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10.12.2017 14:56 Uhr - Weltmeisterschaft - PM Veranstalter

"Da ist Tante Schülki": Die Mertesackers zu Besuch in Leipzig

Ulrike MertesackerUlrike Mertesacker
Quelle: unikumarketing
Ein Glücksbringer war sie nicht, hat aber alles gegeben. Ulrike Mertesacker feuerte die deutsche Mannschaft gegen Holland auf der Tribüne lautstark an, jubelte bei jedem Treffer des Teams von Michael Biegler und beklatschte jede gelungene Aktion. Am Ende reichte es bekanntlich nicht, Deutschland verlor klar und deutlich 23:31.

"Das war nicht die erwartete Leistung", sagte die WM-Botschafterin. Diesmal seien auch in der Abwehr - bislang eigentlich das Prunkstück - zu viele Fehler passiert. Und dann käme eben ein solches Ergebnis zustande, wenn auch im Angriff zu wenige Lösungen gefunden würden. Die ehemalige Rechtsaußen des HC Leipzig kann sich gut vorstellen, wie es jetzt in den Spielerinnen aussieht. "Ich bin sicher, sie werden das Spiel gründlich auswerten. Und ich hoffe sehr, dass sie sich im Achtelfinale wieder anders präsentieren."

Ulrike Mertesacker, die in der Bundesliga einst als Fräulein Stange auf Torejagd ging, lebt mir ihrer Familie in London. Ehemann Per steht seit 2011 bei Arsenal unter Vertrag. Der Fußball-Weltmeister hatte nicht mit nach Leipzig kommen können, weil die Londoner am Sonntag beim FC Southampton antreten. Auch die beiden Söhne Paul (sechs Jahre alt) und Oscar (drei) blieben in England. Kennengelernt hatten sich die Handball-Nationalspielerin (31 Einsätze) und der Fußball-Nationalspieler 2008 während einer Reha in Donaustauf. Abgesehen von der erfolgreichen Genesung führte der gemeinsame Aufenthalt dazu, dass die Linkshänderin fortan nicht mehr für den HCL, sondern für den VfL Oldenburg spielte, um näher beim damaligen Bremer Profi zu sein.

2005 hatte Ulrike Mertesacker gegen Kroatien ihr erstes von 38 Länderspielen bestritten. In Riesa, einem Katzensprung von ihrem Geburtsort Oschatz entfernt. Zwei Jahre später gehörte sie zum Aufgebot, das bei der bei WM in Frankreich Bronze und damit die letzte Medaille für Deutschland gewann. Zu den Sommerspielen wäre sie im Jahr danach auch gerne mitgefahren, was jedoch ein Kreuzbandriss verhinderte. Statt nach Peking zu Olympia ging es nach Donaustauf zur Reha, wo es wie schon erwähnt zu einer für sie nicht unwichtigen Begegnung kam.

Auf der Insel spielt Handball so gut wie keine Rolle. "Ich hatte schon gehofft, dass sich das im Zusammenhang mit den Olympischen Spielen in London ändern würde. Aber mein Sport interessiert so gut wie niemand." Zwar gebe es einige Vereine - vor Oscars Geburt hat sie für den Thames Handball Club gespielt - , doch dort seien im wesentlichen ausländische Studentinnen aktiv. Vor allem Polinnen, die in ihrer früheren Heimat Handball gespielt hätten.

Die Familie Mertesacker plant ihre Zukunft in London. Per wird nach der Saison seine Laufbahn beenden und bei Arsenal Head of Academy, Chef des Nachwuchsleistungszentrums. "Vielleicht", lacht seine Frau, "baut er ja auch eine Handball-Abteilung auf." Oscar wäre bestimmt ein geeigneter Kandidat, so wie es aussieht, wird er wie seine Mutter Linkshänder. Und sollte die deutsche Mannschaft es bis ins Halbfinale in Hamburg schaffen, will ihn Ulrike Mertesacker mitbringen. Eine der deutschen Spielerinnen kennt er bereits sehr gut. Wenn bei Mertesackers der Fernseher läuft, dann wird meistens nur Sport geschaut, auch auf deutschen Sendern. So wurden alle bisherigen WM-Spiele gemeinsam verfolgt. Paul Mertesacker ruft dann immer: "Da ist Tante Schülki."

Zur Erklärung: Bei Schülki handelt es sich um um die deutsche Torhüterin Katja Kramarczyk, die früher Schülke hieß, gemeinsam mit Ulrike Stange im Aufgebot des HC Leipzig stand und Patentante des ältesten Sohnes der Mertesackers ist.

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