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19.06.2017 12:05 Uhr - 2. Bundesliga - Andreas Joas

Als Europapokalsieger zur HSG Konstanz: Joschua Braun feiert Titel und erste Bundesligatore

Joschua BraunJoschua Braun
Quelle: Andreas Joas
In wenigen Wochen wird Joschua Braun als einer der ersten vier Neuzugänge in Konstanz zum Vorbereitungsstart erwartet. Linkshänder ist der junge Mann und mit 150 Treffern eben erst Torschützenkönig in der A-Jugend-Bundesliga geworden. Außerdem ist er erst 18 Jahre jung. Ein Alter, in dem die meisten mit Führerschein, Abitur und Selbstfindung beschäftigt sind. Also ein Alter, in dem alles beginnt, man die ersten richtungsweisenden Schritte unternimmt. Doch bevor "Joschi", wie er nur genannt wird, diese bei der HSG Konstanz in Angriff nimmt, hat er schon Erfolge vorzuweisen, von denen jeder ehrgeizige Handballer zwar träumt, aber nur wenige sie sich auch erfüllen können. Mit seinem baldigen Ex-Verein Frisch Auf Göppingen gelang dem großen Talent kürzlich im ersten Europapokaleinsatz der EHF-Pokalsieg vor eigenem Publikum, außerdem die ersten Bundesligatore in drei Erstligaeinsätzen.

Eine "tolle Geschichte" für den gebürtigen Laupheimer wie er verrät. "Es war eine tolle Erfahrung für mich, ich habe einfach alles aufgesaugt", sagt Braun immer noch mit einem breiten Grinsen im Gesicht bei den Erinnerungen an seine Einsätze auf Rechtsaußen im Göppinger Profiteam. "Ich bin glücklich, dabei gewesen zu sein." Immerhin durfte er nach seinem Kurzeinsatz in den letzten Minuten des Finalspiels den begehrten EHF-Pokal in die Höhe recken und war Teil einer Mannschaft, die Geschichte geschrieben hat, den EHF-Pokal vor den eigenen Fans verteidigen und zum insgesamt vierten Mal gewinnen konnte.

"Das war die Krönung einer guten Saison", sagt Joschua Braun. Außerdem wurde er in drei Erstligaspielen in Wetzlar, gegen Flensburg und in Balingen eingesetzt. Dabei gelangen ihm in Balingen zwei Treffer bei zwei Versuchen. Ein unvergesslicher Moment für Braun, denn die ganze Mannschaft habe sich riesig über das erste Bundesligator ihres Youngsters gefreut und besonders mit ihm gejubelt. Braun: "Die Jungs haben mich toll aufgenommen und unterstützt. Für mich waren das geniale Momente, ich stand total unter Strom." Lediglich ein schon vor Monaten gebuchter Portugal-Urlaub mit der Familie verhinderte weitere Einsätze, denn zu diesem Zeitpunkt rechnete Braun noch nicht mit möglichen Erstliga-Berufungen.

Mit diesen tollen Erfahrungen im Rücken möchte er nun bald bei der HSG Konstanz angreifen, denn obwohl ihm Göppingen ein Vertragsangebot in Zusammenarbeit mit einem kooperierenden Drittligisten angeboten hatte, entschied er sich für einen Dreijahresvertrag bis 2020 bei der HSG Konstanz. Das 1,90 Meter große Talent ist dort für den rechten Rückraum eingeplant, kann aber ? wie in drei Erstligaspielen und einem Europapokalfinale eindrucksvoll bewiesen ? auch auf Rechtsaußen agieren. Andre Melchert, Sportlicher Leiter der HSG Konstanz, bremst aber sofort zu große Erwartungen an seine hochtalentierte, aber eben auch erst 18 Jahre alte Verstärkung und unterstreicht: "Für Joschua sind das schöne Erfahrungen und super Ereignisse. Allerdings wird bei uns kein Druck aufgebaut, wir geben ihm die nötige Zeit und werden ihn in Ruhe aufbauen."

Konkret bedeutet dies eine langsame Heranführung an den Aktivenbereich über die zweite Mannschaft von Neu-Trainer Matthias Stocker. Doch das Ziel ist klar: über kurz oder lang soll es in das Zweitliga-Team gehen. Aktuell steckt er in einem intensiven Kraft-, Fitness- und Laufprogramm, ehe schon bald die Saisonvorbereitung beginnt ? inklusive neuer Herausforderungen in einer neuen Stadt, einer neuen Mannschaft und mit Beginn seines Mathematik-Studiums an der mit der HSG kooperierenden Exzellenzuniversität Konstanz. "Ich möchte mich gut und schnell in das tolle Team integrieren", erzählt der Linkshänder voller Vorfreude. "Super Jungs, die mich herzlich aufgenommen haben."

Und dann wären ja auch noch die Aufgaben und Herausforderungen zu meistern, mit denen sich 18-Jährige eben so konfrontiert sehen. Selbst kochen und waschen, an eine Wohngemeinschaft gewöhnen und Studium und Handballkarriere vorantreiben. "Ich freue mich riesig auf das neue Leben am See, wo Studium und Handball endlich an einem Ort möglich sind", lächelt der Blondschopf. Zwischen Göppingen und Laupheim musste er bislang viel Zeit auf der Straße verbringen. Jetzt wird er sie vermehrt in der Halle und der Universität nutzen. Nächstes Ziel: 2. Bundesliga. Auch das gelingt wenigen 18-Jährigen.

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