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12.09.2017 17:15 Uhr - A-Jgd BL Nord - PM Vereine, red

Jugendbundesliga kompakt: Der Rückblick auf das Wochenende

Kopf im Konstanzer Spiel: Mittelmann Joel Mauch war mit der HSG Konstanz nahe dran an der ersten großen Überraschung gleich zum Saionsonstart.Kopf im Konstanzer Spiel: Mittelmann Joel Mauch war mit der HSG Konstanz nahe dran an der ersten großen Überraschung gleich zum Saionsonstart.
Quelle: Peter Pisa
Nord, Ost, Süd, West: In vier Staffeln der Jugendbundesliga messen sich die besten A-Jugend-Mannschaften des Landes miteinander und kämpfen um die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. Für einen kompakten Rückblick auf das Wochenende haben wir die Spielberichte der Vereine gesammelt und veröffentlichen diese nach Staffeln sortiert...

Nord

Füchse starten mit Sieg in Hildesheim in die Saison

Die A-Jugend der Füchse Berlin ist mit einem Sieg in die neue Bundesliga-Saison gestartet. Das Team von Trainer Bob Hanning schlug auf fremdem Terrain Eintracht Hildesheim mit 31:28 (12:15).

Hanning sprach hinterher von einem "harten Stück Arbeit". In der Tat haben sich seine Jungs gegen die Niedersachsen schwer getan. Die Jungfüchse gingen personell arg gebeutelt in die Partie, liefen sie doch ohne Butzke, Krai, Winkelsesser, Urios, Trumpf sowie Durmaz auf.

Das Hanning-Team traf auf eine gut eingestellte Hildesheimer Mannschaft, gegen deren aggressive Abwehr man zunächst kaum Lösungen fand. Folglich ging es mit 12:15 in die Pause. Im zweiten Durchgang stellten die Berliner die Abwehr von einer 6:0-Deckung auf eine offenere 3:3-Variante um - mit Erfolg. "Das war der Schlüssel zum Erfolg?, befand Hanning. ?Wir haben von diesem Zeitpunkt an viel emotionaler und aggressiver gespielt."

Die Hauptstadthandballer zwangen die Hildesheimer so tatsächlich zu einfachen Fehlern und münzten ihre Ballgewinne in schnelle Tempogegenstoß-Tore um. Angeführt von Mex Raguse und Loris Kotte gingen die Berliner in der Mitte des zweiten Durchgangs erstmals in Führung. Diesen trugen sie über die Zeit. Am Ende sprang ein 31:28-Auftaktsieg heraus.

Hanning lobte hinterher seine Truppe: "Ich bin mit dem Auftakt zufrieden. Wir wissen, aber dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. In der Analyse werden wir sicher einige Anhaltspunkte finden."

Bei den Berlinern musste Kreisläufer Rolando Urios kurzfristig absagen. Dafür sprang der 16-jährige B-Jugendspieler Alexander Coßmann ein, der zwei Treffer zum Sieg beisteuerte und sich ein Extra-Lob verdiente. Hanning: "Er hat das sehr ordentlich gemacht hat".

Niederlage für Schwartau im Derby gegen Meisterschaftsfavoriten

Am Samstag begann endlich die heißersehnte Bundeligasaison der U19. Zum Auftakt kam es für die Schwartauer gleich zu einem Kracher. Mit dem HSV Hamburg gastierte einer der Meisterschaftsfavoriten in der Hansehalle. Vor mehr als 200 Zuschauern zeigten beide Teams von Beginn an ein gutes Bundesligaspiel. Etwas nervös, dennoch mit hoher Durchschlagskraft ging der HSV mit 1:3 in Führung.

Der VfL kam jedoch fortan immer besser in die Partie und ging nun selbst, angeführt durch Jannik Schrader, dem insgesamt 12 Treffer gelangen, in Führung. Eine starke Abwehrleistung um Tore von Schwartz und Marvin Wolff sorgte für einen 14:11-Vorsprung. Hinzu kam, dass Lucas Hildebrandt im Tor an diesem Tag mit 19 Parden glänzte. Ein paar kleine Unaufmerksamkeiten sorgten allerdings kurz vor Pausenpfiff dafür, dass die Gäste, die mit all ihren jungen Drittligaspielern aus dem Herrenkader angereist waren, noch einmal auf 14:13 verkürzen konnten. Doch für die neuformierte und sehr junge Schwartauer Mannschaft war dies schon ein großartiger Erfolg. Mit viel Emotionen und einem disziplinierten Angriffsspiel, in der vor allem Yan Eric Barthel stark Regie führte, stellte man dem haushohen Favoriten immer wieder vor unlösbare Aufgaben.

