News sendenPDF öffnen

10.10.2017 13:46 Uhr - A-Jgd BL Nord - PM Vereine, red

Jugendbundesliga kompakt: Der Rückblick auf das Wochenende

Fynn Prüßner, Handball LemgoFynn Prüßner, Handball Lemgo
Quelle: Paul Cohen/Handball Lemgo
Nord, Ost, Süd, West: In vier Staffeln der Jugendbundesliga messen sich die besten A-Jugend-Mannschaften des Landes miteinander und kämpfen um die Endrunde zur Deutschen Meisterschaft. Für einen kompakten Rückblick auf das Wochenende haben wir die Spielberichte der Vereine gesammelt und veröffentlichen diese nach Staffeln sortiert...

Nordstaffel

Ein Heimsieg zum Geburtstag für den VfL Bad Schwartau

Am Samstag feierte der VfL Bad Schwartau nicht nur einen Heimsieg über Potsdam (29:26), sondern auch die Geburtstage des Kapitäns Jacob Ott und des Co-Trainers Michael Schrader. Das Spiel startete erwartet zäh. Schwartau begann souverän, doch Potsdam konnte schnell Profit von kleinen Fehlern der Gastgeber schlagen und mit 6:10 in Führung gehen. Das war nach 15 gespielten Minuten der Fall. Dann schaltete Bad Schwartau allerdings einige Gänge höher. Eine beherzte Abwehrleistung im Zusammenspiel mit dem Torhüter Paul Strzysio legte den Grundstein für einen 10:3-Lauf für den VfL Bad Schwartau. 16:13 hieß es zur Halbzeit.

Die zweite Hälfte begann mit viel Tempo und einer weiterhin couragierten Abwehrleistung um Tore von Schwartz und Marvin Wolff. Janik Schrader zeigte in diesem Spiel wieder eine Topleistung (insgesamt 11 Treffer) und Jacob Cordes wartete mit starken Spielmacherqualitäten auf. 26:19 betrug die zwischenzeitliche Führung und das Spiel schien entschieden. Potsdam stellte dann jedoch nochmal auf eine Einzelmanndeckung um und der Gastgeber ließ sich davon doch noch beirren. Die Gäste kämpfen sich auf zwei Tore heran (27:25), doch Bad Schwartau behielt letztlich einen kühlen Kopf und gewann verdient mit 29:26.

Co-Trainer und Geburtstagskind Michael Schrader bilanzierte im Anschluss der Partie: "Wir waren heute wieder taktisch gut vorbereitet und haben unsere Aufgaben insgesamt mannschaftlich sehr geschlossen gelöst. Leider kam noch etwas Unruhe rein, was wir aber auf unsere Kappe als Trainerteam nehmen. Vielleicht haben wir zum Ende hin etwas zu viel gewechselt?! Dennoch sind wir sehr zu Frieden mit der Leistung unserer Mannschaft."

Am kommenden Samstag geht es dann für Schwartau in den Hexenkessel nach Bookholzberg. Die HSG ist neu in der Bundesliga und die Halle platzt immer aus allen Nähten. In einer hitzigen Atmosphäre gilt es cool zu bleiben und sein Spiel zu spielen. Anwurf ist im Bremer Umland um 15 Uhr.

Oststaffel

Souveräner und deutlicher Sieg der HSG Hanau gegen TSG Friesenheim

Die Hanauer A1-Jugendhandballer bleiben zuhause weiter eine Macht. Mit einem deutlichen wie auch souveränen 30:17-Sieg gewannen sie gegen die TSG Friesenheim dank starker Abwehrleistung mit einem überragenden Torhüter Can Adanir. Damit lieferten sie genau die richtige Antwort auf die Niederlage aus der Vorwoche. Mit 6:4 Punkten belegen die Grimmstädter Platz 5 in der Jugendhandball-Bundesliga Staffel Ost. Die Gäste aus Friesenheim rangieren derweil mit 2:8 Punkten auf Rang 10.

