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31.10.2017 09:03 Uhr - 3. Liga Nord - PM MTV Altlandsberg

Altlandsberg präsentiert neuen Trainer

Sebastian GrenzSebastian Grenz
Quelle: MTV Altlandsberg
Die Drittligadamen des MTV 1860 Altlandsberg haben einen neuen Trainer. Sebastian Grenz heißt der junge Mann, wird in zwei Wochen 28 Jahre alt und saß bereits bei der Begegnung gegen den TSV Nord Harrislee mit auf der Bank. An diesem Auftritt seiner Mannschaft konnte der frischgebackene Coach allerdings noch nichts beziehungsweise nichts mehr drehen, dementsprechend beeilt sich Interims-Trainer und Handball-Abteilungsleiter Thomas Klatt auch klipp und klar zu stellen, dass "dieses Ergebnis mit mir und nur mit mir allein nach Hause geht."

Ob sich Altlandsbergs neuer Übungsleiter die Übernahme der Amtsgeschäfte unter erfreulicheren Umständen gewünscht hätte, wird wohl für immer sein Geheimnis bleiben. Mit Blick auf die zahlreichen Baustellen, die ihn erwarten, macht Sebastian Grenz aus seinem Herzen jedoch keine Mördergrube: "All die, die behaupten die Mädels seien nicht drittligareif, tun das ganz offensichtlich aus anderer Motivation als aufrichtigem Interesse an der Mannschaft. Die Mädels bringen gehöriges Talent und ein gerüttelt Maß an Können mit. Beides ist aber unter dem Eindruck der Ergebnisse der letzten Wochen und angesichts des Drucks, den sie sich schon ganz alleine machen, irgendwie verloren gegangen. Diesen Glauben an das eigene Können wieder zu wecken, betrachte ich kurzfristig als meine Hauptaufgabe. Wenn mir das gemeinsam mit dem Team gelingt, und daran hege ich nicht den geringsten Zweifel, sind MTV-Siege nur noch eine Frage der Zeit."

Wobei dem Coach nur zu bewusst ist, dass er davon, Zeit nämlich, nicht viel mehr hat als derzeit Pluspunkte auf dem Mannschaftskonto. "Was wir hier gemeinsam als Aufgabe vor uns haben, ist nichts weniger als die handballerische Quadratur des Kreises", gibt Grenz zu. "Wir müssen zugleich an der Wiederherstellung unseres Selbstbewusstseins, der Korrektur unübersehbar vorhandener athletischer Defizite und der Einübung eines erkennbaren Spielsystems arbeiten." Oder um es im Jargon des BWL-Studenten Grenz auszudrücken: In den nächsten Tagen und Wochen gibt es in der Altlandsberger Erlengrundhalle die Umsetzung des generellen Extremumprinzips zu bestaunen. Mit effizientem Einsatz vorhandener Mittel, möglichst bald bestmögliche Ergebnisse zu erzielen, unter Berücksichtigung und Überwindung tatsächlicher Hindernisse. Wenn´s gelingt, gibt es dafür garantiert den Wirtschaftsnobelpreis.

"Mit dem Kampf gegen den Abstieg nichts zu tun haben würde mir schon vollkommen reichen", schmunzelt Sebastian Grenz, denn er hat mit dem Team noch viel vor. "Wenn die augenblickliche Situation überwunden sein wird, will ich mittelfristig meine Vorstellung vom modernen Handball umsetzen. Das gilt für den taktischen, den athletischen, wie den grundsätzlichen Auftritt der Mannschaft. Und langfristig sehe ich es als meine Aufgabe an, unsere jungen Spielerinnen in ihrem Spielvermögen wie Spielverständnis so weit zu entwickeln, dass sie gemeinsam mit dem MTV den nächsten Schritt nach vorne meistern können. Umso glücklicher bin ich, auf diesem Weg mit Daniel Neumann als Torwarttrainer und vor allem Bernd Tobeck als Co-Trainer zwei äußerst erfahrene Leute an meiner Seite zu haben, ohne die wahrscheinlich nichts von all dem funktionieren würde."

Womit Sebastian Grenz sein vielleicht größtes Manko gleich selbst anspricht: Auch wenn er bereits seit zweieinhalb Jahren im Besitz einer Trainer-B-Lizenz ist (seit dieser Saison Mindestvoraussetzung um bei einer Drittligamannschaft als Trainer auf der Bank Platz nehmen zu dürfen), stellen die MTV-Damen seine erste Station in dieser Spielklasse dar. "Das wussten wir natürlich" erläutert MTV-Abteilungsleiter Thomas Klatt, "aber aus hauptsächlich drei Gründen hat sich die Abteilungsleitung entschlossen, den Schritt gemeinsam mit Basti zu wagen: Erstens gibt es zwangsläufig für alles und jeden irgendwann und irgendwo ein erstes Mal. Zweitens hat uns Basti mit seinem Konzept für die Mannschaft, seiner ganz grundsätzlichen Idee modernen Handballs sowie nicht zuletzt durch sein sicheres Auftreten überzeugt. Und drittens wollten wir trotz unserer aktuellen Schwierigkeiten einen Trainer mit Perspektive gewinnen, mit dem wir gemeinsam noch einen langen und erfolgreichen Weg zu gehen beabsichtigen."

"Für mich ist es eine ganz große Sache Drittliga-Handball beim MTV zu leben", betont Sebastian Grenz, der im Übrigen nicht zum ersten Mal die Altlandsberger Erlengrundhalle sein sportliches Zuhause nennen darf. In der Saison 2014/15 spielte er aktiv bei den 2. Herren, damals noch unter der Anleitung von Herren-Coach Tilo Leibrich. "Deshalb habe ich die Geschicke beim MTV auch danach immer im Auge behalten. Heute ist es mir ein Herzensanliegen die 1. Damenmannschaft des Vereins wieder zu ihrer alten, angestammten Größe führen zu dürfen. Dafür bin ich dem Verein, der gesamten Abteilungsleitung und insbesondere Thomas Klatt sehr dankbar. Ich werde alles daran setzen, den Vertrauensvorschuss, den ich hier ohne Frage erhalten habe, zu rechtfertigen."

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