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06.11.2017 18:26 Uhr - 3. Liga Nord - PM MTV, HP FHC, red

Packendes Derby: Altlandsberger Aufholjagd bringt fast noch einen Punkt, FHC neuer Tabellenführer

Sebastian Grenz sah eine furiose Aufholjagd seines MTVSebastian Grenz sah eine furiose Aufholjagd seines MTV
Quelle: MTV Altlandsberg
Zwei Zahlen, die 24 und die 23. Sie prangten nach sechzig Minuten überlebensgroß und einträchtig nebeneinander auf der Anzeigetafel der Frankfurter Brandenburg-Halle. Dabei hatten die Gastgeberinnen fünf Minuten vor Ende der Partie mit 24:17 geführt, die Aufholjagd der Altlandsbergerinnen führte dann noch fast zu einem Punkt. Dennoch, insbesondere die letzten Minuten sorgten für Hoffnung bei den Gästen. Und Frankfurt konnte sich aufgrund der Niederlage von Nord Harrislee neben dem Sieg auch über die Tabellenführung in der Nordstaffel freuen.

Was immer die MTV-Mädels bis dahin auch versucht hatten, sie waren an mindetens unglücklichen Abschlüssen oder an der an diesem Tag glänzend aufgelegten Frankfurter Torhüterin Mandy Schneider gescheitert. "Wir haben das Spiel im Angriff verloren", analysierte Team-Manager Wolfram Eschenbach. "Unsere mangelhafte Chancenverwertung verschaffte den Frankfurterinnen regelmäßig die Möglichkeit zum Gegenangriff. Und obwohl auch die FHC-Werferinnen nicht ihren besten Tag erwischt hatten, waren sie eben doch um diese Prozentpunkte besser, die nach 55 Minuten zu einem sieben Tore Vorsprung führen."

An der ausbaufähigen Torquote der nach einem vermurksten Saisonstart verunsicherten Altlandsbergerinnen schien auch ihr neuer Trainer Sebastian Grenz zu verzweifeln. Symptomatisch dafür, die Anfangsphase der Begegnung. Acht Angriffe hintereinander wollte den Grün-Weisen einfach kein Treffer gelingen. Und selbst als Christine Miniers in der siebten Minute zum ersten Mal für Altlandsberg traf, schien es sich der Ball, vom Harz am Leder zusätzlich gebremst, überlegen zu wollen, ob er nun über die Frankfurter Torlinie rollen soll oder nicht. Die Frankfurterinnen waren bis dahin bereits drei Mal erfolgreich gewesen.

Bemerkenswerter Weise schienen die Frankfurterinnen nicht viel weniger nervös, ein Beleg: Zwischen dem 2:0 und dem 3:0 gelang beiden Teams vier Minuten lang kein Treffer. Und aus der 4:1 Führung des FHC wurde erst ein 4:4 und dann mit dem Tor der sehr konsequent und deshalb überzeugend agierenden Josephine Dähne sogar eine Führung Altlandsbergs. Insbesondere Yania Silva Alfonso im Tor der Gäste, die in der letzten Saison noch den Kasten beim FHC hütete, war es zu verdanken, dass der MTV zurück ins Spiel gefunden hatte. Allerdings riss der Faden im Spiel der Gäste wieder, der FHC setzte eine Siebener-Serie und machte aus einem 5:6 ein 12:6, der Grundstein für die 14:9-Pausenführung.

Die zweite Hälfte begann mit zwei wunderschönen Toren Lucyna Trzczaks, die nun, und gemeinsam mit Yania Silva Alfonso, zum zweiten Aktivposten des MTV werden sollte. Die Mädels in grün-weiß verkürzten auf drei Tore, doch nach dem 19:16 setzte der FHC dann zu einer erneuten Serie an. Tor um Tor wuchs der Abstand, vor allem dank der insgesamt acht Treffer von Ziemer. Fünf Minuten vor Spielende schien beim 24:17 die Vorentscheidung gefallen, die Gastgeberinnen ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden und die Tabellenführung gebucht zu sein. Aber Altandsberg bäumte sich noch einmal mit Vehemenz auf.

Den Grundstein legte die Altlandsberger Deckung, die über die gesamten sechzig Minuten ordentlich agiert hatte. Dem FHC gelang kein weiterer Treffer mehr und in der Offensive trafen die zuvor gehemmten Gäste nun aus allen Lagen. Martyna Rupp und Lucyna Trzczak setzten die ersten Treffer, Rupp und Ann-Catrin Höbbel legten nach - der Abstand war auf 24:21 geschrumpft. Die letzte Minute begann, erst traf Josephine Dähne und dann setzte Lucyna Trzczak den Anschlusstreffer. Frankfurt schien verunsichert, auch eine Auszeit drei Minuten vor Spielende hatte nicht die erhoffte Sicherheit gebracht - doch die Sirene rettete am Ende beide Punkte.

MTV-Coach Sebastian Grenz erklärte: "Ich weiß gar nicht, was ich davon jetzt halten soll. Weshalb nicht gleich so? Weshalb nicht fünf Minuten früher so?" Mit Blick auf eine mögliche Wende im bisherigen Saisonverlauf fügte der Trainer aber an: "Wir hatten uns fest vorgenommen, aus diesem Derby Kraft und Zuversicht für die nächsten Aufgaben mit nach Hause zu nehmen. Insbesondere und leider erst in den letzten fünf Minuten haben wir gezeigt, dass wir auch dem Team Paroli bieten können, das ungeschlagen an der Spitze der Tabelle steht. Die zweite Halbzeit ging rechnerisch an uns. An diese Leistung und an diese Willensanstrengung wollen und werden wir in der nächsten Woche anknüpfen."

Frankfurter HC - MTV 1860 Altlandsberg 24 : 23 (14:9)

Frankfurter HC:
Schneider, Sass
Ziemer 8/4, A. Zacharias, Keßler 4, S. Nühse, B. Zacharias 2, Loll 2, Zimmermann 2, Wagner, Heinrich, Dürrwald 5, Heinke 1, Müller,

MTV 1860 Altlandsberg:
Silva Alfonso, Vernay
Bayram 2, Dähne 5, Höbbel 3, Mattisseck, Miniers 3, Mudri, Rupp 3, Smiljanic, Steffen, Stehlik, Trzczak 7/1, Wüstner

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Frauen · 3. Liga Nord · Saison 2017/2018
8. Spieltag · 04.11.2017 · 16:00 Uhr
FHC Frankfurt/Oder24:23
MTV 1860 Altlandsberg
· Zuschauer : 458
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