Von Beginn an setzten die Hanauer Gastgeber genau das um, was im Vorfeld mit dem Trainerduo Hannes Geist und Dominic Scholz besprochen wurde. Der Sieg wäre wohl noch höher ausgefallen, hätte man zum Ende der Partie die Zügel nicht etwas schleifen gelassen.

Zu Spielbeginn war die Partie noch ausgeglichen. Nach dem 3:3 und 6:5 gelangen den Hanauer Talenten fünf Tore in Folge, um sich auf 11:5 abzusetzen. Dieser Lauf war vorentscheidend für die Partie. Die Angriffe wurden präzise vorgetragen und sicher abgeschlossen. Mit einer souveränen 14:7 Führung ging es in die Kabine. Und die Schützlinge von Geist und Scholz setzten nach Wiederanpfiff ihren Weg souverän fort. Über 18:7, 20:8, 22:11 und 25:15 wurde ein souveräner 30:17-Sieg eingefahren.

Hannes Geist lobte sein Team: "Wir hatten eine bessere Wurfquote und weniger Fehler". Vor allem die starken Paraden von Can Adanir zu Beginn der Partie haben für freie Köpfe der Spieler gesorgt. Der Keeper befindet sich derzeit in bestechender Form, wehrte im Spiel gleich drei Siebenmeter ab.

Nun gilt es, in der Trainingswoche weiter hart zu arbeiten, um im nächsten Auswärtsspiel bei den Sportfreunden Budenheim nachzulegen und erneut zu gewinnen. Das Spiel wird am Samstag, 14.10., um 18 Uhr, angepfiffen.

Weststaffel

Lemgo mit Derbysieg gegen NSM-Nettelstedt

Groß war die Erleichterung, als die Schlusssirene ertönte. Damit war der Sieg im Derby gegen die JSG NSM-Nettelstedt endlich in trockenen Tüchern. Und dabei hätten es die Jungs von Christian Plesser gar nicht mehr so spannend machen müssen, denn über weite Phasen hatten die Lemgoer Jungs die Partie fest im Griff, konnten sich aber nie so wirklich weit von den Gästen absetzen.

So blieb Nettelstedt vor allem in der zweiten Halbzeit immer an Lemgo dran und kämpfte sich wieder zurück in die Partie. Mit sechs Toren waren die Gastgeber auch hier enteilt, doch die JSG kam mehrmals noch auf zwei Treffer an Lemgo heran. "In der doppelten Überzahl haben wir das schlecht gelöst", so Christian Plesser, der mit ansehen musste, dass seine Jungs trotz zwei Spieler mehr auf der Platte zwei Gegentreffer kassierten.

Nach 60 Minuten lag dann aber Lemgo vorne und siegte verdient mit 32:30. "Absolut froh, dass wir gewonnen haben", so Lemgos Trainer kurz nach der Partie. "Wir haben in der ersten Halbzeit über weite Phasen alles das umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Deshalb sind wir da auch völlig zu Recht mit 19:14 vorne", so Christian Plesser. "Aber wir haben auch gesehen - vor allen in der zweiten Hälfte - woran wir weiter hart arbeiten müssen."

Am Ende überwog verständlicherweise allerdings erstmal die Freude bei Spielern und Trainern über den wichtigen Erfolg im Derby gegen die JSG NSM-Nettelstedt. "Nach dem Spiel in der letzten Woche bin ich wirklich froh, dass wir das Ding heute hier auch verdient gewonnen haben. Die Jungs haben vor allem in der ersten Halbzeit die richtige Reaktion gezeigt. Da haben wir unsere Sache richtig gut gemacht", war nach diesem Match Trainer Christian Plesser zufrieden mit dem Auftritt und dem Sieg.

