19.04.2017 21:27 Uhr - 1. Bundesliga - fcb

Leipzigs Rumpfteam bietet Bietigheim über weite Strecken die Stirn

Martin Albertsen hatte einige Male die Aufmerksamkeit zu bemängelnMartin Albertsen hatte einige Male die Aufmerksamkeit zu bemängeln
Quelle: groundshots.de
Nur mit zehn Spielerinnen war der Tabellenfünfte HC Leipzig zum Spitzenreiter gereist. Zunächst lieferte sich die SG BBM Bietigheim mit den Gästen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die Sächsinnen erzielten dann aber zwischen der zehnten und der 20. Spielminute keinen Treffer und die SG legte fünf Tore vor. Bis zum 17:12-Halbzeitstand und auch im Verlauf der gesamten zweiten Halbzeit konnte der Leipziger Rumpfkader dann jedoch abermals mithalten, da die Gastgeberinnen nach dem EHF-Pokal-Triumph an Ostern nicht immer konzentriert wirkten. Die Rentsch-Sieben konnte den angehäuften Rückstand aber nie ganz abtragen und Bietigheim sich am Ende vor allem auf Nina (5) und Susann Müller (7) sowie Tess Wester verlassen. Mit 32:27 bleibt Bietigheim weiter ungeschlagen.

Bietigheim begann mit einer offensiven Abwehr und konnte die Gäste recht effektiv aus der Wurfdistanz herausdrängen. Kam Leipzig doch einmal frei zum Wurf, war entweder Tess Wester auf dem Posten oder es unterlief der Rentsch-Sieben ein technischer Fehler. Doch auch die SG BBM spielte nicht fehlerlos, hektisch herbeigeführte und schwache Abschlüsse prägten bei den Gastgeberinnen das Bild. Daher stand es nach sechs Spielminuten noch immer 2:1, obwohl der dritte Treffer der Partie bereits nach 122 Sekunden gefallen war. Leipzig blieb im weiteren Verlauf der frühen Phase im Spiel, wirkte geduldiger als der Spitzenreiter. Joanna Rode konterte zum 3:4 (9.).

Der Treffer zur ersten Gästeführung bewegte Martin Albertsen zu einer frühen Auszeit. Seine Schützlinge spielten nach der Unterbrechung strukturierter und zielstrebiger, auch in der Deckung. Der Gegenstoß kam aber noch nicht so richtig in Schwung. Nach einer Parade von Wester gegen Hubinger war das 7:5 (13.) einer der wenigen schnellen Torerfolge. Nina Müller legte nach. Leipzig hatte durch einige Ballverluste Boden eingebüßt. Zudem gelangen der Abwehr der Gäste kaum noch Unterbrechungen. Nur Nele Kurzke verdiente sich mit ihren Paraden einige Male Szenenapplaus. Das Bild wandelte sich auch nach einer HCL-Auszeit nicht. Die Gäste agierten ziemlich fruchtlos.

Bis zur 20. Spielminute setzte sich Bietigheim auf 10:5 ab. Die Hausherrinnen hatten seit zehn Minuten – Minevskaja zum 5:5 – keinen Gegentreffer mehr kassiert. Tess Wester verlängerte die schwarze Serie der Gäste unter anderem mit einer Siebenmeter-Parade.

Nach Lauenroths 12:5-Treffer griff Rentsch abermals zur Grünen Karte. In der 23. Minute beendete Hubinger dann mit ihrem 12:6-Distanztreffer die Leipziger Torflaute, Minevskaja legte ein Empty-Net-Goal nach. Kurzke hatte den Gästen mit einer Doppelparade neues Selbstvertrauen eingehaucht.

Luisa Sturm und Anne Hubinger besorgten für den HCL den 14:10-Zwischenstand (27.). Doch die SG zog die Zügel wieder an: Kim Naidzinavicius hielt von der Markierung den Fünf-Tore-Vorsprung der aufrecht, Hundahl nutzte eine Wester-Vorlage und Lauenroth stellte auf 17:10 (29.).

Einarsdottir und Bösch beförderten Leipzig mit 17:12 in die Kabine, doch drei Minuten nach Wiederanpfiff resultierte erneut eine Sieben-Tore-Vorlage der SG. Interessant blieb es in der zweiten Halbzeit vor allem deswegen, weil die Tore auf beiden Seiten von allen Positionen fielen.

Im weiteren Verlauf zeichnete sich ein Katz-und-Maus-Spiel ab. Erst setzte sich Bietigheim abermals auf sieben Tore ab, dann kam Leipzig wieder auf fünf Tore heran. Die Gäste zeigten sich von dem deutlichen Rückstand und vom Gegner unbeeindruckt. Sie profitierten freilich von der großen Routine Minevskajas und Hubingers. Dem HCL unterlief nach 37 Minuten auch einmal ein Wechselfehler, aber die Rentsch-Sieben konnte sich einmal mehr auf Kurzke verlassen, die gegen Malestein parierte. Einarsdottir gelang bei Unterzahl sogar der Treffer zum 20:16. Für das 21:18 (41.) zeichnete dann Minevskaja verantwortlich. Die SG hatte abermals minutenlang nachlässig agiert.

Nina und Susann Müller holten der Albertsen-Sieben nach einer Besprechung den Fünf-Tore-Vorsprung wieder. Hundahl legte nach und zwang damit ihrerseits Leipzig frühzeitig in die dritte Auszeit. Hubinger netzte dann nach 45 Minuten im Gegenstoß bedrängt zum 24:21, ihr sechster Treffer. Leipzig blieb am Drücker. Bietigheim bewahrte aber die Nerven und Wester konnte sich mit guten Reflexen auszeichnen. Nina Müller besorgte nach 55 Minuten das 29:25 vom Kreis, hinten parierte Wester, Susann legte nach. Leipzig bäumte sich nochmals auf, doch das 31:28 vereitelte erst ein technischer Fehler und im zweiten Versuch: Wester. Malestein setzte den 32:27-Schlusspunkt.


Frauen · 1. Bundesliga · Saison 2016/2017
21. Spieltag · 19.04.2017 · 20:00 Uhr
SG BBM Bietigheim32:27
HC Leipzig
Sporthalle am Viadukt Bietigheim · Zuschauer : 898
Torschützen: Müller(7), Naidzinavicius(7/4), Müller(5), Malestein(4), Lauenroth(3), Visser(3/2), Hundahl(2), Schulze(1),
Siebenmeter: 6 / 6
Zeitstrafen: 1
Rot:
Torschützen: Hubinger(7), Minevskaja(5/1), Sturm(5), Einarsdottir(3), Bösch(2), Reimer(2), Rode(2), Mazzucco(1),
Siebenmeter: 1 / 3
Zeitstrafen: 2
Rot:

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