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18.06.2017 12:54 Uhr - 3. Liga Ost - PM SG Leutershausen, red

Ulrich Roth zur Drittliga-Einteilung: "Ein untragbarer Zustand, der in der Zukunft geändert werden sollte"

Die SG Leutershausen musste trotz 32 gesammelter Punkte den Gang in die 3. Liga antreten. Gewünschte Derbys bleiben in der Oststaffel aus.Die SG Leutershausen musste trotz 32 gesammelter Punkte den Gang in die 3. Liga antreten. Gewünschte Derbys bleiben in der Oststaffel aus.
Quelle: SGL
Bereits zu Beginn dieser Woche äußerte Ulrich Roth, sportlicher Leiter der SG Leutershausen, über die Staffeleinteilung in der 3. Liga. Für den Verein sei die Einteilung in die 3. Liga Ost aus sportlicher und wirtschaftlicher Sicht "eine große Katastrophe". In einem offiziellen Statement äußerte sich Roth nun noch einmal ausführlich zu der Entscheidung des DHB und appellierte auf eine zukünftige Besserung dieser Vorgehensweise.

Die Meldung der SG Leutershausen im Wortlaut

Offizielles Statement von Ulrich Roth, Sportlicher Leiter, zur Einteilung der SG Leutershausen in die Dritte Liga Ost: "Wir als die SG Leutershausen sind ja leider mit sagenhaften 32 Punkten aus der Zweiten Liga abgestiegen, ich kann der Mannschaft nur nochmal ein Kompliment machen. Das ist unter Drittliga-Bedingungen geschehen - der Abstieg war bitter genug. Aber was jetzt mit der Zuteilung in die Dritte Liga Ost passiert ist, das ist für uns wirtschaftlich und sportlich ein absolutes Desaster - und auch für unsere Fankultur hier im Süden alles andere als positiv. In der Vergangenheit hatten wir im Süden acht Derbys innerhalb von 80 Kilometern, darauf hatten wir uns vorbereitet und gefreut. Im Süden hatten wir 1500 Kilometer zu fahren, nun müssen wir im Osten 3500 Kilometer zurücklegen und bei Mannschaften spielen, die sowohl uns, als auch unseren Fans unbekannt sind."



"Das hat nichts mit der Qualität und dem Respekt vor der Oststaffel zu tun, sondern damit, dass wir auch Spieler weiterverpflichten wollten. Mit der Südstaffel konnte man die Attraktivität mit den Derbys und vollen Hallen genießen - und nun haben wir mit Mannschaften zu tun, die wir nicht einmal kennen. Das meine ich nicht despektierlich, aber das ist für uns und auch unseren Nachbarverein aus Großsachsen eine absolute Katastrophe. Wirtschaftlich bedeutet das für uns ein Drittel mehr Fahrt-, Betriebs- und Spielkosten. Dazu reduzieren sich die Zuschauer-Einnahmen mindestens um die Hälfte - das ist natürlich ein Desaster, mit dem wir rechnen müssen. Bei allem Respekt: Wenn dann Mannschaften wie Magdeburg II, Coburg II oder Erlangen II nach Leutershausen kommen, wird es die Menschen hier automatisch nicht so interessieren, als wenn es Nußloch, Oftersheim, Haßloch, Hochdorf, Kronau, Horkheim oder Pforzheim wäre. Deshalb ist das für uns ganz schwer nachvollziehbar. Wir werden die Entscheidung so akzeptieren müssen, aber sie wird uns wirtschaftlich treffen und unsere Mannschaftsplanung beeinträchtigen. Das hat uns jegliche Motivation und jeden Spaß genommen."

"Ich prangere an, dass der Deutsche Handball-Bund uns als Verein weder im Vorfeld noch nach der Entscheidung informiert hat. Das Resultat findet man dann auf der DHB-Website wieder - das ist für mich ein untragbarer Zustand, dass man sich nicht einmal mehr mit den Vereinen auseinandersetzt und darüber redet, wenn es solche Ausmaße annimmt. Ich finde, dass man mit dieser Entscheidung - ohne mit den Vereinen darüber zu reden - einfach voraussetzt, dass die Teams das respektieren und akzeptieren. Das müssen wir am Ende auch, denn es gibt keine Einspruchs-Möglichkeit."

"Aber ich glaube, dass man damit den Handball in Leutershausen und vielleicht auch in Großsachsen tot macht, weil man die Attraktivität der Dritten Liga für uns genommen hat und weil wir wirtschaftlich ins Schlingern geraten könnten. Aber der schlimmste Punkt ist, dass man unseren Fans - den Dauerkartenbesitzern - jegliche Motivation nimmt. So ist das jetzt, wir müssen das so hinnehmen. Ich will auch nicht zu viel jammern, sondern nur zum Ausdruck bringen, dass ich es sehr bedauernd finde, dass es vom DHB einfach entschieden wird, ohne mit den Vereinen im Austausch zu sein. Das ist für mich ein untragbarer Zustand, der in der Zukunft geändert werden sollte."

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