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06.05.2016 14:55 Uhr - 3. Liga Ost - glg

Fürstenfeldbruck-Trainer: "Vereine wie wir sind in der 2. Liga nicht erwünscht"

Der TuS Fürstenfeldbruck hat seine beste Saison seit langem gespielt. Nachdem der Verein letztes Jahr noch fast abgestiegen wäre, mussten sich die Südbayern 2015/16 eher über einen eventuellen Aufstieg Sorgen machen. Doch dieses Vorhaben wurde trotz des 2. Tabellenplatz verworfen und wird so bald wohl auch nicht wieder aufgenommen.

Vater des Erfolgs ist Trainer Martin Wild. Der hauptberufliche Sportlehrer wurde für seine Arbeit mit einem großen Interview in der Süddeutschen Zeitung belohnt. Dabei erklärte er unter anderem sein Erfolgsrezept: „Wir haben uns konditionelle Vorteile erarbeitet, spielen eine sehr ekelige Abwehr mit viel Laufbereitschaft, bereiten uns sehr intensiv auf die Spiele vor, hatten diese Saison ein überragendes Torhüter-Duo und der Rest ist Teamgeist, Teamgeist, Teamgeist.“

So gelang es Fürstenfeldbruck in der 3. Liga Ost Teams hinter sich zu lassen, die nach Wilds Angaben einen deutlich größeren Etat hatten. Der Trainer gab aber auch zu, dass das geringe Budget größere Sprünge verbietet: „Wir haben de facto momentan nicht die finanziellen Voraussetzungen für Zweitliga-Handball. Der niedrigste Etat in der zweiten Liga liegt meines Wissens nach bei mehr als 500 000 Euro, davon sind wir meilenweit entfernt“, sagte er der SZ.

Folglich reichte sein Verein die Lizenz für die zweite Liga gar nicht erst ein. Die Auflagen für den Aufstieg sieht Wild als zu hoch an: „Der Sprung wird ganz bewusst so groß gehalten, dass es wirklich nur Teams mit den finanziellen Möglichkeiten schaffen. Wir, also Vereine wie Fürstenfeldbruck, sind dort nicht sonderlich erwünscht.“

Wild weiß selbst nicht, ob sein Team nochmal die Gelegenheit haben wird, in Relegationsspiele um den Aufstieg zu kämpfen. Die Wehmut ist daher verständlich. „Ein, zwei, drei Jahre dritte Liga ist etwas Besonderes, das geht mit Enthusiasmus und Leidenschaft. Aber wenn es zur Normalität wird, dann muss das auch finanziell ausgeglichen werden.“ Ob das im Münchener Großraum, wo sich fast das Gesamte Sponsoring auf den Fußball konzentriert, möglich ist, bleibt fraglich.

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