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08.11.2017 21:25 Uhr - 1. Bundesliga - dpa, red

Thüringer HC beendet Bietigheimer Serie und übernimmt Tabellenspitze

Beate Scheffknecht und der THC stoppten die Bietigheimer SerieBeate Scheffknecht und der THC stoppten die Bietigheimer Serie
Quelle: Mario Gentzel
Der Thüringer HC hat das Topspiel in der Handball Bundesliga Frauen (HBF) gewonnen und die Tabellenspitze übernommen. Die Thüringerinnen setzten sich im Duell der ungeschlagenen Teams am Mittwoch gegen die SG BBM Bietigheim souverän mit 29:22 (16:10) durch. Die Gäste hatten sich im Vorjahr die Meisterschaft ohne einen Minuspunkt gesichert und waren mit weißer Weste angereist, die seit Februar 2016 andauernde Siegesserie in der Liga riss aber am heutigen Mittwoch. Im zweiten Spiel des Abends setzte sich die TuS Metzingen mit 35:17 gegen Borussia Dortmund durch und ist nun punktgleich mit Bietigheim.

Im Spitzenspiel der Handball Bundesliga Frauen (HBF) erwischte der THC den besseren Start und führte nach fünf Minuten mit 3:1. Der Deutsche Meister tat sich lange schwer gegen die kompakt stehende Deckung der Gastgeberinnen und ihre stark aufgelegte Torfrau Dinah Eckerle. Nach zehn Minuten führte der Gastgeber mit 7:5 - eine Drei-Tore-Führung war möglich, doch der Wurf von Lydia Jakubisova auf das verwaiste SG-Tor strich nur um Zentimeter am Gehäuse der Gäste vorbei.

Die Abwehr des THC stellte aber weiter geschickt die Laufwege des Bietigheimer Angriffs zu und erreichte damit Ballverluste und Unsicherheit bei den Gästen - und eine 9:6-Führung. Allerdings vergaben die Gastgeberinnen gleich zwei Überzahlsituationen, die Gäste kamen so zurück in die Partie und konnten zehn Minuten vor dem Seitenwechsel durch einen Treffer in das verwaiste THC-Tor von Antje Lauenroth ausgleichen. Mit einem verwandeltem Siebenmeter von Karolina Kudlacz-Gloc konnte Bietigheim sogar kurzzeitig in Führung gehen. Doch das 9:10 drehten die Gastgeberinnen.

Der THC fing sich wieder und ging durch Treffer von Kerstin Wohlbold und Alexandra Mazzucco mit 12:10 in Führung. Als dann Iveta Luzumova nach Bietigheimer Ballverlust den Ball im leeren Tor unterbrachte, war der alte Abstand wieder hergestellt. Drei Minuten vor der Pause, bei drohendem Zeitspiel, setzte Susann Müller den Ball über den THC-Kasten und blitzschnell hatte Dinah Eckerle den Pass auf Alexandra Mazzucco gespielt, die sich mit dem 14:10 bedankte. Gleich darauf parierte die Nationaltorhüterin erneut, das 15:10 von Alexandra Mazzucco und das 16:10 von Meike Schmelzer folgten.

Mit einem beeindruckendem 7:0-Lauf hatte der Thüringer HC sich seine deutliche Pausenführung erspielt und dieser Lauf schien die Gäste auch nach dem Seitenwechsel noch zu beschäftigen. Der Thüringer HC blieb unterdessen am Drücker und hatte dabei auch die Halle hinter sich. Herbert Müller setzte weiter auf die siebte Feldspielerin, der erste Ballverlust wurde mit einem Wurf auf das leere Tore bestraft - doch Eckerle war rechtzeitig zurück. Im Angriff profitierte der THC nun von der Erfahrung von Lydia Jakubisova, beim 21:14 war nach dem zweiten Treffer von Anika Niederwieser der Abstand auf sieben Tore angewachsen.

Der frühere Meister hatte sich gegen den amtierenden Titelträger in einen Rausch gespielt, Beate Scheffknecht war nicht zu stoppen und die Deckung bremste die Bietigheimer Bemühungen immer wieder erfolgreich aus. Falls die Gäste doch zum Wurf kamen, dann war da auch noch Dinah Eckerle. Beim 27:17 hatte der Abstand den zweistelligen Bereich erreicht, beim 29:17 lagen zwölf Tore zwischen den Teams. Beim THC ließ nun die Konzentration nach, die verletzungsgeplagten Gastgeberinnen ließen angesichts der deutlichen Führung die Zügel etwas schleifen, so dass Bietigheim das Endergebnis mit einer Fünfer-Serie zum 29:22 etwas freundlicher gestalten konnte - für den Schlusspunkt sorgte allerdings Eckerle mit einem gehalten Siebenmeter und ihrer zwanzigsten Parade.

"Das war sicher nicht unser bester Tag. Wir sind immer wieder an der Thüringer Torfrau Dinah Eckerle gescheitert, die heute eine absolute Weltklasse-Leistung gezeigt hat. Über die gesamte Spielzeit hatten wir Probleme in der Abwehr, der Thüringer HC spielt seine Erfahrung aus. Wir müssen mental lernen, hier zu bestehen.", zeigte sich Bietigheims Coach Martin Albertsen nach der Niederlage enttäuscht. Herbert Müller strahlte unterdessen: "Ich muss heute allen Spielerinnen der Mannschaft ein Kompliment aussprechen. Wir wollten unbedingt eine Festung aufbauen und haben es auch geschafft. Wir wollten unbedingt gewinnen. Ein besonderes Kompliment an Dinah Eckerle, was sie heute geleistet hat ist absolute Weltklasse - ich denke sie hat den Finger gehoben und gezeigt, man kann bei der WM auf sie zählen. Bietigheim ist trotz der Niederlage mit dieser Mannschaft immer noch Titelfavorit."

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