HSG Neuss/Düsseldorf mit Sieg gegen Burgdorf

"So knapp, wie das Ergebnis letztlich ausgefallen ist, war auch die gesamte Partie, die am Ende ebenso der TSV hätte gewinnen können. Wir sind natürlich froh, dass wir das glücklichere, aber nicht unverdiente Ende für uns hatten", erklärte HSG-Trainer Patrick Luig nach dem dritten Sieg im fünften Saisonspiel. Gegen die TSV Burgdorf gab es ein 31:30.

Bei einer 22:18-Führung standen die Weichen langsam, aber sicher schon auf Sieg, doch bei einer folgenden 4:6-Unterzahl "hätte das auch noch ins Auge gehen können". Luig war am Ende nicht nur über das Ergebnis glücklich, sondern auch über den Umstand, "dass ein Aufwärtstrend im Vergleich zu den Vorwochen zu erkennen war". So wurden unter anderem das Tempospiel verbessert und der Matchplan gut eingehalten. "Auch unser Rückraum um Kristo, Ulrichs und Zwarg hat sich stark verbessert", befand der HSG-Coach, der nicht nur Keeper Patrick Spierau, sondern vor allem auch Ranga Boddenberg ein Sonderlob aussprach. Der Youngster traf bei seinem ersten A-Jugend-Auftritt nicht nur drei Mal, sondern erzielte auch die wichtigen beiden letzten Treffer.

Wenderoth rettet einen Punkt gegen Hagen

Nach drei Niederlagen in Folge haben die A-Jugend-Handballer der mJSG Melsungen/Körle/Guxhagen immerhin einen Teilerfolg gegen den VfL Eintracht Hagen mitnehmen können. Das Bundesliga-Spiel der Staffel West endete 29:29 (12:15). Lange Zeit sahen die Gäste wie die Sieger aus, dann wuchs Torhüter Björn Wenderoth über sich hinaus und rettete mit spektakulären Paraden doch noch einen Punkt.

Ganze acht Minuten waren absolviert, da lag schon die erste Grüne Karte zur Auszeit am Sekretärstisch. Gelegt von mJSG-Trainer Björn Brede, der alles andere als zufrieden war mit dem, was seine Mannschaft bis dahin abgeliefert hatte. Auf der Anzeigetafel prangte ein 1:5-Rückstand, Julian Damm hatte schon nach zwei Minuten einen Siebenmeter ausgelassen, Tomas Piroch und Jona Gruber aus dem Rückraum Fahrkarten geworfen. Es erinnerte viel an die letzten Niederlagen, die allesamt auf einer schwache Anfangsphase basierten.

Diesmal fruchtete der frühe Weckruf. Weil Kevin Gockell zweimal beherzt in die Deckung eintauchte und auf 4:5 verkürzte. In der Folge brachten sich die Gäste selbst um den Lohn ihrer starken Anfangsphase. Die rustikale Gangart bekam Julian Damm zu spüren, der nach dem Würgegriff von Ole Grewel minutenlang nach Luft rang. Tom Bergener kassierte nach dem Bodycheck, ebenfalls gegen Damm, schon nach 18 Minuten seine zweite Bankstrafe. Diese ausgedehnte Überzahlphase nutzte die mJSG, um die Führung mit 8:7 zu übernehmen (19.).

Lange hielt das jedoch nicht. Hagens Spielmacher Rico Gutschlag war nicht unter Kontrolle zu bringen und traf entweder selbst oder fand Bergener am Kreis. Je zwei Tore von Gruber und Piroch genügten nicht, um die Begegnung bis zur Pause ausgeglichen zu halten. Zu fehleranfällig das Spiel nach vorn, zu langsam das Zupacken am eigenen Kreis. "Es war die taktische Aufgabe, Tim Küppers rauszunehmen und den Kreis abzudecken. Das haben wir nicht geschafft", sah Brede die Versäumnisse überwiegend im Abwehrbereich. Was prompt zu zwei Strafen führte, die Hagen seinerseits nun nutzte, um mit einer wieder deutlicheren Führung in die Kabine zu gehen.

