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12.01.2018 15:26 Uhr - 3. Liga West - Jenny Seidel, red

"Man muss ein paar Varianten ins Spiel einbauen": Stefan Neff im Interview

Stefan NeffStefan Neff
Quelle: Jenny Seidel
Die SG Schalksmühle-Halver befindet sich derzeit auf dem sechsten Tabellenplatz der Dritten Liga West und konnte bisher 19 Punkte für sich verbuchen. Stefan Neff, Trainer der SG Schalksmühle-Halver lässt im Interview die erste Saisonhälfte Revue passieren, spricht darüber was schon gut und was weniger gut lief und blickt auf die kommende Aufgabe voraus...

Die Hinrunde der Saison 2017/2018 liegt hinter der SG Schalksmühle-Halver. Konntest Du in den trainingsfreien Tagen über Weihnachten die 15 Spiele Revue passieren lassen?

Stefan Neff:
Natürlich konnte ich das, wobei ich im diesen Jahr die Zeit auch genutzt habe um ein wenig Handball in der ersten und zweiten Bundesliga zu schauen, deren Hinrunde ja über die Weihnachtstage hinaus läuft. Wir haben uns aber auch mit unseren vergangenen 15 Spielen auseinander gesetzt, dieses Jahr ein wenig mehr über die guten Phasen der Hinrunde, da sie ja überwiegt haben. Dennoch werden wir schauen, wie wir die guten Phasen noch erweitern können. Die Pause war für uns alle sehr gut, aber ich bin auch froh, dass es jetzt wieder weiter geht.

Das (schwere) Startprogramm in die Saison ist gleich zu setzen wie das der letzten Saison. Longerich, Gummersbach, Krefeld, Dormagen - zwei Auftaktsiege, gefolgt von zwei Niederlagen.

Stefan Neff:
Vom Programm her war es sehr ähnlich, die Aufgaben sind gleich ungewiss ein Stück weit, denn nach der Winterpause, werden sowohl Longerich als auch wir nicht wissen, wo wir derzeit stehen, mit was für einer Form wir starten, ob sich die Arbeit ausgezahlt hat, die wir geleistet haben oder braucht es doch erst wieder ein, zwei Spiele. Fakt ist jedoch, dass es für uns wichtige Spiele sind, gerade das erste Spiel gegen den punktgleichen Gast aus der Domstadt. Wir sind uns der Schwere der Aufgaben bewusst, aber der Fokus liegt derzeit erst mal nur auf Longerich bevor es dann an die nächsten Spiele geht.

In unserem Gespräch im August hast Du angegeben, dass Du Dir für die Saison 17/18 eine spielerische Weiterentwicklung erhoffst. Ist diese Deiner Meinung nach eingetreten?

Stefan Neff:
Absolut! Ich glaube, das ist auch immer an Ergebnissen fest zu machen. Wir haben äußerst gut gepunktet. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir in spielerisch einen Schritt nach vorne gemacht haben.

"Es gibt genug Anlass positiv in die Saison zu gehen und ich hoffe natürlich, dass von der Punkteausbeute ein Steigerungspotential nach oben vorhanden ist", war ebenfalls eine Aussage von Dir kurz vor Saisonstart. Mit dem Rückblick auf die Hinrunde: war für Dich der Einstieg in die Saison positiv und die Punkteausbeute zufriedenstellend?

Stefan Neff:
Ich glaube, man darf auch mal sagen, dass man zufrieden ist. Das tue ich persönlich äußerst selten, aber wir haben gerade mal eine Halbserie gespielt, das heißt die Punkteausbeute wird nicht nach der Hinrunde bewertet, sondern erst nach der ganzen Saison, von daher kann man positiv ein Zwischenfazit ziehen und es geht in die richtige Richtung. Natürlich gibt es auch wieder Spiele, wo man sagt, die Punkte hätten wir auch gerne noch geholt, hätten wir hier und da ein wenig besser gespielt, wäre es auch möglich gewesen. Auf der anderen Seite haben wir aber auch viele knappe Spiele gewonnen, sodass wir am Ende der Hinrunde sagen müssen, dass die Ausbeute für uns so absolut in Ordnung ist.

