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27.11.2017 10:49 Uhr - 3. Liga Nord - PM Altlandsberg, red

Der MTV Altlandsberg und der TV Oyten teilen sich die Punkte

Die Drittligadamen des MTV 1860 Altlandsberg erkämpfen sich bei den amtierenden Meisterinnen des TV Oyten ein 26:26 und nicht nur das Halbzeitergebnis von 16:11 für den MTV verrät, dass mit nur ein wenig mehr Glück und Abgeklärtheit sogar ein Sieg im Bereich des möglichen gelegen hätte. Aber auch so ist es eine beeindruckende Leistung der zuletzt wie aktuell so gebeutelten Mannschaft.

Wer hätte gewettet, dass ausgerechnet die Altlandsbergerinnen den TV Oyten an den Rand einer Niederlage spielen und einen hochverdienten Punkt entführen? Oder um es mit den Worten des MTV-Team-Managers Wolfram Eschenbach zu sagen: "Hätte mir jemand vorher ein 26:26 angeboten, ich hätte sofort zugegriffen."

Wahrscheinlich auch noch in der frühen Anfangsphase der Partie, in der die Altlandsberger Angriffsbemühungen mal wieder ins Leere liefen und den Gastgeberinnen rasch eine 3:1-Führung ermöglichten. Damit hatte es sich aber auch schon in Sachen unschöne Parallelen zu bereits zu vielen bisherigen Begegnungen in der laufenden Spielzeit. Denn die Grün-Weißen rüttelten sich und schüttelten sich und begannen erfolgreich dagegen zu halten. Einen weiteren Treffer von Ann-Catrin Höbbel und zwei von Martyna Rupp später (beide würden es am Ende auf insgesamt jeweils acht bringen), stand es 4:4. Ein Zwischenstand, der bis zum 7:7 in der 17. Minute Bestand haben sollte.

Ab dann begann es allen in der Oytener Halle - den TV-Mädels auf der Platte, ihrem Trainer- und Betreuerteam auf der Bank, den Schlachtenbummlern auf den Rängen, der kleinen aber feinen Anhängerschar des MTV und zuletzt den Altlandsberger Matadorinnen selbst - zu dämmern, dass sich an diesem Sonntagnachmittag Unerhörtes zutragen könnte. Die Altlandsberger Damen jedenfalls belegten nun äußerst eindrucksvoll unter Beweis zu stellen, dass alle Prognosen der MTV-Verantwortlichen im Hinblick auf die individuellen Fähigkeiten einzelner Spielerinnen, wie auf die Spielstärke der Mannschaft insgesamt, eben alles andere als aus der Luft gegriffen waren.

Wer seinen Augen nicht traute, konnte sich dessen jederzeit an der unbestechlichen Anzeigetafel vergewissern. Aus dem 7:7 wurde eine Altlandsberger 9:7 Führung, die über 13:10 schließlich in den 16:11 Pausenstand für den MTV mündete. Unwahrscheinlich, dass es nach der Pause so weiter gehen könnte. Schließlich ist der TV Oyten wahrlich keine Laufkundschaft, sondern niemand geringerer als der amtierende Drittligameister der Nord-Staffel. Darüber hinaus hatte es sich bereits in den ersten 30 Minuten abgezeichnet, dass die Altlandsbergerinnen bei aller Überlegenheit Oytens Jacqueline Nowak nicht würde bändigen können. Sie allein sollte schließlich für atemberaubende 15 der 26 Tore ihres Team verantwortlich zeichnen.

So war es maßgeblich Nowaks Ausnahmeleistung zu danken, dass der Oytener Anhang in der 43. Minute den 19:20 Anschlusstreffer bejubeln konnte. Pünktlich zum Beginn des Schlussviertels versprach die Begegnung wieder richtig spannend zu werden. Zunächst weil die Altlandsbergerinnen das Heft des Handelns zurück eroberten. Zehn Minuten nach dem Anschlusstreffer, hatten sich die Damen in Grün-Weiß eine 25:19 Führung zurück erobert. "Ich gestehe freimütig", gab Wolfram Eschenbach nach der Partie zu Protokoll, "dass ich zu diesem Zeitpunkt übereugt war, dass wir gewinnen würden."

Es gereicht der Oytener Mannschaft zur Ehre, dass sie das anders sahen und in den letzten sieben Minuten eine Energieleistung sonder gleichen auf die Platte legten. Tor um Tor holten sie auf, bis Jacqueline Nowak 69Sekunden vor dem Abpfiff erneut den Anschlusstreffer zum 24:25 markierte. Und als wenn das in Sachen Nervenbelastung aller Beteiligten nicht schon jeden Grenzwert zu sprengen drohte, gerieten die letzten 60 Sekunden zum veritablen Thriller. Lucyna Trzczak erhöhte mit ihrem fünften Tor der Begegnung erneut auf 26:24 für den MTV. Auf der Uhr standen noch 49 Sekunden. 17 Sekunden und ein Oytener Team-Time-Out später feierte Jaqueline Nowak den abermaligen Anschlusstreffer. Dafür hatte der MTV jetzt den Ball. Trotz Pressdeckung Oytens gelingt es, Luyna Trzczak an der linken Außenbahn frei-und anzuspielen. Ihren Wurf aber fängt die gegnerische Torhüterun ausgerechnet jetzt ab, sieht vorne ihre Kreisläuferin Jana Kokot einsam und vor allem unbedrängt am Altlandsberger Kreis. Das Zuspiel kommt an und Kokots Wurf landet fünf Sekunden vor Schluss im MTV-Kasten. 26:26. Unentschieden.

Trotz oder gerade aufgrund dieses dramatischen Spielverlaufs lässt Altlandsbergs Coach Sebastian Grenz keinerlei Debatte zu. "Die Frage, ob wir einen Punkt verloren oder gewonnen haben, ist für mich eindeutig zu beantworten. Wir haben heute einen enorm wichtigen Punkt und noch viel mehr gewonnen. Wir haben ein super Spiel auf die Platte gelegt. Alle Mannschaftsteile haben nicht nur für sich genommen herausragend funktioniert, auch unser Umschaltspiel ließ nichts zu wünschen übrig. Wir haben die Ausfälle Lavinias, Josephines und Melanie Wüstners kompensiert und einem starken Gegner auch mental auf höchster Ebene Paroli geboten. Ich jedenfalls bin stolz auf meine Mannschaft. Wichtiger noch: Die Mädels können selbst mit Fug und Recht auf sich stolz sein."

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Frauen · 3. Liga Nord · Saison 2017/2018
10. Spieltag · 26.11.2017 · 15:00 Uhr
TV Oyten26:26
MTV 1860 Altlandsberg
· Zuschauer : 100
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