Nach Wiederbeginn tat sich nicht viel am Spielverlauf. Mit Luca Schuhmann und Nikita Pliuto kamen neue Kräfte von der Bank, vermochten aber keine entscheidenden Impulse zu geben. Zwar trugen sich beide umgehend in die Torschützenliste ein, an der insgesamt schwachen Abwehrleistung änderte sich nichts. Hagen hatte wenig Probleme, immer wieder vorzulegen, Melsungen blieb lediglich das Nachziehen (17:20, 39.).

Wenig später schien die Vorentscheidung gefallen. Zwei Tore von Ole-Richard Grewel ließen den Rückstand auf 19:24 anwachsen (47.). Dann schien wieder eine Strafe alles zu verändern. Tim Küppers musste runter, den fälligen Siebenmeter brachte Jonas Goßmann unter. Zwei Ballgewinne in der Abwehr und schnelle, platzierte Würfe von Jona Gruber ins zu Gunsten eines sechsten Feldspielers verlassene Hagener Tor bedeuteten das 22:24 (49.). Es war die Chance, die Partie komplett zu drehen, doch sie wurde vergeben. Moritz Witte und zweimal Tim Küppers, ebenfalls in Überzahl weil jetzt Jonas Goßmann draußen saß, legten wieder vier Tore dazwischen (23:27, 53.).

War?s das für die Hoffnung auf zwei Punkte für die Gastgeber? Nein! Zwei sensationelle Paraden von Björn Wenderoth im Tor der nach Ole Pregler uns Jonas Goßmann zum 27:28 selbst ins Gehäuse der Gäste traf. Es folgte Wenderoths dritte Glanztat und Mikulas Cejkas Einzelleistung zum Ausgleich. "Unser junges Team kann dem Druck noch nicht standhalten", sagte VfL-Trainer Ralf Heinemann. Zwei Minuten vor Schluss war nun wieder alles drin, zumal der Melsunger Block für Ballbesitz sorgte. Aber zu mehr als je einem verwandelten Siebenmeter auf beiden Seiten kam es nicht mehr.

So reichte es immerhin noch zu einem Zähler in einem Spiel, das bereits verloren schien. Dennoch konnte sich Melsungens Coach nicht wirklich freuen: "Ich will meiner Mannschaft das Engagement nicht absprechen. Sie haben in der zweiten Hälfte wirklich gekämpft", suchte er noch die positiven Aspekte der Partie heraus. Während sein Hagener Kollege bedauerte, "dass wir uns nicht für unsere gute Leistung belohnt haben".

TSV Bayer Dormagen bei der DJK Oespel-Kley erfolgreich

Nach einem spannenden Finale feierte die A-Jugend des TSV Bayer Dormagen den dritten Saisonsieg der Jugend-Bundesliga West bei der DJK Oespel-Kley. "Es war das erwartet schwere Spiel", atmete TSV-Trainer Jamal Naji nach dem 23:22 auf. Über 200 Zuschauer standen hinter dem Aufsteiger. Insofern freute Naji sich auch darüber, dass seine Auswahl in der Schlussphase einen kühlen Kopf behielt. "Allerdings wäre es mit einer besseren Chancenverwertung auch nicht ganz so dramatisch geworden."

Der TSV führte überwiegend, in der ersten Hälfte sorgte Dustin Franz mit den Treffern zum 6:10 und 7:11 zweimal für einen Vier-Tore-Vorsprung. Doch Oespel-Kley hielt immer wieder dagegen, schaffte das 13:13 zur Pause und blieb auch nach dem Seitenwechsel dran. Unentschieden stand es zum letzten Mal beim 18:18 in der 40. Minute. Die starken Abwehrreihen beider Teams hatten entscheidenden Anteil daran, dass danach relativ wenige Tore fielen. Und einer ragte heraus: "Arne Fuchs hatte in der zweiten Hälfte eine herausragende Quote von 60 Prozent", lobte Jamal Naji seinen Schlussmann.