Wenn man noch einmal auf die letzte Saison blickt: dort gelang erst am 6. Spieltag der erste Sieg der Saison, der erste Heimsieg musste bis Mitte November (10. Spieltag) warten - anders in diesem Jahr, wo man bis zum 10. Spieltag bereits 7 Siege verbuchen kann. Oftmals wird man in den Vorberichten der gegnerischen Mannschaften als Favorit gehandelt. Wie gehst Du / ihr im Team mit dieser Rolle um? Ist die Favoritenrolle ein Thema?

Stefan Neff:
Wir thematisieren das nicht, aber das ist ja auch immer ein Stück Wertschätzung der Arbeit, die man hier leistet und von daher würde ich das eher als positive Begleiterscheinung sehen, dass man uns Ernst nimmt. Meiner Meinung nach hat uns der TuS Ferndorf als Tabellenführer im letzten Spiel der Hinrunde sehr ernst genommen. Sie haben 60 Minuten lang nochmal alles aus sich heraus geholt und das sehe ich als Anerkennung an unsere Arbeit. Mit dem ernst genommen werden müssen wir uns befassen, da wollten wir hin und da wollen wir hin und wollen uns das auch aufrecht erhalten. Gerne darf jede Mannschaft vor uns Respekt haben und jede Mannschaft die möchte darf uns die Favoritenrolle zuspielen. Am Ende steht man sich auf dem Spielfeld gegenüber und es spielt gar keine Rolle mehr, ob man Favorit ist oder nicht, denn die Leistung wird am Ende entscheiden, wer das Spiel gewinnt oder nicht.

Gab es dennoch ein Spiel in der Hinrunde, welches Dir / Euch (zusammen mit Co-Trainer Hans-Peter) als Lehrmaterial dienen wird? Was lief wann/wo noch nicht optimal?

Stefan Neff:
Ja, absolut das Ferndorf Spiel. Da haben wir gesehen, wenn man irgendwann mal oben angreifen will, was noch fehlt und das sind noch einige Schritte. Das Spieltempo von Ferndorf war einfach grandios, ebenso die Abwehrarbeit. Das haben wir als Lehrmaterial bewertet und haben unsere Ansätze darauf bezogen. Das wird sicherlich nicht von heute auf morgen direkt besser werden, aber das war schon ein Spiel, wo man sagen muss, dass Ferndorf gezeigt hat, was es bedeutet, eine Spitzenmannschaft zu sein.

Und im Gegenzug: Mit welchem Spiel würdest Du die Halveraner und Schalksmühler aufmerksam auf die Heimspiele machen und in die Halle locken?

Stefan Neff:
Da gab es sicherlich einige, womit wir Werbung für den Handball in Halver und Schalksmühle betrieben haben. Es gab viele Auswärtsspiele, es gab viele Heimspiele, die wir erfolgreich gestaltet haben, es gab einen Derbysieg gegen den TuS Volmetal, wo ich glaube, dass dies ein guter Tag für den Handball allgemein war. Die Halle war voll, die Stimmung war gut, es war eine spannende Partie, es gab viele spektakuläre Szenen, Zeitstrafen, Tore - das war wirklich ein super Derbyfight und ich glaube, wer an diesem Tag in der Halle war, hat vielleicht nicht den aller allerschönsten Handball gesehen, aber hat das gesehen, was Handball aus macht. Wer an diesem Abend da war, wird sicherlich auch wieder kommen.

Werden die Schwerpunkte im Training / in der Vorbereitung in der Rückrunde andere sein als in der Hinrunde? Wo siehst Du noch Verbesserungspotential?

Stefan Neff:
Wir sind jetzt ein halbes Jahr weiter als zu Saisonbeginn und haben mittlerweile eine andere Basis gefunden, wo man auf manchen Dingen ganz anders aufbauen kann als es vor ein paar Monaten noch der Fall war. Man muss ein paar Varianten ins Spiel wieder einbauen, damit man nicht zu ausrechenbar wird, man muss aber auch auf die Entwicklung der einzelnen Spieler schauen. Da gibt es auf jeden Fall Unterschiede zum Beginn der Saison. Man wird es als Spieler nicht in jeder Trainingseinheit spüren, denn der Trainingsaufbau an sich verändert sich nicht, aber die Inhalte werden punktuell auch mal anders sein.