Die zweiten 30 Minuten begannen wieder ausgeglichen. Beim 16:14 für den VfL schien es jedoch zu einer Vorentscheidung kommen zu können. Bad Schwartau führte mit zwei Toren und war in Überzahl. Eigentlich eine grandiose Möglichkeit seinen Vorsprung auszubauen. Doch eben nur eigentlich. Ein Stürmerfoul und ein Fehlwurf sorgten für die Wende im Spiel. Der HSV bestrafte nun eiskalt die Fehler der Marmeladenstädter. Ein weiterer Pfostenwurf und ungenutzte Chancen von den Außenpositionen ermöglichten es den Gästen auf 18:24 davon zu ziehen. Der VfL versuchte nun alles erdenklich Mögliche um das Spiel doch noch irgendwie wieder zu seinen Gunsten zu drehen. Doch der große Kampfgeit wurde nicht belohnt und am Ende setzte sich, auch dank der individuellen Stärke, der HSV mit 24:30 durch.

Dennoch war es ein gelungener Auftakt und eine gute Werbung für den Handballsport. Auch Co-Trainer Michael Schrader zeigte sich trotz der Niederlage zufrieden: "Sieht man von wenigen kleinen Fehlern und der Überzahlsituation in der zweiten Hälfte einmal ab, war das ein geiles Spiel von uns und macht Lust auf Mehr!"

Schon am nächsten Freitag kommt mit den Füchsen aus Berlin der deutsche Vizemeister in die Jahnhalle. Der nächste Handballleckerbissen steht also ins Haus. Anwurf ist 20:30Uhr.

Ost



Süd

VfL Günzburg mit knapper Auftaktniederlage gegen Frisch Auf Göppingen

Die Vorzeichen standen gut am vergangenen Sonntagnachmittag: ein attraktiver Gegner mit "Frisch Auf Göppingen", eine beeindruckende Kulisse mit 700 Zuschauern und ein sehr spannendes Spiel. Mit einem Tor mussten sich die Günzburger schlussendlich beim Stand von 24:25 den Gästen geschlagen geben. Die Zeit in den letzten Spielminuten reichte nicht mehr, die Aufholjagd mit einem Sieg zu krönen, der bei Betrachtung des Spielverlaufs durchaus im Rahmen des Möglichen gewesen wäre.

Nach einem auf beiden Seiten nervösen Beginn kam der VfL besser ins Spiel. Eine 2:0-Führung konnte zwischenzeitlich sogar auf 7:4 ausgebaut werden. Als durch ein paar unkonzentrierte Aktionen im Angriff und in der Abwehr der Günzburger den Göppingern der Ausgleich gelang, entwickelte sich ein enger Kampf auf Augenhöhe.

Durch starke Einzelspieler setzte sich Göppingen immer wieder individuell durch. Der Günzburger Angriff erarbeitete seine Tore gegen eine körperlich robuste Abwehr eher im spielerischen Verbund. Das Halbzeitergebnis war dann eine knappe Führung für den VfL mit 14:13.

Auch nach der Pause musste von beiden Mannschaften um jedes Tor gekämpft werden. Gute Abwehrreihen und starke Torhüter auf beiden Seiten verhinderten eine Torflut. So war der Spielstand nach 45 Minuten 17:17. Nun folgten die spielentscheidenden fünf Minuten. Der Kräfteverschleiß hinterließ deutliche Spuren bei den Günzburgern. Durch einige technische Fehler und Pech bei zwei Postentreffern liefen die Weinroten in die Göppinger Gegenstoßfalle. So zog Frisch Auf in kurzer Zeit auf 17:21 davon. Das war im Hinblick auf die wenige verbleibende Spielzeit dann schon eine Vorentscheidung. Durch eine offensive Deckung und einige Torhüterparaden kam das Günzburger Team zwar noch bis auf einen Treffer heran, aber leider zu spät, um das Spiel noch zu drehen. Somit war das Endergebnis 24:25.