Als Justin Kauwetter einen Strafwurf zum 23:20 für den TSV in der 57. Minute ins Netz setzte, schien der Erfolg in trockenen Tüchern zu sein. Doch der beste DJK-Werfer Kai Ferber sorgte mit einem Doppelschlag noch einmal für Spannung. "Wir kamen nicht zu unserem Tempospiel. Und uns fehlen im Augenblick die einfachen Tore aus dem Rückraum", stellte Naji fest. "Daran werden wir in dieser Woche intensiv arbeiten."

Nächster Heimgegner im TSV Bayer Sportcenter ist am kommenden Samstag, 14. Oktober, um 17.30 Uhr die mJSG Melsungen / Körle / Guxhagen - aktuell Neunter der Jugend-Bundesliga West.

Südstaffel

TSV Wolfschlugen bezwingt Rhein-Neckar Löwen

Die A- Jugend des TSV Wolfschlugen kann auch ihr zweites Heimspiel gewinnen. Die Württemberger gewinnen das Duell gegen die Junglöwen mit 32:30.

Die Hausherren begannen ihr Spiel sehr konzentriert und gaben von Anfang an zu spüren, dass sie die zwei Punkte im Hexenkessel behalten wollen. Man führte mit 5:3, musste aber kurz darauf den 5:5-Ausgleich hinnehmen. Dies blieb an diesem Tag aber der letzte Ausgleich für den Nachwuchs der Rhein Neckar Löwen.

Über eine sehr gut agierende Abwehr, welche das Spiel der Gäste früh störte, und einen gut aufgelegten Yannick Beck im Tor konnte man sich einige Ballgewinne erarbeiten und diese über cleveres und schnelles Spiel auch gut in Torerfolge umsetzen. Beim Stand von 11:8 zwang man den Gegner zu seiner ersten Auszeit. Diese sollte aus Sicht der Gäste wenig Wirkung zeigen und die Hausherren konnten ihren Vorsprung weiter ausbauen und zwischenzeitlich beim Stand von 14:9 mit fünf Toren in Führung gehen. Beim Spielstand von 15:11 wurden die Seiten gewechselt.

Den etwas besseren Start in die zweite Hälfte erwischten die Gäste. Sie konnten ihren Rückstand kurzzeitig auf drei Tore zum 19:16 verkürzen. Darauf gefolgt kamen direkt die besten Minuten des TSV. Man konnte das Spiel dominieren und den Vorsprung auf acht Tore zum Stand von 25:17 (44.) ausbauen.

Durch diesen hohen Vorsprung fühlte man sich etwas zu sicher und wurde nachlässiger in der Abwehr und im Angriff hatte man kleinere Schwierigkeiten mit der offensiven Abwehr. Durch einfache Ballverluste und technische Fehler kamen die Junglöwen noch einmal ins Spiel, konnten aber trotzdem ihre erste Saisonniederlage nicht verhindern.

Donnerwetter in der Pause, Kantersieg am Ende für A-Jugend der HSG Konstanz

Mit einem 41:29 (15:14)-Kantersieg gegen Ostfildern ist der A-Jugend der HSG Konstanz das nächste Ausrufzeichen gelungen. Mit nun 172 Treffern in erst fünf Saisonspielen stellt der Zweitliga-Nachwuchs mit seinem spektakulären Tempohandball die zweitbeste Offensive der Bundesliga und kletterte mit den Punkten vier und fünf auf Platz sieben, punktgleich mit dem erhofften sechsten Rang.

Man könnte meinen, die beiden Trainer Thomas Zilm und Christian Korb sind nach einem am Ende ebenso ungefährdeten wie wichtigen Erfolg dementsprechend zufrieden. Waren sie aber ganz und gar nicht. Nach den ersten 30 Minuten wurde es richtig laut in der Kabine der Konstanzer. "Ich war überhaupt nicht einverstanden mit dem, was ich gesehen habe", schimpfte Zilm. "Wir haben sehr deutliche Worte gefunden und den Jungs die Chance gegeben, nach der Pause nochmal bei null zu beginnen." Und das Donnerwetter wirkte, die Chance zum Neustart wurde eindrucksvoll ergriffen.

