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10.08.2017 11:01 Uhr - 2. Bundesliga - cie

Paukenschlag: SVG Celle erklärt Rückzug aus der 2. Bundesliga

Das Team des SVG Celle in der vergangenen SaisonDas Team des SVG Celle in der vergangenen Saison
Quelle: steven kauffeld / fotostudio celle
Als Tabellenschlusslicht hatte der SVG Celle die letzte Saison in der 1. Bundesliga der Frauen beendet und in der Folge einen Neuanfang in der 2. Bundesliga propagiert - doch laut einem Post bei Facebook wird dieser Schritt nicht vollzogen werden können. Dort heißt es: "SVG Celle muss sich vom Spielbetrieb zurückziehen."

"Die Hoffnung stirbt zuletzt" lautete lange Zeit das Motto der Verantwortlichen des SVG Celle. "Nun ist diese Hoffnung gestorben. Der SVG Celle muss seine Mannschaft aus der 2. Handball Bundesliga Frauen zurückziehen und Insolvenz anmelden", erklärte der Verein, der in dieser Woche kurzfristig bereits ein Testspiel abgesagt hatte, in einer Pressemeldung.

"Wir haben alles versucht, konnten jedoch die Altlasten aus der Vergangenheit leider nicht mehr abwenden. Uns tut es unendlich für das Team, unsere treuen Supporter und die Mannschaften der 2. Handball-Bundesliga Frauen leid, dass wir es nicht geschafft haben, den Hebel noch einmal umlegen zu können um den Neuanfang in der 2. Bundesliga zu starten", so Pressesprecher Torsten Gadegast.

"Wir müssen bis Donnerstag mindestens 15.000 Euro bekommen, sonst können wir nicht weitermachen", hatte die Cellesche Zeitung in dieser Woche Andreas Meyer zitiert und bereits ein "Katastrophen-Szenario" beschrieben. Eine etablierte Spielerin habe dem Verein laut der Lokalzeitung ein Ultimatum gestellt, weil Absprachen nicht eingehalten worden seien und die Mannschaft für die bevorstehende Spielzeit nicht stehe.

Der Verein war 1923 als Sportverein Garßen gegründet worden und umfasst in allen Sparten über 1.200 Mitglieder, auch dank der seit 1978 neu aufgebauten Handballabteilung - zuvor gab es bereits Feldhandball, 1980 wurden die ersten Mannschaften für die Halle gemeldet. Erster Abteilungsleiter der Handballabteilung wurde Joachim H. Niederlüke, der bis 2013 die Geschicke der Handballerinnen führte - die 1983 in der Kreisklasse starteten und sich nach und nach empor arbeiteten.

1991 gelang der Aufstieg in die Oberliga, 1996 der Aufstieg in die Regionalliga, dem zwei Jahre später pünktlich zum 75-jährigen Vereinsjubiläum auch dank der Verpflichtung der dreifachen Weltmeisterin Tatjana Gorb der Aufstieg in die Zweite Bundesliga folgte. Dort etablierten sich die Niedersachsen zunächst, 2009 gelang der erste Aufstieg in die 1. Liga - es sollten drei weitere folgen - doch nun scheint zumindest vorübergehend das Aus für den Profihandball in Celle besiegelt.

In finanziellen Problemen war der Verein bereits im Frühjahr, von einer Insolvenz war bereits die Rede - doch nach einer Rettungsaktion entschied sich der SVG Celle für den Neuaufbau in der 2. Bundesliga. Zugesagte Gelder aus der Rettungsaktion seien bislang aber noch nicht überwiesen worden. "Besonders die langjährigen Stammkräfte haben schon oft Zugeständnisse gemacht. Irgendwann reißt jeder Geduldsfaden", hieß es von Seiten der Celleschen Zeitung bereits vor einigen Tagen.



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