Für den VfL spielten: Masin Chikh und Martin Freund im Tor, Frieder Bandlow (7/3), Lukas Rembold (4/1), Stephan Jahn (4), Nico Ruchti (3), Jonathan Stegmann (3), Johannes Rosenberger (1), Louis Dück (1), Michael Heidecker (1), Heiko Seel-Mayer, Tobias Pröbstle, Alexander Jahn, David Pfetsch

JSG Balingen-Weilstetten mit souveränem Sieg gegen HSG Ostfildern

Die A-Jugend-Handballer der JSG Balingen-Weilstetten gewinnen zuhause souverän im ersten Punktspiel der Bundesligasaison 2017/18 mit 43:30 (21:12) gegen die HSG Ostfildern.

Die Jungs von Trainer Tobias Hotz erwischten einen sehr guten Start und kamen mit einer konzentrierten Abwehrleistung und einem sicheren Rückhalt von Erik Seeger durch schnelle Konter und schön herausgespielten Toren zu einer Fünf-Tore-Führung (8:3). Lediglich der siebenfache Torschütze der HSG Ostfildern Marius Kindermann fand immer wieder Lücken in der rechten Abwehrseite der JSG, so dass der Abstand nicht größer wurde. Durch einen Zwischenspurt erhöhte man den Spielstand bis zur 20. Spielminute auf 15:7. Trainer Tobias war vom Angriffsspiel her mit seinen Spielern zufrieden. "Die Spielhandlungen wurden konsequent ausgespielt, so dass sich immer wieder Lücken für die angreifende JSG auftaten. Auch das vorgegebene Konterspiel wurde schön umgesetzt. Hier gab es fast nichts zu kritisieren. Lediglich der Deckungsverband ließ noch zu wünschen übrig. Da müssen wir in den nächsten Trainingseinheiten die Hebel ansetzen", meinte Hotz. Schon bis zur Halbzeit trugen sich alle Feldspieler in die Torschützenliste ein. Mit einem beruhigendem Neun-Tore Vorsprung (21:12) ging man in die Pause.

In der zweiten Halbzeit bot sich das gleiche Bild wie in der ersten Halbzeit. Die JSG-Spieler hielten das Tempo hoch, in der Abwehr war man jedoch zu nachlässig, so dass der Abstand nicht größer wurde als 10 Tore. Bis zur 48. Minute erhöhte man die Tordifferenz auf 15 Tore (36:21) durch schöne Tore aus dem Rückraum. In der Schlussphase gelang der HSG noch Ergebniskosmetik, so dass sie die Differenz am Schluss auf 13 Tore verkürzen konnten. Tobias Hotz äußerte sich nach dem Spiel lediglich negativ über die Abwehrarbeit. "Es wurde leider nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Im letzten Spielviertel wurden wir noch nachlässiger. Aber die Spieler ärgern sich selber darüber", bemerkte er. Positiv stimmte ihn die Tatsache, dass jeder Spieler torgefährlich war und seine Mannschaft dadurch unberechenbar für den Gegner war.

JSG Balingen-Weilstetten: TW Erik Seeger, TW Moritz, Ruof; Moritz Strosack (6/1), Florian Pawelka (2), Narr (3), Dennis Fuoß (3), Nick Bischoff (1), Nick Ruminsky (6), Moritz Schmidberger (9), Silas Wagner (5), Yannick Bischoff (4), Valentin Mosdzien (4).

TV Bittenfeld mit Auftaktniederlage gegen die Rhein-Neckar-Löwen

Nach intensiven Wochen der Vorbereitung starteten die Young Boys der U-19-Mannschaft am 10.09.2017 in die neue Bundesligasaison. Gleich zu Beginn trafen sie dabei in der Gemeindehalle in Bittenfeld auf den letztjährigen Staffelsieger und auch in dieser Saison als Topfavoriten gesetzten Nachwuchs des amtierenden Deutschen Handballmeisters, den Rhein-Neckar-Löwen. Am Ende gab es eine 30:34-Niederlage.

Von Beginn an entwickelte sich zunächst ein verhaltenes Spiel beider Mannschaften. Bis zur 10. Minute konnten sich die Gäste mit einer 4:6-Führung leicht absetzen. Doch dann fanden die Young Boys immer besser ins Spiel. Vor allem die Abwehr erwies sich in zunehmenden Maße als Bollwerk. Da auch die Angriffe konsequenter und erfolgreicher abgeschlossen wurden, gelang dem TVB bis zur 20. Minute eine 9:8-Führung. Bis zur 27. Minute gestaltete sich das Spiel dann ausgeglichen - 11:11. Doch dann waren es die Gäste, die in den letzten 3 Minuten der 1. Halbzeit die beim TVB auftretende Unkonzentriertheit nutzten und sich eine 11:14-Führung bis zur Halbzeitpause erarbeiteten.