Die überhasteten Abschlüsse, die den Gegner immer wieder zu Gegenstößen eingeladen hatten, wurden deutlich weniger, die Abwehrarbeit konzentrierter und intensiver. Nachdem die Führung im ersten Durchgang immer wieder hin- und hergewechselt war und sich keine Mannschaft mehr als einen Ein-Tor-Vorsprung erarbeiten konnte, wurden die Kräfteverhältnisse aufgrund der Leistungssteigerung der Gastgeber jetzt von Minute zu Minute deutlicher. "In den ersten 30 Minuten war mir das viel zu oft der Risikopass, statt geradlinig und konzentriert weiterzuspielen", fasste Thomas Zilm die Missstände zusammen. "Und die Abwehrleistung war auch weit entfernet von dem, was wir können."

Wohl dem, der jedoch so reagieren kann, wie es die jungen HSG-Talente taten. Die deutliche Kritik des HSG-Coaches fußte genau auf diesem Umstand: es wurde bei weitem nicht das vorhandene Potenzial ausgeschöpft ? bis dem jungen, talentierten Team der Kopf gewaschen wurde. "Es ging ein Ruck durch die Mannschaft", lobte der B-Lizenzinhaber, "und wir haben den Gegner endlich aktiv bespielt". Aus einer deutlich besseren Defensive heraus wurde nun wieder konzentriert das Tempo angezogen. Es dauerte nicht lange, bis dies Wirkung bei Ostfildern zeigte. Mit schwindenden Kräften stieg die bislang recht niedrige Fehlerquote der Gäste sprunghaft an, es schlichen sich Unkonzentriertheiten ein - und Konstanz schlug nun eiskalt zu.

Über 19:15 (34.) und 25:17 (43.) besorgte der starke, achtmal erfolgreiche Hendrik Dahm nach 45 Minuten erstmals die Zehn-Tore-Führung für die Gelb-Blauen, die nun keine Probleme hatten, diese bis auf zwölf Tore bis zum Abpfiff auszubauen. Stattdessen konnte das HSG-Trainergespann allen Akteuren ausreichend Spielzeit gewähren, sodass auch die beiden Youngster Benedikt Hafner und Niklas Duffner zu ihren ersten Einsätzen und Toren kamen. Die Jubelstürme des HSG-Coaches hielten sich trotz des klaren Erfolgs nach der mit elf Toren gewonnenen zweiten Hälfte jedoch in Grenzen. Seine nüchterne Analyse: "Spielerisch war die zweite Halbzeit auch nicht überragend. Wir haben gut Tempo gemacht und die Fehler des Gegners ausgenutzt."

Trotz 29 Gegentoren war Sven Koester im Tor der HSG ein Garant dafür, dass die erste Halbzeit trotz großer Lücken im Deckungsverbund an die Hausherren ging. "Neben Hendrik und Sven freut es mich besonders für unsere ganz jungen Benni Hafner und Niklas Duffner", freute sich Thomas Zilm nach dem gewonnenen Vater-Sohn-Duell gegen Jan-Nicolai Geistler, der fünf Treffer gegen seinen Jugendverein erzielen konnte.

JSG Balingen-Weilstetten gewinnt auswärts gegen die SG BBM Bietigheim

Durch den 35:32-Sieg behauptet sich die JSG Balingen/Weilstetten jetzt mit 8:2 Punkten in der Spitzengruppe punktgleich mit den Rhein-Neckar Löwen, die überraschend beim TSV Wolfschlugen mit 32:30 verlor, dem TV Bittenfeld und der SG Pforzheim/Eutingen.

