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14.10.2017 11:29 Uhr - 3. Liga Nord - PM Vereine, red

Schlüsselspiel im Tabellenkeller: Stade will sich "endlich selbst belohnen"

Dreh- und Angelpunkt: Martyna RuppDreh- und Angelpunkt: Martyna Rupp
Quelle: Jürgen Sellert
"Alles oder nichts" heißt es am kommenden Samstag in der Halle des Vincent-Lübeck-Gymnasiums. Denn der VfL Stade trifft im Kellerduell auf den Tabellenvorletzten, MTV Altlandsberg. Wer verliert, steckt endgültig knietief im Abstiegskampf. Beide Mannschaften konnten bisher in der Liga nicht punkten und hoffen darauf, dass diese Begegnung die Wende bringt.

Es ist nicht die erste Saison, in die die MTV-Damen mit einem 0:6 auf dem Konto starten. 2014/15 war es auch schon so gewesen. Sie beendeten jene Spielzeit auf einem Abstiegsplatz und konnten die Klasse nur in Folge einer überraschend angesetzten Relegation und dank der Reaktivierung Janin Hetzters halten. MTV-Handball-Abteilungsleiter Thomas Klatt bringt das Fazit aus dieser Erfahrung schonungslos auf den Punkt: "Diesen Nervenkrieg braucht keiner zweimal!"

Deshalb, und obwohl er wahrlich nicht unter mangelnder Beschäftigung leidet, ist Thomas Klatt zum zweiten Mal als Interims-Trainer der MTV-Damen unterwegs. Nachdem Verein und Ex-Trainer Andy Nötzel nach der Niederlage gegen SV Grün-Weiß Schwerin am letzten Wochenende einvernehmlich beschlossen hatten, getrennte Wege zu gehen, soll es bei der aktuellen Trainersuche keine Schnellschüsse geben.

"Wir haben eine junge Mannschaft vielversprechender Talente", erläutert Team Manager Wolfram Eschenbach die Lage. "Der künftige Trainer oder die künftige Trainerin muss aus diesen Solistinnen weiter eine Einheit formen. Es hat bereits erste, interessante Gespräche gegeben, aber es gibt noch keine Entscheidung. So misslich die derzeitige Situation auch sein mag, eine übereilte Entscheidung würde nichts besser machen."

Also hat Thomas Klatt als Übungsleiter übernommen, um sich als Abteilungsleiter den notwendigen Freiraum zu schaffen. Dabei verbietet es allein ein Blick in die Historie von einer Notlösung zu sprechen. Als er das letzte Mal als Damen-Coach einsprang, das war zu Beginn der Saison 2016/17, starteten die Mädels mit vier Siegen und 8:0 Punkten in die Serie und wurden am Ende dritte der Ost-Staffel, übertrumpft nur von den beiden späteren Aufsteigern Füchse und Kirchhof.

Thomas Klatt: "Ich denke, es ist uns gelungen durch das Training der vergangenen Woche und mindestens so sehr auch durch Gespräche die Blockade im Kopf der Mannschaft zu lösen. Die Spielerinnen sind ja nicht blöd. Sie wissen, dass der Start, sagen wir es mal höflich, bescheiden war. Sie wissen, dass sie bisher nicht gezeigt haben, was von ihnen erwartet wird, was in ihnen steckt und was sie nicht zuletzt ihren Fans und sich selbst schuldig sind. Sie werden am Samstag in Stade alles daran setzen, dass zu ändern."

"Wir machen uns da überhaupt nichts vor", gibt Thomas Klatt zu Protokoll. "Unsere Partie gegen Stade ist ohne Zweifel die dramatischste Begegnung des Spieltages. Nirgendwo sonst geht es für beide Teams um so viel. Ich erwarte von der Mannschaft, dass sie dennoch die Nerven behält, Charakter und Kampfgeist beweist und den unbedingten Siegeswillen an den Tag legt, ohne den es am Samstag nicht gehen wird."

Die Staderinnen haben sich gut auf den Gegner vorbereitet. "Die Nummer 23 (Martyna Rupp, Anm.) ist der Dreh- und Angelpunkt. Es gilt, sie frühzeitig aus dem Spiel zu nehmen", erklärt Trainerin Trula Diminidis, die für das so wichtige Spiel nicht auf den gesamten Kader zurückgreifen kann. Rebecca Burandt hat sich beim Testspiel am Montag in Hollenstedt das Kreuzband gerissen und einige Spielerinnen sind krank. "Natürlich ist Beccis Verletzung für uns schlimm, aber vor allem tut es mir leid um sie. Sie war gerade in einer sehr guten Verfassung", so die Trainerin.

Trotzdem ist Diminidis nach dem letzten Spiel gegen Oyten zuversichtlich. "Wir haben über weite Strecken gut mitgehalten", so Diminidis, "das gibt Anlass daran zu glauben, dass wir uns dieses Wochenende endlich selbst belohnen."

Seit einigen Wochen mit an Bord beim VfL ist Anja Ziegler. Die 34-jährige wechselte 2002 aus Rostock zum Buxtehuder SV. Bis 2009 spielte sie dort unter anderem mit Kirsten Willmann, Melanie Schliecker, Julia Wichern und Torwarttrainerin Silke Christiansen zusammen. 2010 folgte eine Stippvisite beim VfL Stade. "Ich habe eigentlich nur mittrainiert, um mich fit zu halten", erklärt die Rückraumspielerin. Bei drei/vier Spielen half sie aufgrund von Personalmangel aus; dann wurde sie schwanger. Von 2012 bis 2014 spielte sie noch einmal bei der zweiten Vertretung des Buxtehuder SV. Mit der zweiten Schwangerschaft kam das Karriereende; jetzt das Comeback.

Bereits vor einigen Wochen nahm Co-Trainerin Kirsten Willmann Kontakt zu Ziegler auf und fragte an, ob sie den Staderinnen wieder einmal in der Not helfen könnte. "Lara Witt und Mona Hoffmann gehen Ende Oktober auf eine längere Reise. Für diese Zeit haben wir eine "Aushilfe" gesucht", erklärt Willmann. Damit Ziegler sich mit der Mannschaft einspielen kann, kommt sie gegen Altlandsberg schon zum Einsatz. "Man hat durch Hossi bereits im Training einen deutlichen Unterschied gespürt. Auf einmal ist mehr Dampf drin", bekennt Trula Diminidis. "Ich verspreche mir, dass auch die anderen Mitspielerinnen von Anjas Einsätzen auf dem Spielfeld profitieren."

Am vergangenen Montag testete Stade noch einmal - ohne Ziegler - gegen den TuS Jahn Hollenstedt. Und das Ergebnis (28:41) bestätigte die Eindrücke aus dem Oyten-Spiel. "Wir haben zwar lange gebraucht, um reinzukommen, am Ende aber mit unserem bekannten Tempospiel überzeugt", sagt Trula Diminidis.

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Frauen · 3. Liga Nord · Saison 2017/2018
4. Spieltag · 14.10.2017 · 16:00 Uhr
VfL Stade18:30
MTV 1860 Altlandsberg
· Zuschauer : 210
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