"Same procedure as last year" - zum Rückrundenauftakt erwarten wir den Longericher SC in der Sporthalle an der Mühlenstraße in Halver. Bleibt das "Motto" des letzten Jahres ("Longerich können wir") auch für diesen Auftakt bestehen?

Stefan Neff:
Wenn wir das Hinspiel nehmen auf jeden Fall, da wir dieses enge Spiel am Ende für uns entscheiden konnten. Jedoch ist uns der Rückrundenstart im letzten Jahr gegen Longerich nicht gelungen und das wollen wir in diesem Jahr eindeutig besser machen. Aber nochmal: Longerich ist ein knallharter Gegner, die auch darauf brennen werden, die Hinspielniederlage wett machen zu wollen. Über den Ausgang des Spiels kann ich heute noch gar nichts sagen. Jeder muss erst mal schauen, wo er steht. Wir haben keine Angst vor der Aufgabe, denn wir haben oft genug gegen den LSC gepunktet in der Vergangenheit und werden das Spiel frohen Mutes angehen.

Aber das Hinspiel im August war schon sehr Nervenaufreibend, als Lutz Weßeling nach Ablauf der Spielzeit den Siebenmeter im gegnerischen Gehäuse unter brachte und damit der SGSH die zwei Punkte sicherte.

Stefan Neff:
"Dieser Sieg war der emotionale Höhepunkt der gesamten Hinrunde, glaube ich, denn wir lagen in der ersten Halbzeit schon hoch zurück. Nach einer Vorbereitung, die wir wirklich gut gespielt haben, liefern wir zum Saisonstart eine schlechte Leistung ab. Da war jeder von uns die ersten 30 Minuten geschockt. Über viel, viel Kampf haben wir dieses Spiel jedoch noch gedreht und haben uns riesig gefreut. Das war schon eine Art Dosenöffner für unsere Hinrunde, weil wir auch wussten, dass wenn wir einmal nicht einen guten Tag haben, wo alles weniger rund läuft, wir die Qualität haben, ein solches noch Spiel zu gewinnen.

Die SGSH und der Longericher SC sind Punktgleich in die Winterpause gegangen. Die Kölner werden nach der Niederlage im Hinspiel wieder mit Respekt zu uns anreisen. Wie siehst Du die Ausgangslage für den Rückrundenauftakt?

Stefan Neff:
Fifty Fifty. Vor der Arbeit des Longericher SC habe ich viel Respekt. Es ist ein kleiner Verein in einer großen Stadt. Sie haben einen guten Zusammenhalt im gesamten Team, sie versuchen immer über viel Power und Willen ihre Siege einzufahren. Das haben sie in den letzten zwei Jahren in großer Regelmäßigkeit getan. Wir kommen da eher aus eine anderen Situation und mussten uns unsere jetzige Position erst erarbeiten und sind dort nun angekommen. Ich hoffe, dass die Halle am Samstag voll sein wird und der Ausgangslage auch gerecht wird und wir hinterher ein wenig vom Heimvorteil zehren können.

Und mit Blick auf die weiteren Spiele im Januar? Wir treten auswärts in Gummersbach an, ehe die HSG Krefeld zu Gast im Sauerland ist.

Stefan Neff:
Alles ist immer wieder offen. Es gibt wieder nur zu sagen, dass jedes Spiel bei Null beginnt. Das Hinspiel gegen Gummersbach haben wir klar dominiert, das Rückspiel wird dagegen ein ganz anderes Spiel werden. Krefeld ist dann in zwei Wochen zu Gast bei uns. Im Hinspiel haben wir unsere erste Niederlage der Saison kassiert, da wir dort einige Dinge taktisch nicht gut gemacht haben. Dort sehen wir Potential nach oben. So wird es Spiel für Spiel gehen, dass man versucht sich auf ein hohes Level zu pushen, man aber nie weiß, was der Tag so wirklich bringen wird.

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