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20.08.2017 10:10 Uhr - Jugend/Juniorinnen - HP dhb.de

Bundestrainer Biegler: "Der U17 traue ich das I-Tüpfelchen zu"

Michael BieglerMichael Biegler
Quelle: Ingrid Anderson-Jensen
Auf die Videobotschaft vor dem Anwurf folgte die Glückwunsch-SMS nach dem Abpfiff: Genau wie DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld fiebert auch Frauen-Bundestrainer Michael Biegler derzeit mit der äußerst erfolgreichen U17 mit, die bei der EM am Sonntag (17.30 Uhr) gegen Norwegen im Finale steht. "Die bisherigen Erfolge dieses Teams sind ein weiterer klarer Fingerzeig für die Zukunft des deutschen Frauenhandball", sagt Biegler vor dem Kampf um Gold. "Der Finaleinzug ist jetzt schon ein Riesenerfolg und aller Ehren wert", ergänzt Sommerfeld.

Der Frauen-Bundestrainer hatte die U17 beim Girls-Cup in Saarbrücken beobachtet - und war just auch Zeuge der 11:15-Gruppenspiel-Niederlage gegen EM-Finalgegner Norwegen geworden: "Dieses Testspiel hätten sie schon gewinnen können. Aber jetzt zählt es. Es zeichnet die Mannschaft aus, dass sie sich seither sehr gut entwickelt hat. Ich habe in Saarbrücken keine großen Unterschiede zwischen beiden Mannschaften gesehen. Unsere Mannschaft hat die gleichen Chancen auf den EM-Titel wie Norwegen. Es geht bei Null los."

Biegler drückt aus der Ferne der Mannschaft die Daumen: "Ich freue mich total, dass diese begeisterungsfähigen jungen Spielerinnen sich schon mit einer Medaille belohnt haben. Jetzt traue ich ihnen auch das I-Tüpfelchen auf ein tolles Turnier zu." Für den Frauen-Bundestrainer war in den bisherigen Partien die Kombination aus Deckung, starken Torhütern und Rückzugsverhalten der Schlüssel zum Erfolg: "Zudem hat die Mannschaft in allen Partien sehr strukturiert gearbeitet und sehr konstant mit wenigen Ausschlägen nach oben oder unten gespielt."

Generell sieht Biegler derzeit viele sehr entwicklungsfähige, hochtalentierte Spielerinnen in Deutschland: "Das zeigt das aktuelle U17-Team eindrucksvoll, jetzt müssen wir das konsequent weiterentwickeln, um auch bei den Frauen in die Weltspitze zu kommen."

Gemeinsam mit Biegler arbeitet DHB-Sportdirektor Wolfgang Sommerfeld seit April 2016 am "Projekt Heim-WM" mit den "Ladies". Auch Sommerfeld hat das EM-Turnier der U17 intensiv verfolgt. Für ihn sind die bisherigen Erfolge vor allem ein Verdienst des Trainergespanns Maik Nowak und Zuzana Porvaznikova: "Sie haben die Mannschaft top vorbereitet und auch während des Turniers tolle Arbeit geleistet. Sie bringen Kompetenz und Herzblut ein."

Für Sommerfeld ist die Entwicklung in dieser Altersklasse besonders erfreulich: "Seit 16 Jahren bei der U17 wir wieder eine Medaille sicher. In der Zwischenzeit waren wir bei Jugend-Europameisterschaften weit weg von der Spitze, während sich die Juniorinnen unter den ersten Fünf eingependelt haben."

Sommerfeld hatte zwar damit gerechnet, dass die Mannschaft in der Hauptrunde eine gute Rolle spielt, dass es aber bis ins Finale geht, ist für den Bayern eine "Super-Überraschung". Und es sind nicht nur die reinen Ergebnisse, die den DHB-Sportdirektor faszinieren: "Sie präsentieren sich überall als tolles Team. Für eine Mädchenmannschaft zeigen sie schon eine sehr hohe Konstanz im internationalen Vergleich. Vor allem die Abwehrarbeit ist sehr überzeugend."

Mit dem Erreichen des Halbfinales erwartet Sommerfeld einen wichtigen Schritt für die weitere individuelle Entwicklung: "Wenn man in einer solchen Phase einer EM oder WM Verantwortung übernimmt, prägt das ungemein und bringt die Spielerinnen nach vorne." Einige aus der U17 wird man daher sicherlich im DHB-Eliteförderprogramm wiederfinden, das nun auch im weiblichen Bereich umgesetzt wird. "Ich freue mich jetzt schon auf die WM 2018, wenn das Trainerduo mit dieser dann um ein Jahr gereiften Mannschaft antritt. Es wird spannend zu sein, wie diese Spielerinnen den Weg in die Bundesliga und hoffentlich auch die Frauen-Nationalmannschaft machen."

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