In der 2. Halbzeit konnte der TVB das Spiel bis zur 40.Minute ausgeglichen gestalten. Beim Stand von 17:18 verpassten es die Young Boys allerdings, ihre Chancen zum Ausgleich oder gar zu Führung zu nutzen. Mit zunehmender Spieldauer verloren sie dann immer mehr den Faden. Vor allem in der Abwehr agierten sie nicht mehr konsequent und machten es dem Gegner leicht, sich bis zur 47. Minute auf 21:27 abzusetzen. Zwar gelang es dem TVB, bis zur 50. Minute auf 25:29 zu kürzen. Im Folgenden waren ausreichend Gelegenheiten da, das Spiel noch zu drehen. Während die Gäste jedoch ihre Angriffe überwiegend erfolgreich abschließen konnten, ließen die Young Boys auch in dieser Phase des Spiels wiederholt leichtfertig gute Chancen liegen. Am Ende gelang es den Gästen, mit 30:34 beide Punkte und einen nicht unverdienten Sieg mit ins Badische zu nehmen. Für die Young Boys ist diese Niederlage unnötig und sicherlich kein Beinbruch. An diesem Tag wäre gegen den Favoriten allerdings mehr drin gewesen.

Das nächste Spiel bestreitet die U19 am kommenden Samstag um 18 Uhr bei der HSG Ostfildern.

Es spielten: TV Bittenfeld: Sebastian Rica-Kovac, Finn Hummel, Aron Czako (7), Julian Fähnle, Pablo Kagström (1), Jonathan Buck (2), Felix Raff (4), Luis Kuhnle (2/2), Nick Haspinger (9), Lukas Klöpfer (2), Levi Fröschle (2), Kai Schweikhardt, Maurice Widmaier, Marvin Thumm (1).

"Gezeigt, dass wir auch solche Topteams bespielen können": A-Jugend der HSG Konstanz schrammt nur knapp an Überraschung vorbei

Gegen das Bundesliga-Topteam SV Zweibrücken zeigte sich die A-Jugend der HSG Konstanz bereits in großer Spiellaune, musste sich nach einem packenden, spannenden Schlagabtausch am Ende aber mit 28:31 (16:17) geschlagen geben. Für Trainer Thomas Zilm überwog, trotz des Ärgers über "zwei verschenkte Punkte" die Erkenntnis, sich selbst mit Spitzenmannschaften auf einem Niveau zu bewegen.

"Es ist natürlich schade, dass wir zwei Punkte, die im Bereich des Möglichen waren, nicht geholt haben", meinte der B-Lizenzinhaber nach einem intensiven, temporeichen Spiel. Die Gäste, bei denen unter der Woche Trainer Tony Hennersdorf, der zugleich die Oberliga-Mannschaft trainiert hatte, entlassen worden war, wurden nun alleine von Weltmeister Christian Schwarzer betreut. Sein Sohn Kian eifert dem ehemaligen Weltklasse-Kreisläufer nach und war mit fünf Toren vom Kreis schwer unter Kontrolle zu bekommen. Das Spiel der Rheinland-Pfälzer beschränkte sich dabei im Wesentlichen auf drei Akteure: Kian Schwarzer, den zehnfachen Torschützen Philipp Meiser und den achtmal erfolgreichen Marc-Robin Eisel, die auch schon zu den Stützen des Zweibrücker Oberligateams zählen.

Konstanz wirkte in den Anfangsminuten nervös und musste erst einmal einen 1:5-Rückstand (6.) hinnehmen, ehe der Zweitliga-Nachwuchs der individuellen Klasse der Gäste ihr - aus einer immer stabiler werdenden Deckung mit einem starken Moritz Ebert zwischen den Pfosten - gefürchtetes Tempospiel entgegensetzten. Joel Mauch hämmerte den Ball dazu unter die Latte und Johnny Polis schüttelte am Kreis gleich zwei Gegenspieler ab und starteten die Konstanzer Aufholjagd, die bald in den 5:6-Anschluss mündete (11.). "Es ist für alle Teams schwierig, in die Saison zu finden", meinte Thomas Zilm und verwies auf starke Phasen, die sich immer wieder mit schwächeren abwechselten. "Wir hatten die Momente, wo Zweibrücken große Schwierigkeiten hatte, unser Tempo mitzugehen. Umgekehrt war das leider genauso der Fall, wo sie uns ihren Stempel aufgedrückt haben."

