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11.12.2017 19:04 Uhr - Weltmeisterschaft - chs

Hrbkova wirft Tschechien ins Viertelfinale

Michaela Hrbkova Michaela Hrbkova
Quelle: sportseye.de
Sensation in Leipzig, in buchstäblich letzter Sekunde hat Tschechien mit einem 28:27 (14:17) über Rumänien das Viertelfinalticket gebucht. Die Göppingerin Michaela Hrbkova krönte die gute Teamleistung des Außenseiters und sorgte dafür, dass nach der Partie Chefcoach Jan Basny sich bei jeder einzelnen Spielerin mit einem Abklatschen bedankte. Rumänien half weder eine harte Abwehrarbeit mit zehn Zeitstrafen und auch eine herausragende Cristina Neagu (13 Tore) nicht, um das Achtelfinalaus abzuwenden.

Sowohl Rumänien wie auch Tschechien verfügen über eine domnierende Spielerin auf ihren Seiten und diese prägten auch gleich die Anfangsminuten des Achtelfinalduells. Welthandballerin Cristina Neagu brachte ihr Team bis zum 6:5 (12.) fünfmal in die Vorlage, THC-Regisseurin Iveta Luzumova auf der anderen Seite zog im Spiel des Außenseiters die Fäden, brachte ihre Mitspielerinnen in Stellung und zeigte sich auch vom Strich beim zwischenzeitlichen 1:1 (2.) treffsicher.

Sah es in den ersten Minuten nach einem Duell mit offenem Visier aus, so bekamen doch nach knapp fünf Minuten die Abwehrreihen immer mehr den Zugriff. Beide Mannschaften setzten auf eine 6:0-Formation mit durchaus offensiven Ausrichtungen. Die Chancen auf die durchaus mögliche Führung ließ das Team von Jan Basny verstreichen, die hochwertigste hatte Michaela Hrbkova beim Stand von 4:4 (11.) als die Göppingerin nur den Pfosten traf und im schnellen Gegenzug Rumäniens Grand Dame Valentina Ardean-Elisei, letzte Vizeweltmeisterin von 2005, konterte.

Nach knapp einer Viertelstunde schlichen sich aber erste Fehler ins Aufbauspiel der Tschechinnen ein, während Rumänien immer wieder erfolgreich auf Rechtsaußen Aneta Udristioiu abräumte und die Linkshänderin zum 9:7 (16.) stellte. Als die Rumäninnen erstmals auf drei Tore (12:9) weggezogen waren, musste Jan Basny dann zur ersten Auszeit greifen und seinem Team neue Marschrouten gegen die rumänische Deckung mitgeben.

Doch seine Spielerinnen waren oftmals zu nah an der gegnerischen Abwehr oder leisteten sich Ungenauigkeiten im Passspiel. Auf der Gegenseite ließ man den gegnerischen Rückraum oftmals zu einfach in die Wurfpositionen kommen. Auch die Umstellung auf eine 5:1-Abwehr half da nur bedingt, erst eine Einzelaktion der für Hrbkova eingewechselten Helena Rysankova sollte den Negativlauf beim 14:10 (23.) stoppen. Dieses Polster blieb bis in die Schlussphase des ersten Durchgangs bestehen, erst kurz vor Ende konnte sich Rysankova erneut durch die Deckung kämpfen und zum 17:14-Halbzeitstand verkürzen.

In Halbzeit zwei sollte dann die eingewechselte Petra Kudlackova mit zwei starken Paraden gegen die frühere THC-Kreisläuferin Crina-Elena Pintea eine kleine Initialzündung gebenund Tschechien konnte zwischenzeitlich auf zwei Tore (18:16) verkürzen. Doch immer wieder übernahm nun Neagu Verantwortung und hielt ihr Team in der Vorlage. Als die Welthandballerin dann aber vom Strich patzte und nur den Pfosten traf, konnte Rysankova den Anschlusstreffer herstellen.

Luzumova hätte wenig später sogar per Siebenmeter egalisieren können, scheiterte aber an Dedu. Aber auch Neagu konnte den nächsten Wurf nicht setzen, die THC-Regisseurin zog im nächsten Angriff an und kreierte eine Lücke in die dann Rysankova stieß. Ambros Martin nahm nun eine Auszeit und justierte nach. Vor allem die 5:1-Formation mit Valentina Ardean-Elisei auf der Spitze bereitete den Tschechinnen einiges Unbehagen.

Hinzu kamen einige unvorbereitete Abschlüsse, so dass Jan Basny beim 23:21 (46.) noch einmal Redebedarf hatte. Tschechien hatte insgesamt zu wenig Kapital aus den Zeitstafen der Rumäninnen geschlagen. Diese kompensierten diese über den Einsatz der zusätzlichen Feldspielerin, auch die wenigen Möglichkeiten auf einen Wurf ins leere Tor ließen die Tschechinnen aus.

Buceschi, Geiger und Florianu gingen mit jeweils zwei Zeitstrafen auf dem Konto in die letzten zehn Minuten der Partie. Ambros Martin nahm beim 25:23 (54.) seine letzte Auszeit. Tschechien kam nun über die Abwehr noch einmal zurück, Rumänien ließ gute Abschlüsse aus und Hrbkova und Mala konnten egalisieren. Die ehemalige Oldenburgerin hatte wenig später sogar die Führung auf der Hand, setzte den Ball aber am Tor vorbei.

Es wurde nun die letzten drei Minuten zur reinen Nervenprobe, Ardean-Elisei konnte den Ball nicht an Kudlackova vorbeibringen. Auf der anderen Seite war es Jerabkova, die mit Hilfe der zurückgekehrten Dumanska und dem linken Innenpfosten erstmals Tschechien in die Vorlage brachte. Geiger glich schnell aus, auf der Gegenseite konnte Ardean-Elisei nur auf Kosten einer Zeitstrafe und eines Siebenmeters Hrbkova stoppen.

Diesen verwandelte Manakova, auf der Gegenseite erkämpfte sich auch Rumänien noch eine Chance vom Strich und Neagu egalisierte. Elf Sekunden verblieben den Tschechinnen noch zur Sensation, Jan Basny hatte noch einmal seine letzte Auszeit genommen. Die Tschechinnen spielten ihren finalen Angriff clever aus, verlagerten das Spiel erst auf die linke Seite und setzten dann den öffnenden Pass auf rechtsaußen - da wartete Hrbkova auf ihre Chance und brachte den Ball an Dumanska vorbei.



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Frauen · Weltmeisterschaft · Saison 2017/2018
6. Spieltag · 11.12.2017 · 17:30 Uhr
Rumänien27:28
Tschechien
Arena Leipzig · Zuschauer : 1003

Spielfilm:
1:0 (1.), 1:1 (2.), 2:1 (3.), 2:2 (4.), 3:2 (7.), 3:3 (8.), 4:4 (10.), 5:4 (11.), 5:5 (12.), 6:6 (13.), 7:6 (13.), 8:7 (15.), 9:8 (17.), 12:9 (20.), 14:10 (23.), 15:11 (25.), 15:12 (27.), 16:12 (29.), 17:14 (HZ), 18:14 (32.), 18:16 (34.), 19:17 (35.), 20:18 (36.), 20:19 (38.), 20:20 (41.), 21:20 (43.), 23:21 (46.), 23:22 (48.), 24:22 (49.), 24:22 (52.), 25:22 (53.), 25:23 (53.), 25:24 (55.), 25:25 (56.), 26:26 (59.), 26:27 (59.), 27:27 (60.), 27:28 (EN)


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