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16.07.2017 12:30 Uhr - 1. Bundesliga - dpa

"Haben den Antrag gestellt - und stehen auch jetzt dazu" - Rödertal in acht Jahren in die Bundesliga

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Quelle: hansepixx, SVW
Eigentlich wollten die Vereinsverantwortlichen nicht. Dann aber doch. Und nun steht fest: Der HC Rödertal ist im Frauen-Handball erstklassig. Mit kleinem Budget will der Verein die Klasse halten. Dafür brauchen die Ostsachsen aber noch Spielerinnen.

Auf Vereinspräsident Andreas Zschiedrich wartet viel Arbeit. Denn nach dem wochenlangen Hickhack steht nun seit Samstag fest: die Handballerinnen des HC Rödertal rücken nach der Insolvenz und dem Zwangsabstieg des HC Leipzig in die 3. Liga für den sechsmaligen deutschen Meister in die Bundesliga nach. "Wir haben den Antrag gestellt - und stehen auch jetzt dazu", sagte Zschiedrich nun dem MDR. Damit gibt der 2009 gegründete Verein aus der Nähe von Dresden, der seit 2013 in der zweite Liga spielte und in der abgelaufenen Saison Platz drei belegte, sein Debüt im Oberhaus.

"Wir sind bis gestern davon ausgegangen, dass Leipzig das Geld aufbringt. Natürlich freuen wir uns, dass wir erstmals im Oberhaus spielen werden. Wir wissen aber, was auf uns zukommt", sagte Zschiedrich am Sonntag Deutschen Presse-Agentur. Sein großes Problem: "Es wäre schon besser gewesen, wir hätten es vier Wochen früher gewusst. Durch die lange Hängepartie konnten wir bisher keinen erstligatauglichen Kader zusammenstellen."

Die mit 1,3 Millionen Euro verschuldeten Leipzigerinnen hatten am Samstag Insolvenz anmelden müssen, nachdem sie noch eine Woche zuvor die Lizenz unter einer Bedingung bekommen hatten. Doch die dafür nötigen 600 000 Euro wurden nicht aufgebracht. Auch wenn Leipzigs Manager Kay-Sven Hähner das als kein Problem dargestellt hatte.

Allerdings hatte auch Rödertal selbst ein bisschen zu der jetzigen Situation beigetragen. Im März hatten die "Rödertalbienen" den Lizenzantrag für die Bundesliga eingereicht. Als diese jedoch erteilt wurde, fehlten dem Zweitligisten 20 000 Euro zur Bürgschaft von 50 000 Euro. "Wir werden den Aufstieg nicht wahrnehmen. Wir brauchten für die erste Liga etwa 200 000 Euro mehr als in dieser Saison. Wirtschaftlich ist das derzeit nicht machbar, die finanziellen Risiken können wir nicht eingehen", hatte Zschiedrich damals gesagt.

Wenig später kam die Rolle rückwärts. "Es fand sich dann doch noch einer unserer Hauptsponsoren bereit, im Fall des Aufstiegs sowohl für die Bankbürgschaft die nötige Sicherheit zu geben als uns auch finanziell zu unterstützen", sagte Zschiedrich. Nach seinen Angaben stockt Rödertal den Etat jetzt um 100 000 Euro auf rund 400 000 Euro auf. "Damit liegen wir im Bereich solcher Erstligisten wie Göppingen oder Bad Wildungen", sagte er.

Das Wichtigste sei nun, den Kader zu komplettieren. "Wir haben schon im Vorfeld mit vier Leipziger Spielerinnen gesprochen und werden jetzt versuchen, bis Montag die Verträge unter Dach und Fach zu bekommen", sagt Zschiedrich. Er ist überzeugt, dann eine "bundesligataugliche Mannschaft" zu haben.

Nach dem Abgang von fünf Leistungsträgerinnen waren bislang fünf Neuzugänge präsentiert worden, die aber fast ausnahmslos aus unteren Ligen kamen. Die Vorbereitung des Teams unter dem neuen Trainergespann Karsten Knöfler und Frank Mühlner startete bereits am 3. Juli in Großröhrsdorf.

Hinter dem Verein liegt ein rasanter Aufstieg. Am 1. März 2009, wie auf der Club-Homepage nachzulesen ist, gegen 18.30 Uhr wurde er gegründet. Aufstieg von der Oberliga Sachsen in die Mitteldeutsche Oberliga 2010, Aufstieg in die 3. Liga 2012, Aufstieg in die 2. Bundesliga 2013. Und nun der Aufstieg in die erste Liga.

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