Vor allem Mitte der ersten Halbzeit konnte Konstanz den Druck über die erste und zweite Welle erhöhen, obwohl Zweibrücken immer wieder zu einfachen Toren vor allem aus dem Rückraum kam. Groß war der Jubel deshalb, als nach erneutem Vier-Tore-Rückstand Jonas Hadlich mit der Pausensirene auf 16:17 verkürzte und den Auftakt für eine dramatische zweite Halbzeit markierte. Nicht einmal zwei Zeigerumdrehungen nach dem Seitenwechsel war der Ausgleich zum 18:18 erstmals erzielt. In den vier Minuten nach dem 19:19 konterten allerdings wieder die Gäste in Überzahl mit einem 4:0-Lauf und setzten sich erneut auf 24:19 (39.) ab, ehe die HSG-Talente in einer nun mitunter ruppigen Begegnung einige Zeitstrafen der Gäste inklusive zweier Roter Karten nach jeweils drei Zeitstrafen mit großem Kampfgeist nutzten und die Spannung am Leben hielten.

Als der gut aufgelegte, fünfmal erfolgreiche Lars Michelberger drei Minuten vor Schluss auf 28:30 verkürzte, bot sich den Gelb-Blauen vom Bodensee noch einmal die Chance - doch die cleveren Gäste behielten kühlen Kopf und sicherten sich, deutlich effektiver als die Hausherren, beide Punkte. "Im Endeffekt hat heute die etwas glücklichere Mannschaft gewonnen", so Zilm. "Uns haben die Unterzahlsituationen viel Kraft gekostet, Zweibrücken hat sie mit einfachen Toren gespart und am Ende ist uns die Zeit weggelaufen." Geärgert habe er sich, dass es einer Mannschaft nur phasenweise gelungen sei, ihr Potenzial abzurufen. "Deshalb haben wir zwei Punkte verschenkt. Nichtsdestotrotz haben wir gezeigt, dass wir auch solche Topteams bespielen können", so der HSG-Coach.

West

HSG Neuss/Düsseldorf mit Auftaktsieg gegen die JSG NSM Nettelstedt

Mit 27:18 (15:11) setzte sich die HSG Neuss/Düsseldorf gegen die JSG NSM Nettelstedt durch. Lediglich beim 6:6 (14.) war die Heimpartie der HSG in der Hammfeldhalle nach einer kurzen Schwächephase ausgeglichen. Doch dann fuhren die Schützlinge von HG-Trainer Patrick Luig den am Ende ungefährdeten Erfolg souverän nach Hause. "Das war ein ungefährdeter Start-Ziel-Sieg. Wir haben defensiv in unserer 6:0-Abwehr richtig gut gearbeitet. Das war sicher der Grundstein für den Erfolg gegen einen unangenehmen Gegner. Ich bin sehr zufrieden mit der Leistung", erklärte Luig, der Keeper Conrad und Rückraumschütze Zwarg noch ein Sonderlob aussprach. "Wenn man am Ende vielleicht noch etwas verbessern kann, dann ist es wohl die Effizienz in unserem Umschaltspiel. Aber das ist dann angesichts der tollen Leistung zum Auftakt Kritik auf hohem Niveau", sagte Luig abschließend.

HSG: Spierau, Conrad (Tor) - Ulrichs, Schön (1), Kristo (2), Görgen (6), Barentzen (2), Grieger, Skorupa (2), Zwarg (10/5), Rohde, Königs (1), Molsner (3), Demir.

Melsungen mit glanzvollem Auftaktsieg gegen Lemgo

Die A-Jugend der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen hat ihren Auftakt in die neue Bundesligasaison zu einem rauschenden Fest gemacht. Gegen die HSG Handball Lemgo, den Vorjahres-Dritten der Staffel West, landete die Mannschaft nach einer irren Aufholjagd in der zweiten Halbzeit einen begeisternden 31:30 (13:17)-Erfolg. "Wir haben gezeigt, dass die Aussagen zu unserer Entwicklung keine Phrasen waren. Da siegte eine Mannschaft, die vergangenes Jahr noch fast komplett Landesliga spielte, gegen den letztjährigen B-Jugend-Halbfinalist um die Deutsche Meisterschaft", freute sich mJSG-Trainer Björn Brede über den als fast sensationell einzustufenden Sieg seines Teams.