Die Bietigheimer gingen schnell mit 2:0 in Führung, doch die JSG hielt dagegen und führte durch Tore von Felix Narr, einem Doppelschlag von Moritz Strohsack und Tobias Heinzelmann mit 4:6 in der 11.Spielminute. Dezimiert durch zwei Zwei-Minuten-Strafen fast hintereinander für die JSG kamen die Bietigheimer wieder auf und mit 4 Toren in Folge gingen sie wiederum mit 9:6 in Führung. Dieser DRei-Tore Rückstand hielt bis 21. Minute (12:9) ehe man durch Felix Narr mit zwei verwandelten Strafwürfen und wiederum mit einem Doppelpack von Moritz Strohsack zu Bietigheim aufschloss bzw. ausglich. Die SG BBM Bietigheim legte bis Ende der 1.Halbzeit nochmals vor und ging mit einer 16:14-Führung in die Pause. Trainer Tobias Hotz musste in der Kabine wohl die richtigen Worte gefunden haben, denn die Eyachtäler egalisierten den Rückstand innerhalb von fünf Minuten durch Tore von Valentin Mosdzien, Moritz Strohsack und Tobias Heinzelmann zum 17:17 Gleichstand. Leider verletzte sich Nick Ruminsky in dieser Phase schwer und konnte den Rest des Spiels nicht mehr eingesetzt werden. So musste Trainer Tobias Hotz handeln und setzte Kreisläufer Tobias Heinzelmann zeitweise im Rückraum ein, der dann als zweiter Kreisläufer neben Silas Wagner auflöste. Diese Maßnahme bewirkte, dass man erstmals in diesem Match in der 40. Minute mit zwei Toren in Führung ging. Durch eine doppelte Zeitstrafe gegen die JSG kamen die Bietigheimer durch zwei schnelle Tore zum Ausgleich, der bis zum 22:22 Bestand hatte.

Nun folgte die stärkste Phase der JSG und durch Tore von Silas Wagner vom Kreis und Moritz Schmidberger vom rechten Rückraum erspielte man sich wieder eine Führung (24:22). Diese sollte bis 5 Minuten vor Schluss halten, wobei sich immer wieder die rechte Angriffsseite durch die Treffer von Moritz Schmidberger sowie dem an diesem Tage mit elf Toren treffsichersten Schützen Moritz Strohsack durchsetzen konnte. Gefährlich wurde es nur noch einmal durch einen verworfenen Strafwurf von Dennis Fuoß, da die SG BBM Bietigheim wieder auf ein Tor an die JSG heran kam. Doch Dennis machte es eine Minute später aus dem Feld heraus besser und stellte den alten Vorsprung wieder her. Die letzten Minuten des Spiels waren dann Max Oehler und wiederum Moritz Strohsack mit einem Doppelschlag zum letztendlich verdienten 35:32 Sieg für die "Jung-Gallier" erfolgreich.

Nun kommt es am nächsten Sonntag 15.10.2017 um 16:00 Uhr in der Sparkassenarena in Balingen zum Spitzenspiel gegen den TV Bittenfeld, der Juniorenmannschaft des Bundesligisten TVB 1898 Stuttgart. Die Bittenfelder sind nach wie vor punktgleich mit den "Jung-Galliern" und bei einem Sieg könnte man entspannter eine Woche später zum Derby gegen die JSG Echatz-Erms nach Neuhausen fahren.

VfL Günzburg mit sensationellm Auswärtssieg beim Topfavoriten

Dass die Günzburger Jungs mit ihrer Leistungsstärke absolut ihre Daseinsberechtigung in der A-Jugendbundesliga haben, das war in den vergangenen Spielen deutlich zu erkennen. Dass sie nun endlich nach dem 29:26-Sieg gegen Zweibrücken ihre ersten Punkte auf dem Konto verbuchen können, damit haben im Vorfeld nur ganz wenige Optimisten gerechnet. Es standen zu viele Unwägbarkeiten im Raum bei diesem ersten Auswärtsspiel, das die Weinroten dann auch gleich zu einem Topfavoriten führte.

