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18.06.2017 08:42 Uhr - 2. Bundesliga - Ralph Bilek, red

Coburgs Jan Gorr: Direkte Wiederaufstieg "wäre eine tolle Sache"

Jan GorrJan Gorr
Quelle: Jenny Seidel
HSC-Coach Jan Gorr steht vor einer unruhigen Sommerpause und blickt schon auf die kommende Saison. Da stehen vier Doppelspieltage an. Die zweite Mannschaft spielt wieder in der 3. Liga Ost und steht vor einem "kleinen" Derby.

Nach der Saison ist vor der Saison - das gilt auch für Jan Gorr, den Trainer des HSC 2000 Coburg. So richtig Ruhe und Urlaub hat er in den nächsten Wochen nicht. Aber auch seine Spieler wurden jeder mit einem an die individuellen Bedürfnisse angepassten Trainingsplan in die kurze Sommerpause geschickt, denn bereits am 10. Juli ist wieder Trainingsauftakt für die Zweitligasaison. "Die vierwöchige Pause ist wichtig, aber es ist ebenso wichtig sich auch in der spielfreien Zeit nach der Saison professionell zu verhalten, sich fit zu halten. Das ist sozusagen Körperpflege für die neue Spielzeit", hat Gorr seinem Team mit auf den Weg gegeben.

Frühzeitig warnt er davor, das kommende Spieljahr auf die leichte Schulter zu nehmen: "Es wäre fahrlässig mit zu wenig Respekt in diese Zweitligasaison zu gehen. Natürlich wollen wir gerne wieder zurück, aber unser Ziel sind die Top vier." Der direkte Wiederaufstieg "wäre eine tolle Sache, aber die 2. Liga ist zu eng und hat inzwischen eine sehr hohe Leistungsdichte".

Gorr verweist auf einige Beispiele in den letzten Jahren, in denen Absteiger eine Klasse tiefer große Probleme bekommen haben. "Da muss aufgepasst werden, dass man sich plötzlich nicht in Tabellenregionen wiederfindet, wo man gar nicht hin möchte." Auch HSC-Vorstandssprecher Stefan Apfel rät zur Vorsicht: "Natürlich müssen wir Lehren aus der abgelaufenen Saison ziehen, es hat aber Spaß gemacht in der ersten Liga zu spielen. Irgendwann wollen wir gestärkt zurückkommen. Ob das schon kommende Saison mit der veränderten Aufstiegsregelung ist, muss erst einmal offen bleiben."

Denn ab der kommenden Spielzeit steigen nur zwei Teams aus der ersten Liga ab und zwei aus der zweiten Liga auf. Eine angedachte Relegation zwischen dem drittletzten der ersten Liga und dem Dritten der zweiten Liga wurde auch aus terminlichen Gründen verworfen.

Quasi in letzter Sekunde am letzten Spieltag wurde in der abgelaufenen Spielzeit über den dritten Aufsteiger und den vierten Absteiger in Liga zwei entschieden, 32:44 Punkte reichten Neuling SG Leutershausen nicht zum Ligaverbleib, lange zitterten fast zwei Drittel der Liga um den Klassenerhalt. Neben Leutershausen mussten TuS Ferndorf, der TV Neuhausen und der HC Empor Rostock in die dritte Liga. Aufgestiegen sind die Meister der 3. Liga Ost, HC Elbflorenz, und der 3. Liga West, Neusser HV, die nach Meinung von Gorr "beide für Überraschungspotenzial bürgen und sich durchaus ambitioniert platzieren können".

Neuss ist mit 59:1 Punkten aufgestiegen. Da die Meister der 3. Liga Nord, TSV Altenholz, und der 3. Liga Süd, SG Nußloch, auf ihr Aufstiegsrecht verzichteten, wurden in einer Relegationsrunde zwei weitere Aufsteiger unter den Tabellenzweiten ermittelt. Durchgesetzt haben sich Eintracht Hildesheim und der VfL Eintracht Hagen, beides Rückkehrer in die zweite Liga.

Neben dem souveränen Meister TuS Nettelstedt-Lübbecke haben die TSG Friesenheim und der TV Hüttenberg am letzten Spieltag den Aufstieg klar gemacht und ersetzen dort den HSC, HBW Balingen-Weilstetten und den Bergischen HC. Den Hüttenbergern ist mit dem Durchmarsch aus der dritten Liga dabei ein ganz besonderes Kunststück gelungen. "Das ist alles andere als selbstverständlich und es hat mich sehr gefreut. Die hochklassige Jugendarbeit bei meinem ehemaligen Verein sollte beispielhaft für andere sein und nun hat man sich dafür belohnt."

Neuerliche Duelle wie im Pokal 2015 wird es für den HSC-Coach mit seinem Ex-Verein somit erst einmal nicht geben, dafür warten auf jeden Fall zwei heiße, fränkische Derbys. Denn die DJK Rimpar Wölfe verspielten am letzten Spieltag mit einer Niederlage in Bad Schwartau ihre Aufstiegsoption. "Schadenfreude kommt bei mir da auf keinen Fall auf. Erste Liga ist ein Monstererlebnis für jeden, dass hätte ich auch den "Wölfen" gegönnt", freut sich Gorr jetzt dennoch auf die Möglichkeit, die schwache Ausbeute gegen Rimpar in der kommenden Saison etwas aufzumöbeln.

Für die steht der Rahmenterminplan bereits fest. Eine Woche nach der 1. Runde um den DHB-Pokal (19./20. August) startet die zweite Liga (26./27. August). Bis zum 3. Juni 2018 hat jedes Team 38 Spiele zu absolvieren, wobei im Januar aufgrund der Europameisterschaftin Kroatien, bei der die DHB-Auswahl Titelverteidiger ist, eine Punktspielpause eingelegt wird. Die Hinrunde endet am 22./23. Dezember. Danach wird am zweiten Weihnachtsfeiertag noch eine Rückrundenpartie ausgetragen. Weiter geht es am 10./11. Februar 2018. Um alle Partien unterzukriegen, wird es insgesamt vier sogenannte Doppelspieltage geben, zwei in der Hinrunde (15. und 17. September, 10. und 12. November), zwei in der Rückrunde (23. und 25. Februar, 20. und 22. April). Dabei wird am Freitag und gleich darauf am Sonntag gespielt.

"Das sind hochinteressante Phasen in der Saison und da hofft man schon ein bisschen darauf, dass es der Spielplan gut mit einem meint." Jan Gorr weiß, wovon er spricht. In der Aufstiegssaison musste Coburg an einem Freitag in Saarlouis antreten und hatte dann 36 Stunden nach der Rückkehr Rimpar zu Gast. Das sind dann schon ganz besondere Anforderungen die nun auf alle wieder zukommen. Da müssen alle Rädchen ineinander greifen und da ist dann von der medizinischen Abteilung "Körperpflege" angesagt.

Am vergangenen Dienstag nahm der Spielausschuss der 3. Liga unter der Leitung von Horst Keppler und Michael Kulus in der Geschäftsstelle des Deutschen Handballbundes in Dortmund die Staffeleinteilungen der 3. Ligen für die kommende Saison 2017/18 vor. Dabei spielt die zweite Mannschaft des HSC erneut in der Ost-Staffel und es wird zu einem "kleinen" Derby gegen Bayernligameister und Aufsteiger HC Erlangen II kommen.

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