krachte zwar an die Latte, doch den Abpraller pflückte und verwandelte Tobias Karlsson. Die Ungarn zeigten sich aber nur bedingt beeindruckt und legte weiter vor, zunächst durch Blagotinsek, in der Folge aber auch immer wieder durch den stark aufspielenden Mate Lekai. Flensburg hingegen haderte mit der Chancenverwertung, erst der Pfosten und später dann Alilovic verhinderten die erste Führung des Bundesligisten. Die SG hielt aber Schritt - auch weil Andersson mehrfach glänzend zur Stelle war.

Ein Doppelschlag von Lekai brachte den ungarischen Serienmeister beim 14:12 wieder mit zwei Toren in Vorlage, doch Flensburg hielt weiter den Anschluss - auch dank der vier Treffer des eingewechselten Mogensen und einer nun stabileren 6:0-Deckung. Den Anschlusstreffer erzielte Henrik Toft Hansen, auf der Gegenseite traf dann aber Tönnesen. Im Rückraum der SG war nun auch Holger Glandorf im Einsatz, der allerdings einen Pass in den Rücken der Mitspieler setzte. Der Arm der Schiedsrichter ging daraufhin hoch, das Zeichen für Glandorf, der den Ball zum 15:14 ins Netz setzte - zugleich der Pausenstand.

Nach Wiederbeginn rückte Mattias Andersson in den Mittelpunkt, gleich zweifach war er zur Stelle und ermöglichte so nicht nur Glandorfs Ausgleichstreffer zum 15:15 sondern auch die erste Führung: Hampus Wanne traf von Außen. Flensburg schien das Spiel in der Folge immer besser in den Griff zu bekommen. Andersson war in den Köpfen der gegnerischen Werfer, der ungarische Meister tat sich in der Offensive gegen die nun aggressivere Deckung des Bundesligisten schwer. Nagy gelang noch einmal der Ausgleich, doch wenig später stand ein 16:19 auf der Anzeigetafel und Ljubomir Vranjes sah sich bereits acht Minuten nach Wiederbeginn zur Auszeit gezwungen.

Die nun aggressivere Deckung der SG zog unterdessen die ersten Zeitstrafen nach sich. In Überzahl gelang Veszprem der nächste Treffer, als Nilsson nach einem Block von Karlsson den Abpraller verwandelte. Doch Flensburg hielt auch in Unterzahl dagegen, beispielsweise mit einem sehenswerten No-Look-Pass von Rasmus Lauge auf Henrik Toft Hansen. Ugalde antwortete auf der Gegenseite ebenso so sehenswert, doch die nun wieder kompletten Flensburger setzten sich dann weiter ab: Rasmus Lauge traf selbst und Lasse Svan belohnte sich für das Mitlaufen bei einem Gegenstoß, in dem er den Abpraller zum 22:18 einnetzte. Auf der Gegenseite war erneut Andersson zur Stelle, doch eine erneute Unterzahl stoppte den Lauf der Flensburger - auch wenn Andersson einen freien Konter der Hausherren entschärfte.

Veszprem kämpfte sich zurück in die Begegnung, musste sich gegen die weiterhin gut verschiebende Flensburger Deckung aber die Chancen hart erkämpfen. Zum Trumpf der Hausherren wurde aber die eigene Deckung, die ebenfalls gut stand - sowie eine konsequent genutzte Überzahlsituation, die nach dem 19:23 den Anschluss zum 22:23 bescherte und Flensburg zehn Minuten vor dem Ende zur Auszeit zwang. Mahe warf Flensburg von der Siebenmeterlinie noch einmal mit zwei Toren in Vorlage, doch in der Endphase schien Veszprem die größeren Kraftreserven zu haben. Nilsson und Lekai sorgten für den Ausgleich und nach einem Ballverlust sorgte Nagy mit dem Gegenstoß zum 25:24 für den Führungswechsel.

Die zwischenzeitlich recht ruhige Halle war längst wieder auf Betriebstemperatur und feierte nicht nur Treffer, sondern auch erfolgreiche Defensivaktionen, wie die von Cristian Ugalde, der mit einem Hechtsprung ein Flensburger Anspiel auf den Außen verhinderte. Flensburg gelang mit einem Durchbruch von Lauge dennoch der Auszeit, aber nun legte Veszprem wieder vor. Zentraler Akteur in den letzten Minuten war dabei wieder Lekai, der für das 26:25 und 27:26 sorgte. Als Mikler dann einen Wurf der Flensburger entschärfte und Nagy auf der Gegenseite im Durchbruch für das 28:26 sorgte, waren die Weichen gestellt. Lauge traf zwar zum 28:27, doch die letzte Minute lief bereits. Veszprem nahm einige Zeit von der Uhr, als Andersson dann den Ball zum letzten Angriff nach vorne brachte, blieb nur noch ein Verzweiflungswurf aus spitzem Winkel, den Mikler abwehrte und seinem Team so den Sieg sicherte.

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Männer · Champions League · Saison 2017/2018
2. Spieltag · 23.09.2017 · 17:30 Uhr
KC Veszprém28:27
SG Flensburg-H.
Sportzentrum Veszprem · Zuschauer : 5019
Live als TV oder Internet-Stream auf sky (Pay-TV) -1

Spielfilm:
1:0 (1.), 2:0 (2.), 3:0 (6.), 3:1 (7.), 4:1 (8.), 4:2 (9.), 4:3 (10.), 4:4 (11.), 5:4 (12.), 5:5 (13.), 6:5 (14.), 7:6 (16.), 8:7 (17.), 9:8 (19.), 10:9 (21.), 11:10 (23.), 12:11 (25.), 13:12 (26.), 14:13 (27.), 15:14 (28.), 15:14 (HZ), 15:16 (32.), 16:16 (34.), 16:17 (36.), 16:18 (37.), 16:19 (38.), 17:20 (40.), 18:21 (41.), 18:22 (42.), 19:22 (45.), 19:23 (46.), 20:23 (47.), 22:23 (50.), 22:24 (51.), 25:24 (53.), 25:25 (55.), 26:26 (56.), 27:26 (57.), 28:26 (58.), 28:27 (59.), 28:27 (EN)

Torschützen: Lékai (9), Nagy (8), Blagotinsek (3), Ugalde García (2), Nilsson (2), Sulic (1), Ilic (1), Marguc (1), Tönnesen (1),
Siebenmeter:0 / 0
Zeitstrafen:1
Rot:
Torschützen: Wanne (5), Mogensen (4), Svan (4), Toft Hansen (4), Lauge Schmidt (3), Glandorf (2), Mahé (2/1), Rød (2), Karlsson (1),
Siebenmeter:1/2
Zeitstrafen:4
Rot:

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