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16.07.2017 10:28 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, red

Wut und Enttäuschung: HC Leipzig nach der Insolvenz

Leipzig-Trainer Norman Rentsch: "Ich frage mich, wie die Verantwortlichen des Vereins und des Managements gearbeitet haben."Leipzig-Trainer Norman Rentsch: "Ich frage mich, wie die Verantwortlichen des Vereins und des Managements gearbeitet haben."
Quelle: Marco Schultz
Der mehrfache Meister und Pokalsieger HC Leipzig meldet Insolvenz an und steigt in die 3. Liga ab. Trainer Rentsch ist wütend. Die Vorwürfe richten sich vor allem gegen Manager Hähner. Der siebenmalige Pokalsieger muss nun in der 3. Liga mit einem Junior-Team den schweren Neuanfang starten.

Nach der Insolvenz des sechsmaligen deutschen Meisters HC Leipzig richten sich die Vorwürfe vor allem gegen den Manager. "Ich frage mich, wie die Verantwortlichen des Vereins und des Managements gearbeitet haben. Wir haben alle dran geglaubt und hatten Vertrauen in die Vereinsführung, dass es klappt", sagte Trainer Norman Rentsch verbittert.

Am Samstagmorgen hatte Manager Kay-Sven Hähner Insolvenz für den mit 1,3 Millionen Euro verschuldeten Club angemeldet, nachdem er nicht bis Freitag 24.00 Uhr die zum Erhalt der Lizenz geforderten 600.000 Euro nachweisen konnte. "Ich hatte keine andere Wahl", verkündete er lediglich per SMS. Das benötigte Geld sei nicht da. Mehr wollte er nicht mitteilen.

Der siebenmalige Pokalsieger muss nun in der 3. Liga mit einem Junior-Team den schweren Neuanfang starten. Auch gut möglich, dass das Insolvenzverfahren mangels Masse gar nicht eröffnet wird. Für die Leipzigerinnen rückt der HC Rödertal aus der Nähe von Dresden in die Bundesliga nach.

Nicht nur Trainer Rentsch, der wie zahlreiche Spielerinnen und Angestellte seit Januar auf sein Gehalt wartet, fühlt sich von der Vereinsführung um Manager Hähner getäuscht. Zumal nach Informationen des HBF-Vorsitzenden Berndt Dugall schon vor der Entscheidung des Schiedsgerichts vor gut einer Woche, der zufolge die Lizenz mit der Zahlung von 600.000 Euro verknüpft worden war, ein entscheidender Investor abgesprungen sein soll. "Damit war klar, dass der Erhalt der Lizenz nahezu unmöglich war", so die dpa.

Dabei hatte Hähner noch am 7. Juli nach der scheinbar geglückten Rettung öffentlich nahezu euphorisch gesagt, dass die Erfüllung der vom Schiedsgericht geforderten Bedingung überhaupt kein Problem sei. Zuvor hatte die Bundesliga Frauen (HBF) den Leipzigerinnen die Lizenz verweigert. Sie gingen in Widerspruch und schlussendlich mit Erfolg vor das unabhängige Schiedsgericht. Nun scheiterten sie doch.

Wie es in Leipzig weitergeht, ist offen. In den vergangenen Wochen hatten sich alle Leistungsträgerinnen von dem Verein abgewendet. Zudem kann der HCL durch die Insolvenzanmeldung erst wieder für die Spielzeit 2019/2020 einen Lizenzantrag für die 2. Liga stellen.

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