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13.12.2017 09:38 Uhr - 3. Liga Nord - MTV

Altlandsberg nach Big Points gegen Travemünde auf dem Weg nach oben

Altlandsberg-Trainer Sebastian GrenzAltlandsberg-Trainer Sebastian Grenz
Quelle: MTV Altlandsberg
Die Drittligadamen des MTV 1860 Altlandsberg schlagen die Vertretung des TSV 1860 Travemünde vor allem Dank einer herausragenden ersten Halbeit hochverdient mit 29:24 (15:7) und vergrößern den Abstand zwischen sich selbst und den Abstiegsplätzen.

Bei der Begrüßung des Publikums in der Altlandsberger Erlengrundhalle waren es noch die Fans des anderen 1860er Clubs in der Nord-Staffel der 3. Liga, die in Sachen deziBel die Nase hörbar vorn hatten. Das blieb auch bis zur neunten Minute nach Anpfiff so, als Jamila Aminah Popiol von der Sieben-Meter-Linie zum 4:2 für Travemünde und damit zur ersten Gästeführung einnetzen konnte.

Es sollte allerdings auch die einzige und letzte Gästeführung des Abends bleiben. Mehr vorweihnachtliche Geschenke hatten die MTV-Damen nicht in petto. Beinahe exakt zehn Minuten später hatten die grün-weißen den 2:4 Rückstand in eine vorentscheidende 9:4 Führung umgewandelt. Es waren fulminante zehn Minuten, in denen die Altlandsbergerinnen die Fortschritte, die sie technisch, taktisch, athletisch, individuell und als Team seit dem besorgniserregenden Start in die Serie gemacht haben, mit Macht aufs Parkett brachten.

Bis zum 12:7 in der 27.Minute für die Gastgeberinnen konnten die Gästinnen die Partie in der Folge noch einigermaßen ausgeglichen gestalten. In den letzten drei Minuten des ersten Durchgangs legten dann aber Martyna Rupp, Ann-Catrin Höbbel und die für diese Begegnung reaktivierte Manja Berger drei zusätzliche Treffer drauf, um beim Stand von 15:7 für den MTV auch optisch-arithmetisch überdeutlich werden zu lassen, welches Team an diesem Abend die Halle als Sieger verlassen würde.

Dabei glänzten bei weitem nicht "nur" die üblichen Torschützinnen. Elia García Cañabate zum Beispiel stand erstmals, sieht man einmal von den Sieben-Metern ab, 60 Minuten im Kasten und machte ihre Sache sehr gut. Oder Vanja Smiljanic, die erstmals in der Start-Sechs stand, drei Tore zum Gesamtergebnis beitrug und dennoch die notwendige kritische Distanz zur eigenen Leistung hatte, um festzustellen, dass bei ihrem Abwehrverhalten noch Luft nach oben sei. Oder Bernadet Mudri, die am Kreis eine bisher kaum gekannte körperliche Präsenz zeigte und, gepaart mit klugem Stellungsspiel, ihre Leistung mit vier Toren garnierte.

Aber auch den Travemünder Mädels muss man attestieren, dass sie sich von dieser Altlandsberger Dominanz den Schneid nicht abkaufen ließen. Sie kamen mit dem berühmten zweiten Atem aus der Kabine, hielten das Tempo des ersten Durchgangs aufrecht, belohnten sich selbst und ihren Anhang für diese Charakterleistung mit 17 Treffern in der zweiten Hälfte und entschieden diese rechnerisch mit 17:14 für sich. Respekt.

Was im Umkehrschluss nicht heißt, dass die Travemünden Damen jemals im zweiten Durchgang auch nur den Hauch einer Chance hatten, die Partie zu drehen. Die Mädels in grün-weiß änderten erkennbar die Spielweise, ohne deshalb aber die Kontrolle über die Partie abzugeben. MTV-Coach Sebastian Grenz hatte nänlich entschieden, nicht etwa auf einen möglichst hohen Sieg zu spekulieren, sondern die, auch nummerisch offenbare, Überlegenheit seiner Schützlinge dazu zu nutzen, um verschiedene Dinge auszuprobieren. Er wechselte nun öfter durch, setzte Spielerinnen auf für sie eher ungewohnten Positionen ein, ließ auch schon mal Abwehr- und Angriffssysteme durchspielen, die vielleicht noch der einen oder anderen Trainingseinheit bedürfen. Die gezeigte 4-2-Variante, zwei Kreisläuferinnen im Angriff inklusive, war im Training sogar noch gar nicht geprobt worden. Um es mit den Worten des Altlandsberger Übungsleiters zu sagen: "Wann, wenn nicht in einem solchen Spiel, können wir denn sonst solche Experimente wagen."

Die handball-affine grün-weiße Fangemeinde auf den Tribünen der Erlengrundhalle erkannte, was Ziel und Zweck des Durchgangs war und unterstützte das Team auch hier, selbst wenn die Dominanz der eigenen Mannschaft optisch nicht mehr so überdeutlich zu Tage trat, wie noch in den ersten 30 Minuten. Wobei Sebastian Grenz auch unumwunden einräumt, dass nicht allein die Taktikwechsel für die höhere Durchlässigkeit der Abwehr verantwortlich zu machen sind. "Wir müssen auch sehen, dass wir dem hohen Tempo und dem großen Aufwand in der Abwehr Tribut zahlen mussten. Athletik und Kondition gehören nun mal ebenfalls zu unseren zahlreichen Baustellen."

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Frauen · 3. Liga Nord · Saison 2017/2018
9. Spieltag · 09.12.2017 · 19:30 Uhr
MTV 1860 Altlandsberg29:24
TSV Travemünde
· Zuschauer : 170

Torschützen:
Siebenmeter:0 /
Zeitstrafen:0
Rot:
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