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    Handball: Schiedsrichter & Regeln

    14.05.2024, 17:25

    Erst Abstieg, dann Rettung - und jetzt?

    Irres Abstiegsdrama um den FC Bayern München

    Eigentlich waren die Handballer des FC Bayern München schon abgestiegen, dann gerettet - und nun gibt es wieder eine neue Entwicklung im Abstiegsdrama.

    München, Deutschland 29. April 2024:

Fussball, Herren, Saison 2023/2024, FC Bayern München, Säbener Strasse, Trainingsgelände 

Hier im Bild die Aussenfassade vom Servicecenter, Geschäftsstelle des FC Bayern München an der Säbenerstrasse mit Logo, Wappen und Schriftzug des Vereins als Symbolbild
    Aktuell ist unklar, wie es für die Handballer des FC Bayern weitergeht. picture alliance / Wagner

    Der FC Bayern München kämpft(e) in der Handball-Landesliga (5. Liga) um den Klassenerhalt. Dem FCB reichte eine 26:31-Niederlage gegen die SG Regensburg II zum vermeintlichen Liga-Verbleib. Nun könnte aber wohl alles nochmal neu aufgerollt werden - wegen einem Einspruch eines Konkurrenten.

    Was ist passiert?

    Als Zehnter der bayerischen Landesliga Süd musste Bayern München (18:26 Punkte) in die Entscheidungsspiele gegen den punktgleichen TSV Niederraunau. Gesucht wurde der Gegner der SG Regensburg II (Landesliga Nord). Die Handball-Abteilung des deutschen Fußball-Rekordmeisters gewann das Hinspiel vor heimischer Kulisse mit 30:24. Im Rückspiel stand allerdings nach 60 Minuten ein 33:39-Niederlage auf der Anzeigetafel.

    Was nun? Der technische Delegierte der Partie, Gottfried Rathgeber, sowie die Schiedsrichter Julian Beinlich und René Finsterwalder ließen eine Verlängerung spielen. Fälschlicherweise, denn: In der DHB-Spielordnung mit Zusatzbestimmungen des BHV ist unter Paragraph 44, Absatz 1 festgehalten, dass bei Punktgleichheit - wie sie in diesem Fall vorlag - die Wertung nach der besseren Tordifferenz zu erfolgen habe. Sprich: Die Auswärtstorregel, die zum Beispiel im Handball-Europapokal mittlerweile abgeschafft wurde, greift. Demnach wäre der FC Bayern nach Hin- und Rückspiel der Sieger.

    Knackpunkt: Verlängerung hätte nicht stattfinden dürfen

    Die Offiziellen setzten aber ja das Rückspiel mit einer Verlängerung fort - Niederraunau gewann diese. 46:39 hieß es am Ende der zweiten Begegnung. Der TSV hatte also eine Sechs-Tore-Niederlage aufgeholt und mit einem Sieben-Tore-Sieg sich vermeintlich für die Spiele gegen Regensburg qualifiziert. Der Bayerische Handball-Verband stellte schließlich klar: Die Verlängerung hätte nie stattfinden dürfen. Der FCB wurde als Sieger gewertet und spielte gegen Regensburg II. In diesen zwei Spielen setzten sich die Münchner durch, weil sie in der Addition vier Tore vor der SG lagen.

    In der Zwischenzeit hatte der TSV Niederraunau aber Einspruch eingelegt. "Das BSG (Bezirkssportgericht) Altbayern sieht die spielentscheidenden Fehler alleine auf Seiten der Verantwortlichen des Verbandes", teilte der Verein mit. "Die Verlängerung sieht das Gericht als Verstoß gegen die Spielordnung und nicht als unanfechtbare Tatsachenentscheidung."

    "Nach Interpretation des TSV fließt der Endstand von 46:39 doch irgendwie in die Begründung ein", schreiben die Niederraunauer und führen aus: "Das Zurücksetzen des Spielstands auf den Spielstand nach 60 Minuten sieht das Gericht als Versuch die vorher gemachten Fehler zu heilen." Deswegen müsse das Spiel wiederholt werden, so demnach das Bezirkssportgericht.

    Wie geht es weiter?

    "Das Gericht konnte nur eine Entscheidung zum Spiel und den ermittelten Fakten treffen. Eine aufgrund der Terminsituation sportlich umsetzbare, evtl. auch salomonische Lösung muss jetzt der Verband suchen und treffen", so der TSV. Es müsste nicht nur das Niederraunau-Rückspiel des FCB wiederholt werden. Auch die Spiele zwischen den Münchnern und der SG Regensburg II wären im Nachhinein bedeutungslos - sofern die nächsthöhere BHV-Instanz das Urteil bestätigt, berichtet die Bild.

    bec