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12.10.2017 20:58 Uhr - 1. Bundesliga - Julius Hahn - handball-world.com

Gummersbach muss sich Lemgo geschlagen geben - Puhle feiert Comeback

Marvin Sommer erzielte elf TrefferMarvin Sommer erzielte elf Treffer
Quelle: Jenny Seidel
Zwei Traditionsmannschaften standen sich am Donnerstagabend in der Schwalbe Arena gegenüber. Abstiegskampf statt Titelrennen war jedoch zuletzt für beide Vereine Realität. Der bisherige Saisonverlauf war für den TBV allerdings kein allzu schlechter, mit acht Punkten - punktgleich mit dem THW Kiel - reiste die Mannschaft von Florian Kehrmann in den Oberbergischen Kreis. Aus diesem kehrte sie mit einem 37:30 (16:13)-Erfolg und den Punkten neun und zehn zurück ins Lipperland. Beim VfL war nach dem Sieg über Stuttgart hingegen Ernüchterung angesagt, lediglich Marvin Sommer war mit elf Toren eine prägende Säule.

Ein persönliches Highlight erlebte dafür VfL-Torwart Matthias Puhle einen Tag nach seinem 32. Geburtstag in der 26. Spielminute: Nach über viermonatiger Verletzungspause durfte der Schlussmann des VfL sein Comeback in der DKB Handball-Bundesliga geben. "Ich bin wirklich froh wieder spielen zu dürfen, hätte mir allerdings ein anderes Comeback gewünscht", so ein enttäuschter Puhle nach Spielende. Zum Zeitpunkt seiner Einwechslung lagen die Gastgeber indes schon mit 10:13 Toren im Hintertreffen - ein Ergebnis, was noch schmeichelte.

Denn mehr als Magerkost konnten der VfL seinen knapp 2.904 Fans anbieten. Zu statisch und ideenlos wirkte das Spiel der Beuchler-Sieben, die mehr über Einzel- denn Teamaktionen zu Torerfolgen kamen und defensiv von Anfang an kaum Fuß fassen konnten. Zwar erwischte Marvin Sommer von der Linksaußenposition einen Sahnetag, am Ende kam der quirlige wie pfeilschnelle Akteur auf elf Tore. Da Handball aber ein Mannschaftssport ist und die VfL-Deckung meist einen Schritt zu spät gegen Isias Guardiola Villaplana und Andrej Kogut agierte, zogen die Lipperländer bereits von der ersten Minute an davon.

"Da haben wir schon zu passiv und zu wenig auf der Wurfhand gestanden", lautete die Kritik von VfL-Trainer Dirk Beuchler. So lagen die Gastgeber ab der elften Minute mit meist zwei Treffern Differenz im Rückstand lagen (6:8, 11.). Bis zur 20. Minute (9:11) blieb man zwar weiter in Schlagdistanz, konnte aber bis zur Pause die Partie nicht ausgleichen. In Unterzahl (Alexander Becker sah in der 28. Minute bereits seine zweite Zeitstrafe) kassierte man gar das 13:16 (30.) und hätte sogar noch mit einem höheren Rückstand in die Kabine gehen können. Doch der letzte Wurf der Gäste landete erst nach der Sirene im Gehäuse des VfL.

Viele Lösungen konnte der VfL auch nach der Pause nicht präsentieren, ganz im Gegenteil. Bereits nach acht gespielten Minuten im zweiten Durchgang sah sich Dirk Beuchler gezwungen, eine Auszeit zu nehmen, um seine Mannen neu einzustellen. Diese konnten gegen ein nun massiveres Abwehrbollwerk kaum noch einen druckvollen Ball spielen, hinzu kamen massive Einbrüche in der Deckung des VfL. Schnell einteilten die Kehrmann Schützlinge auf 16:21 (38.), den Vorsprung hielt man bis zur 45. Minute (20:25).

In dieser Phase beeindruckte der TBV besonders mit seinem Tempospiel, was auch Teil der Taktik war, wie Florian Kehrmann hinterher zu Protokoll gab. "Wir wollten mit unserem Tempo das Spiel kontrollieren, nach der Halbzeit ist uns das auch wirklich gut gelungen", so der Trainer. Sein Kollege Beuchler probierte nun vieles aus, ließ erst mit einem, später zwei Vorgezogenen decken. Mehr als ein kurzes Strohfeuer zum 24:27 (50.) sollte aber nicht daraus resultieren. Nach mehreren ganz schwachen Angriffsserien kassierte der VfL vier Tore in Serie, beim 25:32 (53.) war die Partie schließlich endgültig entschieden.

Gegen die zunächst immer offensiv agierenden Gastgeber fanden Fabian van Olphen & Co. immer wieder Lösungen, den Ball im Tor unterzubringen. So gewann der TBV letztlich verdient mit 30:37 Toren. "Wir haben heute keinen Zugriff in der Abwehr gehabt, unsere Torhüter hatten es wirklich nicht leicht", sagte Sommer nach Spielschluss selbstkritisch. Man habe nicht die nötige Aggresivität gefunden, so der Linksaußen weiter.

Für den VfL beginnt die Saison damit alles andere als gut, nur vier Punkte stehen nach neun Spieltagen auf der Habenseite. "Wir müssen natürlich schnell Punkte holen, schauen dabei von Spiel zu Spiel. Es braucht auch einfach Zeit, bis man sich eingespielt hat", so Torwart Puhle nach Spielende. Besonders die gute interne Atmosphäre müsse man bald auf die Platte bringen, so der Schlussmann weiter. Dem stimmt Marvin Sommer auch zu, der elffache Torschütze blickte sogar etwas weiter nach vorne: "Wir müssen jetzt dringend punkten, hätten das eigentlich heute schon machen müssen". Leicht wird dieses Unterfangen im nächsten Spiel aber nicht werden dürfen, kommt Sonntagmittag mit der SG Flensburg/Handewitt eine absolute Topmannschaft in die Schwalbe-Arena. Der TBV Lemgo begrüßt dagegen in eigener Halle den TV 05/07 Hüttenberg.

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Männer · 1. Bundesliga · Saison 2017/2018
9. Spieltag · 12.10.2017 · 19:00 Uhr
VfL Gummersbach30:37
TBV Lemgo
Schwalbe Arena · Zuschauer : 2904

Spielfilm:
4:7 (10.), 5:8 (11.), 6:8 (12.), 8:8 (14.), 8:10 (16.), 9:11 (21.), 10:12 (23.), 11:14 (26.), 13:15 (29.), 13:16 (30.), 13:16 (HZ), 13:17 (31.), 14:17 (32.), 15:18 (36.), 16:18 (38.), 16:21 (39.), 17:22 (41.), 18:22 (41.), 18:23 (42.), 18:24 (44.), 19:25 (46.), 20:25 (46.), 23:27 (49.), 24:29 (52.), 25:31 (53.), 27:32 (56.), 29:37 (59.), 30:37 (EN)

Torschützen: Sommer(11/1), Baumgärtner(5), von Gruchalla(3), Feuchtmann Perez(3/1), Köpp(3), Preuss(2), Pujol(1), Timm(1), Zhukov(1),
Siebenmeter: 2 / 4
Zeitstrafen: 3
Rot:
Torschützen: Guardiola Vilaplana(8), Zieker(7), Hornke(6/3), Suton(3), Kogut(3), Theuerkauf(3), van Olphen(3), Johannesson(2), Bartók(1), Klimek(1),
Siebenmeter: 3 / 3
Zeitstrafen: 2
Rot:

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