In einem extrem schnellen Spiel wechselten sich zunächst beide einmal ab mit Toren und Führungen. Den Auftakt verbuchten Jona Gruber und Kevin Gockell für die mJSG, ehe Lemgo über Michel Reitemann, Julius Rose und zweimal Finn Hangstein die Führung übernahm (3:6, 9.). Zu oft scheiterten die Gastgeber an Gästetorwart Marc-Oliver Essen. Im Herausspielen der Chancen präsentierten sich die Gastgeber ihrem Gegner zwar überlegen, im Abschluss aber haperte es. ?Wir haben uns für die gut herausgespielten Situationen nicht belohnt. Da waren wir einfach noch nicht abgewichst genug?, sagte Brede. Das betraf nicht nur Mikulas Cejka und Jonas Gossmann von außen und Julian Damm vom Kreis, sondern auch Jona Gruber im Gegenstoß, der nur den Innenpfosten traf. Der entscheidende Faktor zu Lemgos zwischenzeitlicher 12:6-Führung (18.) blieb jedoch Torhüter Essen.

Mit der Hereinnahme von Max Bieber stabilisierte sich das Spiel der Gastgeber zwar wieder, die Deckung blieb jedoch zu durchlässig, so dass der Abstand blieb. Daran änderte auch die Hereinnahme von Björn Wenderoth für den bis dahin glücklosen Glenn Eggert erst einmal nichts. Zumal die Chancenverwertung weiter zu wünschen übrig ließ: Jona Gruber setzte einen Siebenmeter krachend an die Latte (10:16, 25.). Dennoch gelang über eine feine Doppelparade Wenderoths und die kraftvolle Einzelleistung von Bieber noch vor der Pause eine Resultatsverbesserung.

Wenderoth war es auch, der die ersten Glanzlichter des zweiten Durchgangs setzte. Erst mit einer schönen Parade, dann sogar mit einem selbst erzielten Treffer über das gesamte Feld zum 15:18 ins verlassene Gästetor. Seine vorletzte Aktion des Spiels, denn kurz darauf rutschte er beim Versuch, einen Ball zu klären, außerhalb seines Torraums unglücklich in Fynn Prüssner hinein - Rote Karte (37.).

Eggert kam wieder zwischen die Pfosten und präsentierte sich wesentlich stärker als noch zu Beginn der Partie. Einen klaren Effekt hatte das noch nicht, weil auch Essen zu großer Form auflief und ganz stark gegen Julian Damm und Mikulas Cejka klärte. Dennoch wirkten die Nordhessen fortan aggressiver und entschlossener. "Wir haben unsere Fehlerquote gesenkt und die Abwehr offensiver und mannbezogener gespielt", erklärte Brede. Lemgo überstand die folgende Drangphase der mJSG, noch ohne entscheidend vom Vorsprung einzubüßen (21:25, 45.). Ihr vorher überzeugendes Mannschaftsspiel kann jedoch fast völlig zum Erliegen. "Wir haben einfach aufgehört zu spielen und Melsungen selbst stark gemacht", beklagte sich HSG-Trainer Christian Plesser.

Den Endspurt der Gastgeber leitete Tomas Piroch mit einem fulminanten Wurf in den Winkel ein, Julian Damm schloss einen Tempogegenstoß trotz Bedrängnis zum 23:26 ab, Jonas Goßmann verkürzte mit einem Dreierpack auf 26:27 (52.). Die mJSG war wieder dran, auch wenn Cejka auf dem Weg zum Ausgleich zunächst noch einmal mehr an Essen scheiterte. Aber: "Wir waren nicht mehr in der Lage, unsere Angriffe zu Ende zu spielen und haben uns in Einzelaktionen verstrickt. Das darf gegen eine 5:1-Deckung einfach nicht passieren", ereiferte sich Plesser.

Tomas Piroch machte es besser als Cejka und nach dem nächsten Ballgewinn versenkte Damm das Leder unter ohrenbetäubendem Jubel der Fans zur 29:28-Führung im Netz (56.). Die Deckung hielt dem stürmischen Anrennen der Ostwestfalen stand, Gossmann behielt die Nerven und machte das 30:28 - die Vorentscheidung gegen konsternierte Lemgoer, die lange Zeit wie die sicheren Sieger ausgesehen hatten.

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