Die wesentliche Grundlage für den Sieg war neben der geschlossenen Mannschaftsleistung vor allem die Abwehrarbeit, bei der gegenüber den letzten Spielen eine deutliche Steigerung zu erkennen war. Es gelang dem Team von Rudi Jahn, Volker Schmidt und Markus Guckler häufig, die starken Rückraumtalente der Gastgeber zu stoppen. Gerade in der Abwehr war eine deutliche Leistungssteigerung gegenüber den letzten Spielen zu erkennen. Aus dieser guten Abwehr heraus, in der die Spieler um Heiko Seel-Mayer und Lukas Rembold Schwerstarbeit leisteten, entstanden sechs Tempogegenstöße, die Jonathan Stegmann nach perfekten Anspielen von Torwart Masin Chikh alle blitzsauber verwandelte.

Gleich zu Spielbeginn war zu erkennen, dass der vermeintlich schwächere Gegner den Junglöwen vom Saarländischen Handballverband kein leichtes Federlesen schenken würde. Es dauerte immerhin ganze drei Minuten bis der starke Kreisläufer der Gastgeber, Kian Schwarzer, die ersten beiden Tore erzielen konnte. Ein Tor von Frieder Bandlow in der fünften Minute und zwei Treffer von Stephan Jahn schafften den Ausgleich und ein Kraftakt vom Günzburger Kreisläufer Nico Ruchti nach knapp 10 Spielminuten brachte die erste Günzburger Führung zum 4:3. Es entwickelte sich ein sehr faires Spiel und bis zum 11:11 in der 28. Minute boten die Spieler den lautstark auf beiden Seiten anfeuernden Zuschauern Jugendhandball auf Augenhöhe. Zwei ganz starke Minuten brachten die Günzburger zur großen Freude aller angereisten Schwaben zum Ende der ersten Halbzeit mit drei Toren in Führung.

Diese Führung galt es nun in der zweiten Spielhälfte sowohl körperlich als auch mental zu verteidigen. Das gelang in den ersten 10 Minuten auch hervorragend und eigentlich wäre da beim Stand von 19:14 ein vorsichtiges Aufatmen angesagt gewesen, wenn nicht eine Verletzung von Stephan Jahn wieder einen Knick ins Günzburger Spiel gebracht hätte. Hinzu kamen zwei nahezu gleichzeitige Zeitstrafen gegen die Weinroten. Die versierten Löwen fanden wieder zurück ins Spielgeschehen und konnten gegen die vier verbliebenen Feldspieler ihre Stärke ausspielen und Tor für Tor bis zum 21:21 zehn Minuten vor Spielende aufholen.

Wer nun damit gerechnet hätte, dass das Spiel kippen würde, wurde eines Besseren belehrt. Die Günzburger Fans auf der Tribüne peitschten ihre Söhne und Neffen nach vorne, zwei Timeouts der Trainer brachten die nötige taktische Justierung. Zwei schöne Tore von Lukas Rembold, ein herrlicher Gegenstoß von Jonathan Stegmann und ein weiterer Treffer von Stephan Jahn, der von HP Beer wieder fit gemacht worden war, läuteten den Endspurt zum Sieg ein. Als dann 1 Minute vor Spielende Nico Ruchti zum 28:26 traf, war von den Günzburger Fans niemand mehr auf den Sitzen zu halten. Es blieb dann Frieder Bandlow den letzten Treffer zum umjubelten 29:26 Auswärtssieg zu erzielen.

Information zum Ausblick:
Euer Verein spielt ebenfalls in der Jugendbundesliga, taucht in dieser Übersicht aber nicht auf? Wir freuen uns, wenn ihr unsere Mailadresse (editor@handball-world.com) in euren Presseverteiler aufnehmt und uns eure Vor- und Nachberichte sowie weitere Interessante Informationen zu Eurem Team/Verein zur Verfügung stellt.

Handballecke.de Diskutieren Sie direkt im Forum mit!


Meistgelesen:



Lesen Sie auch: