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17.08.2017 20:10 Uhr - 3. Liga Nord - PM HSV Norderstedt, red

Paukenschlag: HSV Norderstedt zieht sich aus 3. Liga zurück

Letztes Jahr wurde der HSV Norderstedt (damaliger Name HSG Norderstedt/Henstedt.Ulzburg) Vizemeister in der 3. Liga und verpasste den Aufstieg in der Relegation. Jetzt muss sich der Verein aus dem aktuellen Spielbetrieb zurückziehen.Letztes Jahr wurde der HSV Norderstedt (damaliger Name HSG Norderstedt/Henstedt.Ulzburg) Vizemeister in der 3. Liga und verpasste den Aufstieg in der Relegation. Jetzt muss sich der Verein aus dem aktuellen Spielbetrieb zurückziehen.
Quelle: HSG
Es ist eine unerwartete wie plötzliche Kehrtwende. Der Drittligist HSV Norderstedt sieht sich dazu gezwungen, die 1. Herrenmannschaft aus dem beginnenden Spielbetrieb der 3. Liga Nord zurückzuziehen. Grund dafür sind fehlende Sponsoren-Einnahmen im Wert von über 150.000 Euro.

Der HSV Norderstedt wird nicht in der Nordstaffel der 3. Liga an den Start gehen, das bestätigte der Club heute gegenüber handball-world. Weil ein Hauptsponsor die bis zum 1. Juli 2017 vereinbarte Summe von 150.000 Euro nicht an den Verein überwiesen habe, mussten die Verantwortlichen des Klubs eigener Aussage zu Folge handeln.

"Nach nun sechs Wochen müssen wir feststellen, dass uns die Geldsumme trotz mehrfacher Zusage nicht bezahlt wurde. Der Dialog lässt heute leider nur den einen Rückschluss zu, dass die Einforderung der Geldsumme kurzfristig nicht realisierbar ist", vermeldete der geschäftsführerende Vorstand um Olaf Knüppel, Joachim Jakstat und Dr. Holger Liekefett.

Aus dieser Erkenntnis zog der Vorstand weitreichende Konsequenzen:. "Dieses führt jetzt dazu, dass wir unseren Zahlungsverpflichtungen in der Zukunft nicht seriös nachkommen können. Aus diesem Grund haben sich der geschäftsführende Vorstand und der Wirtschaftsrat nach rechtlicher Beratung schweren Herzens dazu entschlossen, jetzt die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden, um weiteren Schaden abzuwenden."

Der HSV Norderstedt ist der Lizenznachfolger der HSG Norderstedt/Henstedt-Ulzburg. Bereits zur Saison 2016/2017 zog sich der SV Henstedt-Ulzburg aus der 2. Bundesliga zurück und wollte dann gemeinsam mit dem HSV Norderstedt einen Neuanfang in der 3. Liga Nord starten. Die Spielgemeinschaft wurde Vizemeister in der 3. Liga Nord, verpasste in der Aufstiegsrelegation aber den Sprung in die Zweitklassigkeit.

Wie bereits im Laufe der vergangenen Saison kommuniziert, zog sich der SV Henstedt-Ulzburg in diesem Sommer aus der Spielgemeinschaft zurück, der HSV Norderstedt wollte alleine und unter dem neuen Namen "Hamburg Metropolitans" an den Start gehen. Doch das Vorhaben verzögerte sich (wir berichteten) , die Lizenz wurde als HSV Norderstedt beantragt.

In der Vorbereitung auf die neue Saison wurden bereits zahlreiche Testspiele bestritten, zuletzt gab es am Dienstag ein 26:26 gegen den VfL Fredenbeck. Am Samstag stand eigentlich das Erstrundenturnier im DHB-Pokal an, der HSV Norderstedt hätte in Hildesheim gegen den Leichlinger TV antreten müssen - dieser erreicht nun kampflos das Finale. Am 25. August beginnt die Saison in der 3 Liga Nord, die Partie der Norderstedter gegen die TSV Burgdorf II wird allerdings nicht stattfinden.

Die Pressemitteilung des geschäftsführenden Vorstands des HSV Norderstedt im Wortlaut

Mit großem Bedauern müssen wir Ihnen mitteilen, dass der HSV Norderstedt von 2015 e.V. seine 1.Herrenmannschaft vom Spielbetrieb der 3.Liga Nord des DHB mit sofortiger Wirkung abmeldet.

Zur Begründung: Mit Planung der Saison 2017/2018 seit Frühjahr konnten wir durch Sport-Sponsoren einen Etat von ca. 450.000 Euro zusammenstellen. Dementsprechend haben wir die Saison budgetiert und auch Spieler wie Trainer und weiteres Personal eingestellt. Vertraglich wurden Sponsorenzahlungen geregelt.

Erfreulicherweise konnte ein Hauptsponsor mit einer Sponsoring-Summe über 150.000 EUR gewonnen werden. Mit diesem war vereinbart, die Summe zum 1.7.2017 in Rechnung zu stellen. Nach nun sechs Wochen müssen wir feststellen, dass uns die Geldsumme trotz mehrfacher Zusage nicht bezahlt wurde. Der Dialog lässt heute leider nur den einen Rückschluss zu, dass die Einforderung der Geldsumme kurzfristig nicht realisierbar ist.

Dieses führt jetzt dazu, dass wir unseren Zahlungsverpflichtungen in der Zukunft nicht seriös nachkommen können. Aus diesem Grund haben sich der geschäftsführende Vorstand und der Wirtschaftsrat nach rechtlicher Beratung schweren Herzens dazu entschlossen, jetzt die Mannschaft vom Spielbetrieb abzumelden, um weiteren Schaden abzuwenden.

Mit den sich daraus ergebenden sozialen Härten für den Trainer und die Spieler haben sich der Vorstand und Wirtschaftsrat intensiv auseinandergesetzt. Es ist das klare Bestreben, negative Auswirkungen für den Trainer und die Spieler so gering wie möglich zu halten und alternative Lösungen umzusetzen. Besonders leid tut uns die Entwicklung für unsere Anhänger und Unterstützer, die in den letzten Jahren gemeinsam mit uns so manches Auf und Ab durchgestanden haben.


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